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Technik  Technik: Audi TecDay

Knister, Knaster, Schnupper



Von einem Premium-Fahrzeug dürfen Kunden so einiges erwarten. Auch ein besonderes Wohlfühlambiente. Darum leistet sich Audi auch Geräuschejäger und ein eigenes Schnüffelteam.

 
 Audi TecDay
  
 Audi TecDay  - Foto: Hersteller  Audi TecDay - Foto: Kilimann  Audi TecDay - Foto: Hersteller  Audi TecDay - Foto: Hersteller  Audi TecDay - Foto: Hersteller  Audi TecDay - Foto: Hersteller

Es kann ein Knarzen sein. Ein Klappern, ein Quietschen oder ein kaum zu fassendes Schwirren. Die Art der Störgeräusche, die irgendwo und irgendwann im Fahrzeug auftreten können, sind so vielfältig wie ihre Ursachen. Ein Luftkanal kann Kontakt mit einer Schraube haben. Ein Bowdenzug gegen einen Drahtbügel stoßen, eine A-Säulen-Verkleidung an der Schalttafel reiben.

Das Aufspüren der Störgeräuschquelle ist selbst für Experten immer wieder aufs Neue eine Herausforderung, die nicht nur ein feines Gehör und technischen Know-how erfordert, sondern auch ein gewisses Maß an Sportlichkeit.

"Oft findet der Mitarbeiter das Problem erst, wenn er beim Mitfahren mehrmals durch das Auto gekrochen ist", berichtet Eckhard Peithmann. Peithmann ist Fachmanager für Geräuschanalyse bei Audi in Ingolstadt. Auch etliche Stunden im Kofferraum haben er und seine Mitarbeiter schon verbracht, während die Kollegen am Lenkrad die verschiedensten Testparcours mit dem klappernden Auto absolviert haben.

Rund 40 Mitarbeiter gehören zum sogenannten "Knister-Knaster-Team", das bei Audi Jagd auf unliebsame akustische Phänomene nimmt - Mitarbeiter aus der Qualitätssicherung gehören dazu, technische Entwickler, Spezialisten aus der Produktion, dem technischen Kundendienst und regelmäßig werden auch Mitarbeiter der Zulieferfirmen dazu geholt.

Schon acht Monate vor dem Produktionsstart eines neuen Modells beginnen die Geräuschexperten mit der "Entklapperung". Wenn das geplante Auto noch nichts weiter ist, als ein digitaler Datensatz, der virtuell im Rechner existiert, werden bestimmte Konstruktionen, Bauteil- oder Werkstoffkombinationen schon mal auf unliebsame Geräuschszenarien überprüft und quasi mit dem digitalen Ohr durchgehört. Akustik-Profis wie Peithmann erkennen aufgrund langjähriger Erfahrung bereits am Monitor, welche Materialpaarungen Geräusche verursachen würden, die niemand hören möchte. Also greifen die Geräuschanalytiker ein, diskutieren Lösungsmöglichkeiten mit den verschiedenen Fachabteilungen.

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Gnadenloser Hydropulser
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Mal wird daraufhin ein Material ausgetauscht, mal zum Beispiel ein hauchdünnes Schaumstoffpolster eingefügt. Auch in der Hardware-Phase ist das Know-how der Geräuschexperten gefragt. Sie beurteilen die Rohbaukarossen danach, ob Schweißpunkte oder Blechgeometrien Kummer bereiten könnten. Sie begleiten den Aufbau der Prototypen und prüfen diese auf Anlagen wie dem Hydropulser, der jedes Fahrzeug ziemlich gnadenlos durchrüttelt und verwindet.

Vor 20 Jahren waren Störgeräusche ein richtiges Problem für die Marke Audi, erinnert sich Peithmann. Um diesen Makel zu bekämpfen und Audis Aufstieg auf der Premiumleiter auch hier voranzutreiben, wurde das Geräuschanalyseteam an den Start gebracht. Denn es sind auch die vermeintlich kleinen Dinge, die das Fahrerlebnis mitbestimmen und positiv oder negativ ganz wesentlich mitbestimmen können.

