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Suzuki Jimny
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Suzuki Jimny  Praxistest: Suzuki Jimny

Pragmatisch, praktisch, gut



Der Suzuki Jimny zeigt sich auch nach vielen Jahren noch unverändert agil und sympathisch ehrlich. Wäre schön, wenn es mehr von seiner Art geben würde - nicht nur Kinder würde es freuen.

 
Suzuki Jimny 1.3
  
Suzuki Jimny 1.3 - Foto: Sommer Suzuki Jimny 1.3- Foto: Sommer Suzuki Jimny 1.3- Foto: Sommer Suzuki Jimny 1.3- Foto: Sommer Suzuki Jimny 1.3- Foto: Sommer Suzuki Jimny 1.3- Foto: Sommer
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Suzuki Jimny
[+] Kompakt und leicht zu parken, quirliges Handling, einfach zu bedienen, straffe Federung, super im Gelände
[-] Sitze lassen sich nicht sehr weit nach hinten verschieben, Mini-Kofferraum, hohe Lautstärke, einfache Materialien im Innenraum

Ob groß oder klein - der Zur Markenseite SuzukiSuzuki Jimny kommt an. Während Erwachsene seine Geländetauglichkeit bewundern, freuen sich Kinder über sein niedliches Auftreten und seine großen Fenster.

"Ich kann hier ja aus dem Fenster schauen", ist von einem der beiden Sitzplätze im Fond zu hören. Und tatsächlich. Anders als bei modernen Limousinen liegt die Fenster- und Schulterlinie beim Suzuki Jimny ausgesprochen niedrig, wodurch die Fenster verhältnismäßig groß erscheinen. Sitzen im hinteren Zweier-Abteil zwei Kinder auf ihren vorgeschriebenen Kindersitzen, bekommt der Begriff Fernsehen auch während der Autofahrt endlich mal wieder einen Sinn für die Kleinen. Der bei genau diesen Nachwuchsfahrern schnell zum neuen Lieblings-Spielzeugauto auserkorene Geländewagen kann aber mehr, als nur niedlich dreinschauen und große Augen machen.

Der Suzuki Jimny gilt seit jeher als typisches Förster-Auto. Robust, kompakt und vor allem geländetauglicher als nahezu jeder Soccer-Mom-Möchtegern-SUV bahnt er sich seinen Weg durch den Großstadt- und auch durch echten Dschungel. Wer ehrlich ist, würde sogar mit Blick ins recht spartanisch und mit jeder Menge leicht zu reinigendem Plastik gestalteten Interieur zugeben: Mehr als die drei Knöpfe für die drei verschiedenen Antriebsarten braucht kein Mensch in solch einem Arbeitstier.

Wozu wird ein Infotainmentsystem benötigt, wenn sowohl die Lautstärke des Motors als auch die der Lüftung ab Stufe Zwei jedwede Hoffnung auf das Lauschen aus dem Radio zunichte machen? Die drei Antriebsarten bestehen im Übrigen aus dem Zweirad-, sprich Heckantrieb, dem Allradantrieb und dem Allradantrieb inklusive Geländereduzierung. In den äußerst drehmomentstarken Genuss letzterer Antriebsvariante kommen aber wahrscheinlich nur die wirklich echten Förster und Waldarbeiter.

Was im Zweifel gar nicht schlimm ist. Denn am meisten Spaß macht der 15.590 Euro teure Winzling mit dem 1,3 Liter große und 84 PS starken Reihenvierzylindermotor eh bei leicht rutschigem Untergrund im Heckantriebsmodus. Schnell noch die Traktionskontrolle deaktiviert - und ruck zuck kommt das Heck ins Schwänzeln. Bei solch rabiater und fast schon sportlicher Fahrweise macht die Schaltpunktanzeige natürlich keinen Sinn mehr. Aber auch im Ruhepuls-Modus will das manuelle Fünfganggetriebe so schnell den nächst höheren Gang verpasst bekommen, dass es fast schon lästig wird. Na gut, irgendwie soll sich ja dem Normverbrauch von 7,1 Litern Super auf 100 Kilometern genähert werden.

Suzuki Jimny, Praxistest
Die hinteren Fenster sind zwar sehr groß, lassen sich aber nicht öffnen - praktisch bei Kindern
Suzuki Jimny, Praxistest

Wer die versprochenen 113 Liter des Kofferraums richtig zu nutzen weiß, der wird nicht viel vermissen. Zwei aufeinander und auch nebeneinander gestapelte Wasserkästen passen gerade so hinein. Sollen es bis zu 816 Liter mehr sein, müssen nur die beiden in zwei Positionen einrastbaren Rückenlehnen der zweiten Sitzreihe umgelegt werden. Um die Literangaben des LJ 80-Urahn zu komplettieren: 40 Liter fasst der Tank. Das Mini-Handschuhfach sowie die lediglich für Zeitschriften nutzbaren Türfächer dürfen an dieser Stelle einmal unbeachtet bleiben. Nett hingegen sind die Ablagefächer im Fond, wo Stifte, Getränke und bei Müdigkeit auch einfach mal der Kopf abgelegt werden können.

Eltern, deren kleine Abenteurer sich auf die Rückbank verdrückt haben, wird besonders eines freuen: Die hinteren Fenster sind zwar sehr groß, lassen sich aber nicht öffnen. Ganz im Gegensatz natürlich zu den beiden vorderen, die sich automatisch öffnen und schließen lassen - bei solch einem aufs Minimum reduzierten Kraxler keine Selbstverständlichkeit. Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit ist auch ein praktischer Nutzen aller anderen Bauteile. Obwohl: Eine so gewaltig zur Seite aufschwingende Hecktür bietet keine Vorteile. Und auch der an ihr angeschlagene Ersatzreifen dient wohl eher dem martialischen Offroad-Designgedanken als allem anderen. Zumindest haben es die Japaner geschafft, dass der die Bedienung der Heckklappe in keiner Weise erschwert.

Ebenfalls kinderleicht trotz des Dreitürer-Konzepts ist das Entern des Fonds, da sich die beiden Vordersitze dazu sehr weit nach vorn schieben lassen. In die andere Richtung schaut das leider nicht allzu gut aus. Soll heißen: Fahrer mit langen Beinen könnten in Versuchung kommen, mit genau diesen zu lenken - eng genug am Lenkrad sind sie platziert. Bis zu 1,95 Meter Körpergröße passen aber zumindest unter den Dachhimmel.

Was offenbar keinen Platz mehr im Innenraum gefunden hat, das sind festeingebaute USB-Ports. Doch warum auch, wenn es auch anders geht. Und so baumeln zwei Kabel mit USB-Stecker auf Kniehöhe aus dem Handschuhfach heraus. Pragmatisch, praktisch, gut. Auch gut ist die Übersicht und das damit einhergehende schnelle Einparken. Der kleine Wendekreis in Kombination mit der kompakten und sehr eckigen Außenhaut sowie den großen Seitenspiegeln ergeben eigentlich einen perfekten Cityflitzer. Nur eines stört dabei leider gewaltig: In nahezu jedem Parkhaus wird dem Suzuki Jimny-Fahrer schon bei der Einfahrt durch ein lautes Klacken suggeriert, dass dieser kleine Autowicht zu hoch sei. Der Grund dafür ist lang und dünn: die zu lang geratene Antenne vorne links.

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Fotos: Sommer Suzuki Jimny https://goo.gl/YVFUVT
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