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Weltspiegel  Weltspiegel: Ladeflächen-Trend

Pick me up!



In den USA sind sie Megaseller und häufiger zu sehen als zum Beispiel Rabbit-Golf und seine Kollegen. USA und Pick Up - das gehört seit Jahrzehnten zusammen. Schwappt die Welle jetzt auch nach Europa über?

 
 PickUp-Trend
  
 PickUp-Trend  - Foto: Hersteller  PickUp-Trend - Foto: Hersteller  PickUp-Trend - Foto: Hersteller  PickUp-Trend - Foto: Hersteller  PickUp-Trend - Foto: Grundhoff  PickUp-Trend - Foto: Hersteller

Ein paar Anläufe gab es schon. Immer wieder mal. Doch während die Kombi-, Sportwagen- und SUV-Welle zielsicher nach Good old Europe schwappte, tun sich die Praktiker mit der Ladefläche im Rücken in unseren Breiten nach wir vor schwer.

Dabei ist der Ford F-150 das erfolgreichste Auto jn den USA. F-150 heißt in den Nordamerika aber auch: "Die Qual der Wahl". Denn Amis Liebling gibt es unzähligen Varianten: Mit großer und kleiner Kabine, mit offener Ladefläche oder geschlossen, lang oder kurz, mit Doppelbereifung oder ohne. Zwischen 200 und 300 PS grollen unter der Motorhaube und im Innenraum der Kabine hat man alles andere als Platzangst.

Nicht anders sieht es bei dem zweiten US-Erfolgsmodell aus. Der Chevrolet Silverado gilt dem Platzhirsch Ford F-150 seit Jahren als gefährlichster Konkurrent. Auch seine Einsatzmöglichkeiten kennen kaum Grenzen.

Genau das mögen die Amerikaner. Die einen werfen ihre Arbeitskleidung auf die Ladefläche und fahren zum nächsten Starbucks-Drive-Inn, um sich einen halben Liter Kaffee zu gönnen. Mütter fahren mit den praktischen Lasteseln zum Einkaufen oder holen die Kinder ab – im hintersten Oregon ebenso, wie in Downtown L.A.

Weshalb die Dinger, die in den Vereinigten Staaten schlicht Trucks genannt werden, so gut laufen, erklärt uns Peter an einer Tankstelle in Scottsdale: "Trucks sind ungemein praktisch. Man kann mit Ihnen ins Gelände, in die Stadt und muss sich nie Sorgen machen, alles mitzubekommen." Und "wenn es sein Muss, können die Kumpels auch mal auf die Ladefläche und der Hund ist da sowieso längst zu Hause. Nicht zu vergessen ist der günstige Preis. Viele Trucks gibt es bereits ab 18.000 Dollar und Leistung haben alle", schwärmt der 42jährige aus San Diego.

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Kampfpanzer
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In Europa sieht das ganze anders aus. Die Autos sind kleiner, sogar viel kleiner und weniger ausgerichtet auf das Thema Freizeit. Wer einmal mit einem fetten Silverado in der Münchner City unterwegs war, der weiß, dass es angenehmere Vehikel für den Verkehr in der Innenstadt gibt.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz scheint nun der Trend zum Pick-Up auch in Europa vor der Tür zu stehen. Mehrere Hersteller haben in den vergangenen zwölf Monaten neue Lademeister hierzulande auf den Markt gebracht.

Besonders viel Aufmerksamkeit dabei hat der neue Mitsubishi L200 bekommen, der erfolgreichste Lastesel der vergangenen Jahre. Der L200 hat mit seinen runden, fast schon organischen Formen etwas Insektenhaftes an sich, ein unermüdliches Krabbeltier im Kampfpanzer. Er ist fünf Meter lang, bietet aber einen größeren Innenraum als der Vorgänger. Nach wie vor ist der L200 als Pickup mit Einzelkabine, als Club Cab mit Notsitzen hinten, sowie als viertürige Doppelkabine (Ladefläche 1,32 Meter) zu haben. Fahrkomfort und Fahrverhalten sind trotz der hinteren Blattfedern ordentlich. Wenig zeitgemäß ist das laut nagelnde Diesel-Aggregat. Der Commonrail-Diesel mit vier Zylindern, 2,5 Litern Hubraum, 136 PS und 314 Nm Drehmoment ist eine Eigenentwicklung von Mitsubishi.

