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Nissan GT-R Nismo  Neuvorstellung: Nissan GT-R Nismo

Kamikaze auf Rädern



Der Nissan GT-R Nismo lässt nur wenige Wünsche offen. Und das nicht nur auf Autobahn, Landstraße oder Rennstrecke - selbst in der Stadt ist der japanische Supersportler gut aufgehoben.

 
Nissan GT-R Nismo
  
Nissan GT-R Nismo  - Foto: Hersteller Nissan GT-R Nismo - Foto: Hersteller Nissan GT-R Nismo - Foto: Hersteller Nissan GT-R Nismo - Foto: Hersteller Nissan GT-R Nismo - Foto: Hersteller Nissan GT-R Nismo - Foto: Hersteller

Japan ist ein Land der Extreme. Ob Urzeitmonster Godzilla, rassige Mangamädchen oder Autotuning à la Nismo - im Land der aufgehenden Sonne ticken die Uhren etwas anders. Da wundert es kaum, dass einer der besten Superwagen, der Nissan GT-R, wie eine Mischung aus allem ist. Seit neuestem gehört dazu auch der Punkt Werkstuning.

War der GT-R bislang eigentlich schon stark und schnell genug, so hat ihm das Team aus dem Hause Nismo ein Tuningpacket vom Feinsten beschert. Sowohl seine kantige und massige Außenhaut als auch sein Interieur haben etwas davon mitbekommen. Und nicht nur das. Auch das Herz des zuvor schon mit 404 kW/550 PS gut bestückten und ab 94.900 Euro teuren Basis-GT-R wurde überholt. Ganze 441 kW/600 PS dröhnen nun unter der mit Lufteinlässen verzierten Motorhaube.

Dass er auch in dieser verschärften Version als Viersitzer erhältlich ist, sei nur am Rande erwähnt. Denn solange kein Kind das Lenkrad übernimmt, findet sich zumindest hinter dem Fahrer für einen noch über untere Extremitäten verfügenden Menschen kein Platz. Die Beinfreiheit mit dem Wert Nullkommanix zu beschreiben wird selbst von den Ingenieuren des Allradmonsters nicht bestritten.

Nissan GT-R Nismo, Neuvorstellung
Ein Ampel-Proleten-Motoraufheulduell würde er gegen Lamborghini, R8 und Co. mit deutlichem Abstand verlieren
Nissan GT-R Nismo, Neuvorstellung

Doch das Wichtigste an dem mit 7:08.679 Minuten schnellsten Großserienfahrzeug auf der Nordschleife ist seine brachiale Fahreigenschaft. Wer zum ersten Mal in einem GT-R sitzt, ob nun Nismo oder Standard, der wird zudem feststellen, dass ein Supersportler nicht immer spartanisch ausgestattet sein muss. Leder, Alcantara, Carbon - im Inneren des Nissan GT-R Nismo fehlt es an nichts.

Na gut, ein wenig beengt fühlt sich sein Cockpit schon an. Und ein nicht nur in der Höhe, sondern auch in Längsrichtung verstellbares Lenkrad wäre schön. Eine korrekte Sitzposition in einem der beiden Recarositze aus Carbonfaser findet sich dennoch recht schnell und jeder der maximal vier Insassen kann es kaum erwarten, das Biest per Knopfdruck aus seinem Tiefschlaf zu erwecken.

Wenige Augenblicke später grollt der 3,8 Liter groß V6-Benzinmotor des Typs VR38DETT los. Allerdings macht er dies äußerst zurückhaltend. Für echte Sportwagenfans vielleicht etwas zu zurückhaltend. Ein Ampel-Proleten-Motoraufheulduell würde er gegen Lamborghini, R8 und Co. mit deutlichem Abstand verlieren. Der 600 PS-Sound klingt außen immerhin etwas giftiger als im Innenraum.

Was er in puncto Klanggewalt verliert, das holt er beim Fahren ohne Kompromisse wieder heraus. Fühlt sich seine Lenkung im Schritttempo noch ziemlich künstlich und leichtgängig an, so verändert sie ihre Charakteristik mit zunehmendem Tempo hin zu einer sehr präzisen Steuereinheit. Das regelbare Dämpfersystem zeigt schon nach wenigen Metern auf, dass es für einen ständigen Kontakt zum Boden konstruiert wurde und auch aus schnellen Kurven eine sichere Angelegenheit macht. Bei der Verzögerungskraft der Bremsanlage von der 1,6-fachen Erdbeschleunigung sind fest in den Augenhöhlen verankerte Augäpfel gefragt.

Nissan GT-R Nismo, Neuvorstellung
Das Besondere bei einem Nissan GT-R war bislang nicht die Endgeschwindigkeit, sondern der Weg dorthin
Nissan GT-R Nismo, Neuvorstellung

Liegt die Drehzahlnadel erst einmal in der Nähe der 4.000 Umdrehungen pro Minute-Markierung, geht der Nissan GT-R Nismo vorwärts, als wenn es kein Morgen gäbe. Sowohl seine 255er Vorder- als auch seine 285er Hinterreifen krallen sich in den Asphalt und treiben den 1.720 Kilogramm Renner schneller auf Landstraßentempo, als es die Lungen verkraften. Spätestens jetzt wird klar, warum echte Rennfahrer körperlich fit sein müssen. Eine offiziell gemessene Sprintzeit gibt es zwar noch nicht, doch wird sie beim 652 Newtonmeter starken Nismo voraussichtlich bei unter drei Sekunden liegen. "Bei der Höchstgeschwindigkeit werden wir vermutlich bei über 320 Kilometer pro Stunde herauskommen", verrät ein Nismo-Ingenieur.

Das Besondere bei einem Nissan GT-R war bislang aber nicht die Endgeschwindigkeit, sondern der Weg dorthin. Und der treibt beim Nismo-GT-R ein breites Lächeln ins Gesicht seiner Insassen. Ob aus dem Stand, ab Tempo 150 oder 250: Der um einen Zentimeter auf 4,68 Meter Länge angewachsene Japaner sprintet einfach los. Vorausgesetzt wird dabei allerdings eine hohe Drehzahl. Wer auf der Landstraße mit 60 Kilometern pro Stunde im Automatikmodus hinter einem Traktor festsitzt und spontan zum Überholen ansetzt, muss mit einer fast zwei sekündigen Verzögerung rechnen bis das Sechsgang-Automatikgetriebe aus einem der hohen Gänge in den zweiten Gang gefunden hat. Da hilft nur selbst Handanlegen und das Getriebe kurz zuvor manuell aufzuwecken.

Der Nissan GT-R Nismo muss sich aber nicht nur mit Landstraßen und Autobahnen zufrieden geben. Neben seiner verstellbaren Federung, die ihn auch für Stadtfahrten qualifiziert, ist seine eigentliche Heimat die Rennstrecke. Aus diesem Grund bietet Nissan seinen ab kommenden Sommer erhältlichen Nippon-Bomber mit einem optionalen Track-Package an. Der Carbonheckspoiler ist dann verstellbar und kleine Aerodynamikteile, die im Straßenverkehr nicht erlaubt sind, können beim Besuch auf einer Rennstrecke mit wenigen Handgriffen installiert werden.

Gleichzeitig fallen die beiden Notsitze im Fond komplett heraus und machen zum einen den Weg frei für die Befestigung eines Fünfpunktgurtes. Zum anderen sorgt das für eine Gewichtsersparnis von nochmals 60 Kilogramm.

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Fotos: Hersteller Nissan GT-R Nismo http://goo.gl/2GC15c
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