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Mazda CX-9   Neuvorstellung: Mazda CX-9

Tatendrang



In Deutschland wartet man noch auf den Mazda CX-7. Der sportliche SUV-Konkurrente für BMW X3 und Toyota RAV4 soll im Herbst kommen. In den USA dagegen ist Mazda längst weiter und hat den CX-9 gestartet.

 
Mazda CX-9
  
Mazda CX-9  - Foto: Grundhoff Mazda CX-9 - Foto: Grundhoff Mazda CX-9 - Foto: Grundhoff Mazda CX-9 - Foto: Grundhoff Mazda CX-9 - Foto: Grundhoff Mazda CX-9 - Foto: Grundhoff

Noch steht nicht fest, ob der 5,05 Meter lange Mazda CX-9 als Nachfolger des MPV überhaupt nach Europa kommen wird. Wäre schade drum, denn der große Bruder des CX-7 ist ein echter Hingucker, mächtig variabel und ein ernsthafter Konkurrent von Audi Q7, Mercedes GL, BMW X5 oder Lexus RX 350.

Das Design orientiert sich stark an dem betont dynamisch positionierten CX-7. Der flache, fast schon coupéartige Vorderwagen macht einem im Rückspiegel zunächst kaum Angst. Erst wenn der Japaner näher und näher kommt, wird man auf die Dimensionen aufmerksam. Die Kotflügel sind kraftvoll herausgearbeitet, der Radsatz eindrucksvoll (Serie 18 Zoll, optional 20 Zoll) und der 2,87 Meter lange Radstand lässt vermuten, dass für die Passagiere im Innenraum kaum Beklemmung aufkommen dürfte.

Wenn gewünscht, haben in ihm bis zu sieben Personen Platz. Ähnlich wie bei den direkten Mitbewerbern aus Europa, Amerika und Asien ist die dritte Sitzreihe für den Nachwuchs eine feine Sache und die Fahrt zum Football-Training der Kinder wird in den Imagebroschüren denn auch gerne ausführlich erwähnt. Ändert jedoch nichts daran, dass auch der CX-9 nur mit viel gutem Willen als vollwertiger Siebensitzer angesehen werden kann.

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Zoom-Zoom
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Besser eignet er sich für vier oder fünf Passagiere. Und für den Notfall klappt man dann einfach die dritte Reihe aus. Die Fondpassagiere genießen ansonsten viel Freiheit für Kopf, Beine und Schultern. Mit dem optionalen DVD-Entertainmentsystem im Dach reduzieren sich die Beschwerden ("Mir ist langweilig") auf ein Minimum. Angenehm: auch im Fond lässt die die Temperatur separat regeln. Die Sitze bieten guten Langstreckenkomfort. Etwas mehr Seitenhalt wäre schön und das Cockpit hat den Sprung ins dritte Jahrtausend noch nicht ganz geschafft. Gegen die starke Konkurrenz muss Mazda hier noch etwas tun.

Mazda geht seit Jahren einen konsequenten Weg zu mehr Sportlichkeit und Dynamik. Klangen die Parolen bei den ersten Modellvorstellungen von Mazda 3 und Mazda 6 noch wie das Pfeifen im Walde, so haben sich die Japaner mittlerweile zu einer echten Designmarke gemausert. Die Verarbeitung ist prächtig, die Preise standesgemäß und die nötige Portion Tatendrang ist bei der Zoom-Zoom-Familie sowieso mit an Bord.

Ist der kleine CX-7 mit einem 260 PS starken Vierzylinderturbo sehr ambitioniert unterwegs, lässt es der Neuner etwas ruhiger angehen. Statt der vier Brennkammern mit 2,3 Litern Hubraum sind es bei ihm standesgemäße 3,5 Liter, sechs Zylinder mit 265 PS und garantiert kein Turboloch. Der 24-Ventiler zieht kraftvoll durch und fährt sich etwas zurückhaltender als der CX-7, der deutlich bissiger am Gas hängt und jedem Pedaldruck mit einem forschen Antritt quittiert. Das Triebwerk stammt aus dem Hause Ford, wo es unter anderem den neuen Ford Taurus antreibt.

Der Wunsch nach mehr Leistung kommt Dank 338 Nm maximalem Drehmoment bei 4.500 Touren zumindest auf den amerikanischen Highways kaum auf. Und gerade für diese Straßen wurde der CX-9 entworfen. Die Sechsgang-Automatik von Aisin kann in Verbindung mit dem hohem Fahrzeuggewicht jedoch nicht ohne Einschränkung überzeugen. Insbesondere der vergleichsweise weiche Wandler vermittelt das Gefühl, dass der Mazda nicht direkt am Motor hängt.

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Halbherziger Antrieb
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Den Durchschnittsverbrauch geben die Japaner je nach Fahrbetrieb mit 10 bis 14 Litern pro 100 Kilometern an. Im gesunden Drittelmix sollte der Allradler daher mit rund 12 Litern auskommen. Für den Spurt von 0 auf 100 km/h benötigt der über zwei Tonnen schwere CX-9 knapp zehn Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit dürfte real bei über 190 km/h liegen. Auf dem US-Highway wäre das nicht ohne Risiko herauszufinden gewesen.

Der Allradantrieb des Mazda CX-9 kann ebenso wenig überzeugen wie der bei den anderen Mazda-Modellen CX-7 oder Mazda 6 MPS. Nur halbherzig wird einem auf normaler Straße vorgegaukelt, in einem Allradler unterwegs zu sein. Jedoch geht der Großteil der 265 PS auf die Vorderachse. Erst wenn die vorderen Räder an Grip verlieren, wird ein Teil der Motorleistung - mit zu viel Verzögerung - an die Hinterachse gebracht. Gerade wer sportlich unterwegs ist, wird sich dort mehr Leistung wünschen.

Die meisten SUV-Fans wird dieses Manko jedoch kaum stören. Federung und Dämpfung passen in ihrer komfortablen, aber nicht allzu weichen Abstimmung gut zu einem SUV der Oberklasse. Die Sicherheitsausstattung ist gewohnt komplett. ESP, Front-, Kopf- und Seitenairbags, ABS sowie ein zusätzlicher Überschlagschutz schützen im Falle des Falles vor dem schlimmsten. Für zusätzliche Sicherheit bringen Xenonlicht und Nebelscheinwerfer Licht ins Dunkel.

Das nur mit Frontantrieb ausgestattete Basismodell Mazda CX-9 startet bei 29.500 US-Dollar. Der komplett ausgestattete CX-9 Grand Touring mit mächtigen 20 Zöllern kostet gerade mal 39.500 US-Dollar. Für einen solchen Preis hätte das asiatische Dickschiff auch in Europa eine gute Chance, der etablierten Premiumkonkurrenz Angst zu machen.

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Fotos: Grundhoff

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