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Weltspiegel  Weltspiegel: US-Automarkt nach Sandy

Blechschaden



Der Wirbelsturm Sandy richtete Schäden in Milliardenhöhe an. Während die deutschen und die US-Autobauer dennoch ihre Absätze steigern konnten, sind Importeure wie Toyota und Nissan betroffen.

 
 US-Automarkt nach Sandy
  
 US-Automarkt nach Sandy  - Foto: Hersteller  US-Automarkt nach Sandy - Foto: Hersteller  US-Automarkt nach Sandy - Foto: Hersteller  US-Automarkt nach Sandy - Foto: aaid  US-Automarkt nach Sandy - Foto: Hersteller  US-Automarkt nach Sandy - Foto: Hersteller

New York dunkel, ohne Strom. Tausende ohne Trinkwasser. Das Trauma "Sandy" wird die amerikanische Öffentlichkeit noch eine Weile beschäftigen. Der US-Automarkt widerstand dem Wirbelsturm: Trotz des Unwetters wurden im Oktober in den USA knapp 1,1 Millionen Autos verkauft. Allerdings brach der Absatz in der letzten Oktoberwoche vor allem im Nordosten der USA ein.

Mit über 225 Händlern ist Nissan in dieser Region besonders gut vertreten. Die Japaner verbuchten im Vergleich zum Vorjahr im Gesamt-Monat einen Rückgang um 3,2 Prozent auf 79.685 Autos. Hart traf es auch Toyota: Eine Halde mit 4.500 Autos in Newark wurde überflutet. Noch ist das Ausmaß der Schäden nicht bekannt. Immerhin legten die Asiaten um fast 16 Prozent zu und brachten im Oktober 155.242 Autos an den Mann. Honda konnte sich zwar über einen Zuwachs von neun Prozent freuen, aber mit 106.973 Autos wurden im Oktober weniger Modelle an den Mann gebracht, als erwartet. Wesentlich schlimmer erging es Fisker: Im Hafen von Newark brannten 16 Karmas zum Preis von je 95.000 Dollar ab.

In den deutschen Konzernzentralen sieht man "Sandy" als eher regionales Problem. Zwar ist ein Viertel aller VW-Händler von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen, aber die Wolfsburger schafften mit 34.311 Autos (22,4 Prozent mehr als im Vorjahr) den besten Oktober seit fast 40 Jahren. BMW ist traditionell stark in den USA und deswegen legten die Münchener mit 32.339 ebenfalls einen Top-Monat hin. Mercedes-Benz hat in den noblen Vororten des Nordostens seine Klientel. Dennoch verzeichnete die Marke mit dem Stern im Vergleich zum Vorjahr bei Pkws und Kleinlastern ein Plus von neun Prozent. Ganz anders Porsche legte um fast 40 Prozent zu und Audi um 14,5 Prozent.

Die amerikanischen Hersteller konnten ebenfalls mit dem abgelaufenen Monat zufrieden sein. Chrysler veräußerte im Oktober 126.185 Autos, die meisten seit 2007. Das bedeutet einen Zuwachs um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch GM freut sich mit 195.764 Verkäufen über ein Fünfjahres-Hoch. Lediglich Ford blieb mit 167.947 Modellen bei einem Zuwachs von unter einem Prozent.

Natürlich wird das Unglück auch PR-wirksam genutzt. Dodge spendet dem amerikanischen Roten Kreuz 20 Ram-Trucks. Noch sind nicht alle Trümmer weggeräumt und schon starten Ford, Chevrolet, Infiniti & Co. eine weitere Preis-Offensive, um den Menschen, deren Autos überflutet oder von umstürzenden Bäumen beschädigt wurde, den Kauf eines Neuwagens schmackhaft zu machen. GM legt noch 500 Dollar zu den bestehenden Rabatten drauf.

Die Attacke auf den Geldbeutel der Kunden ist perfekt getimt: Nach dem verheerenden Unwetter brauchen sicher einige Menschen ein neues Auto und da die Regierung schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt hat, dürften die meisten Kunden bald wieder solvent genug sein. Also scheint "Sandy" den Aufschwung des US-Automobilmarktes nicht zu stoppen.

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