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Faszination  Faszination: Nissan Armada

Size does Matter



Im 16. Jahrhundert verbreitete die spanische Armada auf den Meeren Angst und Schrecken. Ähnlich Respekt einflössend zeigt sich der Nissan Armada. Der lässt selbst einen Range Rover zum Spielzeug verblassen.

 
 Nissan Armada
  
 Nissan Armada  - Foto: Hersteller  Nissan Armada - Foto: Hersteller  Nissan Armada - Foto: Hersteller  Nissan Armada - Foto: Grundhoff  Nissan Armada - Foto: Grundhoff  Nissan Armada - Foto: Grundhoff

Zurückhaltung ist seine Sache nicht. Der Nissan Armada ist vor allem eines: mächtig. Man besteigt, ja erklimmt ihn fast und sitzt dann mit stolz geschwellter Brust auf einem wahren Luxusthron. Auf die meisten anderen Verkehrsteilnehmer kann man von oben herabsehen - so hoch sitzt man. Das ist der Armada: mächtige 5,26 Meter lang und über zwei Meter hoch.

Die Amerikaner sind schon ein seltsames Volk. Einen Geländewagen Armada zu nennen, würde sich in Europa wohl kaum jemand trauen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sieht das ganz anders aus. Und der Name Armada passt weitaus besser zu dem mächtigen Allradler als die wenig greifbare Bezeichnung „QX 56“. Dieser Schriftzug ziert das Heck des nahezu identischen Luxus-Schwestermodells aus dem Hause Infiniti.

Dabei ist auch der Nissan Armada kein müder Krieger. Nicht nur seine Dimensionen gereichen zur Ehrfurcht. Auch seine Motorisierung ist wenig zurückhaltend. Unter der behäbig nach oben aufschwingenden Motorhaube zeigt sich ein gewaltiges Triebwerk amerikanischer Herkunft.

Der 5,6 Liter große Achtzylinder leistet mächtige 315 PS und ein Drehmoment von 520 Nm. Die Laufruhe des Vierventilers ist aufreizend lässig. Neben einem Mercedes GL 450 oder einem Range Rover HSE V8 geparkt ist einer im Leerlauf nicht zu hörenen – der Armada. Innen ist das nicht anders. Den Lauf des Motors kann man nur am Drehzahlmesser verfolgen.

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Groß, größer, Armada
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Die sanft schaltende Fünfgangautomatik könnte spontaner reagieren, arbeitet jedoch dezent und durchaus stimmig im Hintergrund. Die Beschleunigung findet bei 180 km/h ein jähes, weil begrenztes Ende. Wenn er schneller wäre, müsste man wohl bei Bremsen und Steuerung nachjustieren. Denn die Verzögerungswerte würden wohl kaum zu Bestwerten reichen und die Lenkung wird ab mittleren Geschwindigkeiten zu indirekt.

Fahrdynamisch ist das Schlachtschiff schon baulich schnell an seinen Grenzen. Die hohe Schwerpunkt und die bewegten Massen haben daran dazu ebenso ihren Anteil wie die 265/70 R 18er Reifen, die in forsch gefahrenen Kurven kräftig walken und einen zu US-tauglicher Gangart animieren. Für Sicherheit sorgt dabei die Komplettausstattung mit ESP, Front-, Seiten- und Kopfairbags für alle drei Sitzreihen.

Der Kunde hat die Wahl: Der Nissan Armada ist mit Heck- und Allradantrieb zu bekommen. Schon wegen seines mächtigen Gewichts von mehr als 2,7 Tonnen sollte man sich für die deutlich bessere 4x4-Version entscheiden. Denn mit seinem kraftvollen Drehmoment und der großen Bodenfreiheit kann der Armada als Soft-SUV auch im leichten Geländeeinsatz durchaus überzeugen.

Sein Durst ist so oder so gewaltig. Je nach Lebensraum verbrennt der Nissan Armada 15 bis 20 Liter Benzin auf 100 Kilometern. Zumindest kann die neueste Nissan-Motorengeneration auch mit einer nahezu beliebigen Mischung aus Ethanol und Benzin betankt werden.

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Megavan
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Der Innenraum ist kaum weniger gewaltig als das Äußere. Die vier bzw. fünf Türen gleichen eher Garagentoren. Immerhin: Die Heckklappe lässt sich standesgemäß elektrisch öffnen und schließen. Doch Mitfahrer kleineren Wuchses würden sich solche Annehmlichkeiten auch für die vier Einstiege in den opulenten Personenbereich freuen. Doch so muss man die mächtigen Tore nach wie vor manuell öffnen und schließen.

Vorne gibt es nur zwei Sitze, doch auf der Mittelarmlehne würde wohl auch noch ein Kindersitz Platz finden. Im Fond wird es noch gewaltiger. Die erste Rückbank könnte gut und gerne auch aus einem Neoplan-Bus stammen und bietet Raum für drei Personen, die dritte Sitzreihe nochmals für zwei Personen.

Offiziell ist der Nissan Armada somit für sieben Personen ausgelegt. Doch schon aufgrund der durchweg abgedunkelten Seitenscheiben dürfte kaum auffallen, wenn zehn Personen in dem 4x4-Van Platz finden würden. Das Laderaumvolumen liegt zwischen 566 und 2.574 Litern. Wem das nicht reicht: Der Armada kann mit einer Zugkraft von gewaltigen 4,5 Tonnen eine ebensolche Schiffsflotte ziehen.

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Klapp und weg
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Damit es im Fond annehmlich ist, gibt es eine getrennte Klimaregelung, DVD-Entertainment im Dach, unzählige Ablagen und Dank 3,12 Meter Radstand eines im Überfluss: Platz. Wer die dritte Reihe nicht braucht, zieht an einem Hebel im Laderaum und die Sitze klappen flach in den Boden.

Der Sitzkomfort ist angenehm, auch wenn man sich besonders im Fond eine stärkere Konturierung der Bank wünschen würde. Wer will, kann die Sitzbank gleich gegen zwei Einzelsessel austauschen lassen. Gerade beim edlen Schwestermodell Infiniti QX 56 ist das ein gern erwähltes Extra. Preislich liegen Nissen Armada 5.6 V8 in der Basisausstattung SE sowie der Infiniti QX 56 weit auseinander und sind nach europäischen Maßstäben trotzdem unglaublich preiswert.

Es geht los bei kargen 35.230 US-Dollar für den SE - macht umgerechnet gerade einmal 26.300 Euro. Ohne Rabatte. Der prächtig ausgestattete LE mit 20 Zoll großen Alufelgen, elektrischen Ledersitzen, DVD-Navigation und KeylessGo startet bei 41.750 Dollar (rund 32.000 Euro). Noch edler ausgestattet kostet der bauähnliche Infiniti QX 56 als Allradler nahezu konkurrenzlose 55.250 Dollar (41.500 Euro). Auf dem deutschen Importmarkt wird der Infiniti QX 56 dagegen erst ab rund 60.000 Euro angeboten.

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Fotos: Grundhoff

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