Premium muss wie Premium klingen, ohne Klappern, ohne Schwirren - ganz gleich ob der Wagen nun mit High-Speed über deutsche Autobahnen fegt, auf einer Wüstenpiste oder einem Highway in tropischen Regionen unterwegs ist. Aus diesem Grund werden einige der Ingolstädter Geräuschetests in speziellen Klimakammern gemacht. Denn bei bestimmten Temperaturen oder bei hoher Feuchtigkeit können sich auch akustisch ganz neue Negativ-Konstellationen ergeben. Die Geräusch-Spezialisten aus Ingolstadt sind bei allen Winter- und Sommererprobungen dabei - im Schnee am Polarkreis genauso wie im Staub von Afrika.

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Klappern, Quietschen oder Klopfen
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Vor allem Kunststoffe reagieren stark auf Temperaturschwankungen. Bei minus 40 Grad sind sie spröder, das macht sie geräuschanfälliger. Bei 50 Grad plus und ausgeschalteter Klimaanlage - dehnen sich die Materialien relativ weit aus - und das heißt, sie könnten sich berühren und ebenfalls zur Quelle unliebsamer Geräusche werden.

Oft sind diese Materialreaktionen schon einkalkuliert. Trotzdem werden Vorserienmodelle von den Kontrolleuren etwa 80.000 Kilometer über Asphalt-, Sand- und Schotterpisten gejagt. Denn vor allem bewegliche Bauteile wie Türen und Dichtungen, Sitze und Sicherheitsgurte und Handschuhkästen und selbst die Lederbezüge fangen unter Umständen erst bei bestimmten Geschwindigkeiten und Straßenoberflächen mit dem gefürchteten Knarzen, Klappern, Quietschen oder Klopfen an.

Die Spezialisten dokumentieren alle Beanstandungspunkte und bewerten sie auf einer Punkteskala. Das gesammelte Wissen der Geräuschanalysten fließt nicht nur in die laufenden Fahrzeugprojekte ein, sondern wird ganz gezielt bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge herangezogen.

Damit ein Audi nicht gut in den Ohren sondern auch angenehm in der Nase ankommt, stellten die Ingolstädter zudem schon Mitte der 80er Jahre das sogenannte ""Nasen-Team" auf. Sechs Werkstoffprüfer beschnüffeln sämtliche Werkstoffe, die im Fahrzeuginnenraum zum Einsatz kommen sollen. Materialien, die die hohe Hürde der empfindlichen Geruchsprüfer nicht nehmen, werden von der Beschaffungsliste gestrichen.

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Richen als Sonderaufgabe
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Dabei ist die Tätigkeit im Nasenteam eine Sonderaufgabe. Im Alltag arbeiten die Profi-Schnüffler im Werkstofflabor der Qualitätssicherung, testen Materialien auf ihre chemischen Eigenschaften. Für das Geruchsteam wurden sie aufgrund ihrer besonders empfindlichen Riechorgane ausgewählt.

Und die gilt es zu pflegen. Wer für Audi schnüffelt, darf grundsätzlich nicht rauchen. Ein Schnupfen verhindert den Einsatz - und bei der Testarbeit darf niemand auffällige Eigengerüche verströmen: Parfum, Aftershave oder Vortages-Knoblauchduft sind absolut tabu.

Die Mitglieder des Nasenteams treffen sich täglich im Qualitätszentrum, um Bauteile - vom Cockpit über die Holz-Zierleiste bis zum ledernen Sitzbezug im Riechverfahren zu beurteilen. Dazu werden kleine Probestücke aus dem jeweiligen Teststück herausgeschnitten und in ein handelsübliches Einmachglas gelegt. Ein Ofen erwärmt die Proben zwei Stunden lang auf 80 Grad. Dann geht es an die Beurteilung. Reihum lüftet jeder Prüfer den Deckel, schnuppert kurz und schreibt seine Benotung nieder. Von "geruchlos" bis "unerträglich" lauten die Urteile auf der Notenskala.

Materialien, die bei einem Tester schlechter als mit der Note "Eigengeruch, aber noch nicht störend" abschneiden, fallen durch. So hat Leder, das nach Fischöl riecht oder eine Fußmatte, bei der Tester ein zwiebelartiges Aroma wahrnehmen, keine Chance, je in einen Audi zu kommen.

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Fotos: Hersteller

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