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Hintergrund  Hintergrund: Gefährdete Hersteller

Absturzgefahr



Chrysler ist nun auch offiziell insolvent. General Motors und seinem deutschen Ableger Opel droht ähnliches. Doch nicht nur dort sieht es düster aus. Auch eine Reihe anderer Hersteller wackeln bedenklich. Ein Überblick.

 
 Gefährdete Hersteller
  
 Gefährdete Hersteller  - Foto: aaid  Gefährdete Hersteller - Foto: Hersteller  Gefährdete Hersteller - Foto: Hersteller  Gefährdete Hersteller - Foto: Jürgen Wolff  Gefährdete Hersteller - Foto: Hersteller  Gefährdete Hersteller - Foto: Zaumseil

Das Entsetzen war groß, als die Daimler AG vor ein paar Tagen ihr Ergebnis aus dem ersten Quartal 2009 präsentierte: 1,3 Milliarden Verlust. Auch BMW oder Audi jammern, können sich aber eigentlich kaum beschweren - viele andere Hersteller können von solchen Zahlen nur träumen.

Fast schon am Boden etwa präsentiert sich in diesen Tagen der einst ruhmreiche GM-Konzern. Bei General Motors, bis vergangenes Jahr größter Automobilhersteller der Welt, versteht man im Jahr eins nach dem 100. Geburtstag die Welt nicht mehr. Obwohl die ersten Gaben der US-Regierung bereits in Milliardenhöhe geflossen sind, ist kein Licht am Ende des Tunnels auszumachen.

Der Mehrmarkenkonzern, zu dem unter anderem Tochterfirmen wie GMC, Pontiac, Cadillac, Chevrolet, Opel, Vauxhall, Holden, Saturn, Hummer, Buick und Saab gehören, muss sich verschlanken. Längst steht fest, dass mittelfristig nicht alle Marken in dem GM-Konstrukt überleben werden. Die Dauerpatienten Saab, Saturn, Pontiac und Hummer haben keine Zukunft. Über Pontiac ist das Todesurteil bereits offiziell gefällt.

Bei den anderen auf der Liste werden hinter den Kulissen bereits seit Monaten Investoren gesucht - bisher ohne Erfolg. Daher sollen bei General Motors in einem nächsten Schritt knapp 50.000 Mitarbeiter entlassen und eine Reihe von Werken geschlossen werden.

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Abspaltung akzeptiert
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Fest steht bereits jetzt, dass die bei der US-Regierung eingeforderten 30 Steuer-Milliarden nur über die gröbsten Probleme der nächsten Jahre hinweghelfen könnten. Einige Marken müssen einfach weg. Saab und Hummer, seit Jahren mit einer wenig innovativen Produktpalette unterwegs, sind chancenlos. Auch Saturn und Buick bekommen innerhalb des Konzerns immer mehr Gegenwind. Und es ist längst Verhandlungssache, dass GM eine Abspaltung von GM Europe bzw. den Einzelmarken Opel, Vauxhall und Saab akzeptiert.

Die Zeiten für die skandinavischen Autohersteller könnten wahrlich besser sein. Auch bei Volvo, Aushängeschild der Ford Premium Group, geht wenig. Ähnlich wie bei Opel ist es keineswegs so, dass Volvo in den vergangenen Jahren schlechte Autos gebaut hätte. Doch der Betrieb der Produktionsanlagen ist vergleichweise teuer, die Auslastung allenfalls mittelprächtig und die starke Premiumkonkurrenz hat deutlich lauter getrommelt. Zudem ist die Zahl der gemeinsamen und somit Kosten einsparenden Entwicklungen zwischen Ford und Volvo vergleichsweise gering.

Daher ist die US-Mutter, die Ford Motor Company, nicht abgeneigt, Volvo zu veräußern. Doch auch hier sind die Interessenten rar gesät. Die ersten beiden Runden wurden ergebnislos geschlossen. Auch den lange Zeit favorisierten chinesischen Konzernen ist der schwedische Hersteller mittlerweile zu heiß. Zumindest in einer Hinsicht kann man sich bei Ford die Hände reiben: Jaguar und Land Rover wurden vor einem Jahr noch nach Indien verkauft. In heutigen Zeiten wären die damals bei Tata erzielten Preise für die beiden noblen Ford-Töchter nicht zu verwirklichen. Auch der Verkauf von Aston Martin fand noch unter deutlich leichteren Rahmenbedingungen statt.

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Tradition hilft Marke
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Die Marke, die zuletzt vom deutschen Markt verschwand, war vor mehr als einem Jahr SsangYong, die über die Kroymans-Gruppe vertrieben wurden. in den Jahren zuvor erwischte es Isuzu und MG/Rover, die nach dem Ausstieg von BMW den Boden unter den Füßen verloren.

Eine Vorhersage, wer als nächster vom Karussell fällt, ist schwer. Da die schwächelnden Marken zumeist über einen traditionsreichen Namen verfügen, dürften sie kaum völlig vom Markt verschwinden, sondern in einem anderen Konzern aufgehen.

Dass diese Konzerne nicht immer Autoproduzenten sein müssen, zeigt der Fall Chrysler. Von Daimler ausgemustert, kamen sie vor Jahren bei der Cerberus Gruppe, einem Finanzkonzern, unter. In Sachen Modellpolitik hat sich seither weder in den USA noch in Europa nennenswertes getan. Denkbar ist nach wie vor, dass sich die Chrysler-Gruppe ebenfalls einzelner Marken entledigt und sich zum Beispiel nur noch auf die Kernmarken Chrysler und Jeep konzentriert. Schließlich gilt es auch die Kooperation mit Fiat mit Leben zu füllen.

Bei den Italienern laufen nach wir vor Überlegungen, wohin es mit der Marke Lancia gehen soll. Auch ihre Zukunft scheint alles andere als sicher.

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Rückzug aus Märkten
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Ncht nur die Hersteller mit amerikanischen Wurzeln haben derzeit wenig Spaß. Auch Toyota, einst Vorzeigekonzern aus Japan und mittlerweile Nummer eins der Autoproduzenten, strauchelt und muss Stellen streichen - vielleicht sogar Werke schließen.

Gerade auf imageträchtigen Einzelmärkten wie dem deutschen ist es deshalb nicht ausgeschlossen, dass sich die angegliederte Kleinwagenmarke Daihatsu zurückzieht. Das Milliardengrab Lexus könnte aus Kostengründen ebenfalls von einigen Märkten verschwinden.

Hersteller wie Honda oder Mitsubishi drehen beim Blick auf die einzelnen nationalen Märkte ebenfalls bereits jeden Cent doppelt um. Nach Absagen von Messeteilnahmen und dem Einfrieren von Projekten scheint es nicht ausgeschlossen, sich aus einzelnen Ländern komplett herauszuziehen.

Das steht beim Wolfsburger Großkonzern nicht auf dem Plan. Seat, lange Zeit ein heiß gehandelter Übernahmekandidat, scheint angesichts des europäischen Drangs zu kleineren Autos wieder Oberwasser bekommen zu haben. Hier dürfte ein Verkauf zunächst einmal von Tisch sein. Doch sollen die baulichen und entwicklungstechnischen Verwandtschaften zwischen den einzelnen VW-Marken noch größer werden. Das gilt für Kleinprojekte wie den VW Up bis hin zu den PS-starken Lambo-Sportwagen.

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Fotos: Zaumseil

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