Sein schärfster Konkurrent auf dem deutschen Markt ist der Navara von Nissan. Mit ihm wollen die Japaner nicht mehr allein die Bau- und Landwirtschaft ansprechen, sondern auch eine Alternative für die freizeitorientierte Gesellschaft bieten. Schon die Tatsache, dass sich der Nissan Navara zum großen Teil die mechanischen Komponenten mit dem Pathfinder teilt und viele seiner Komfort-Merkmale übernimmt, zeigt, dass der neue Pritschenwagen nicht nur als Arbeitstier alleine dienen soll.

Von den Maßen her spricht zunächst wenig für den Vergleich mit einem herkömmlichen Pkw: Der Navara ist je nach Ausstattungsversion zwischen 5,13 und 5,22 Meter lang, 1,85 Meter breit und hat einen Radstand von 3,20 Metern. An einem starken Leiterrahmenchassis sind die Karosserie und die Achsen montiert. Vorn gibt es Einzelradaufhängungen mit doppelten Dreiecksquerlenkern und Schraubenfedern. Hinten ist eine Starrachse mit Blattfedern verbaut. Die Mindestladeflächenlänge beim King Cab gibt Nissan mit 1860 Millimeter an. Angetrieben wird der Navara von einem 2,5-Liter-Diesel wie er auch im Pathfinder zum Einsatz kommt. Der Common-Rail-Diesel der zweiten Generation leistet 128 kW (174 PS, 403 Newtonmeter).

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Toyotas kleine Brötchen
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Toyota gilt weltweit als einer der erfolgreichsten Hersteller von PickUps. Die US-Erfolgsmodelle Tacoma und Tundra allerdings sind hierzulande nur beim spezialisierten Importeur zu bekommen. Statt ihrer muss sich die Kundschaft mit dem kantigen Hilux zufrieden geben. Auch dieser Lastesel von einst soll sich zum trendigen Lifestylemobil mit Freizeitallüren wandeln.

Der aktuelle Hilux ist mit 5,25 Metern einen halben Meter länger als sein Vorgänger. Die runde Karosserieform wirkt gleichzeitig schicker und robust. Der PickUp ist in drei Karosserievarianten zu haben. Im Vergleich zu seinen potenten US-Brüdern ist der Motor eine grenzenlose Enttäuschung. Unter der Haube strampelt sich ein 2,5-Liter Vierzylinder-Turbodiesel mühsam mit den 1,9 Tonnen Fahrzeuggewicht ab. Alle Hilux-Varianten sind mit diesem gebremsten Treibsatz ausgerüstet, der gerade mal 75 kW/102 PS leistet und ein Drehmoment von 260 Nm mitbringt. An die müden Beschleunigungswerte (18,2 Sekunden von 0 auf 100 Km/h) und 150 Km/h Spitze muss man sich erst einmal gewöhnen.

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Neue Generation
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Mazda und Ford haben ihre miteinander verwandten PickUps BT-50 und Ranger gründlich überarbeitet. Ein selbstbewusstes Äußeres, mehr Chic im Innenraum und mehr Dampf unter der Haube sollen die beiden Modelle auch außerhalb von Baustellen und Waldarbeiten platzieren.

Angetrieben wird die neue Generation von Ranger und BT-50 von einem 2,5-Liter-Turbodiesel mit vier Zylindern und moderner Common-Rail-Einspritztechnologie. Mit 105 kW (143 PS) bietet das nach Euro-4 eingestufte Triebwerk deutlich mehr Leistung.

Die Preise der zahlreichen neuen PickUp-Modelle liegen zwischen 22.000 und 30.000 Euro. Ihre Verkaufszahlen steigen trotz der Diskussionen um Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß sanft an. Die Dinger sind eben nicht nur praktisch, sondern bieten auch eine der seltenen Möglichkeiten, sich im Straßenverkehr noch von der Masse anzuheben. Das gelingt mittlerweile ja nicht einmal mehr mit einem Porsche 911 oder einer Mercedes S-Klasse.

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Fotos: Hersteller

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