Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland
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Jeep Grand Cherokee  Neuvorstellung: Jeep Grand Cherokee 5.7

Aushängeschild



Der Grand Cherokee ist seit Anfang der 90er Jahre das Aushängeschild der Marke Jeep. In den USA startete der neue Indianer vor ein paar Monaten erfolgreich. Jetzt kommt er auch nach Europa.

 
Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland
  
Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland- Foto: Hersteller Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland- Foto: Hersteller Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland- Foto: Hersteller Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland- Foto: Grundhoff Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland- Foto: Grundhoff Jeep Grand Cherokee 5.7 HEMI Overland- Foto: Grundhoff
[+] Gute Fahrleistungen, komplette Sicherheitsausstattung, gutes Platzangebot, guter Preis, stark im Gelände
[-] Hoher Verbrauch, Nick- und Wankbewegungen, schwache Bremse
Chrysler verliert sich im Lancia-Wirrwarr. Modelle wie 300 C, 200 und Voyager werden in Europa künftig das Lancia-Logo tragen. Ähnliche Eskapaden haben General Motors in den USA an den Rand des Abgrunds gebracht. Zumindest Jeep, die traditionsreiche Allradmarke mit urwüchsigen US-Genen, bleibt aber das, was sie immer war: In diesem Sommer kam in den USA der überfällige Nachfolger des Topmodells Grand Cherokee auf den Markt. Der 4,83 Meter lange Neuling ist rundlicher, europäischer und teilt sich seine Gene mit der aktuellen Mercedes M-Klasse. Wenn das kein Erfolgsgarant ist.

An das deutlich organischere Außendesign des neuen Jeep Grand Cherokee kann sich der Offroad-Fan schnell gewöhnen. Noch erinnert der Indianer aus Detroit deutlich genug an den Vorvorgänger, der weltweit zum Bestseller avancierte.

Dabei ist beim neuen Aushängeschild der Jeep-Produktpalette optisch und technisch fast keine Schraube an der anderen geblieben. Wertiger Innenraum, zahlreiche Assistenzsysteme und ungewohnte Komfortdetails setzen Maßstäbe - die Verantwortlichen für die Marke scheinen bei den Kunden gut zugehört zu haben. Entstanden ist der Jeep Grand Cherokee noch in enger Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz.

Am angenehmsten setzt sich der Innenraum in Szene. Nicht, dass Armaturen und Verkleidungen keinen Spielraum mehr bis zur Premiumliga ließen. Doch der Grand Cherokee des Modelljahres 2011 zeigt sich ungleich wertiger als bisher. Je nach Ausstattungsvariante gibt es elektrische Ledersitze mit Heiz- und Kühlelementen. Die Sitze sind bequem und langstreckentauglich – könnten jedoch etwas üppiger dimensioniert sein. Der um rund 13 Zentimeter gewachsene Radstand (2,92 Meter) macht sich angenehm bemerkbar. Im Fond sitzt es sich trotz großzügiger Platzverhältnisse dagegen nicht so entspannt wie erwartet.

Offroad muss sein

Übersichtich und problemlos zu bedienenist das neue Jeep-Cockpit, das ähnlich in den neuen Modellen des Chyrsler Voyager und Dodge Durango zu finden ist. Das dicke Multifunktionslenkrad greift sich gut und die Bedienmodule liegen dort, wo sie hingehören. Elektrische Heckklappe, Keyless Go, beheizbares Lenkrad, 110 V/220 V Stromanschluss im Fond und ein großer TV-/DVD-Bildschirm für die Passagiere in der zweiten Reihe lassen völlig neue Komfortgefühle in einem Jeep aufkommen. Wer die Heckklappe öffnet, dem stehen bis zu 1.950 Liter Stauraum zur Verfügung.

Doch nicht nur in Sachen Komfort hat der Jeep Grand Cherokee aufgerüstet. Bei Sicherheitsausstattung und Assistenzsystemen hat der Amerikaner ebenfalls deutlich nachgelegt. Abstandstempomat, Überholassistent, Kollisionswarnung, Fernlichtautomatik und ein spezielles Fahrprogramm für Anhängerbetrieb spülen in ihn eine Liga mit den besten europäischen Konkurrenten.

Dort hat sich der Jeep offenbar auch die Luftfederung und einen Fahrprogrammschalter abgeschaut, der an das Terrain-Response-System vom Range- und Land Rover erinnert. So kann je nach Einsatzmöglichkeit nicht nur die Bodenfreiheit, sondern auch das Fahrprogramm gewechselt werden. Schließlich will der Grand Cherokee auch weiterhin zu den besten im Gelände gehören. Maximal hat der amerikanische Bruder der Mercedes M-Klasse eine Bodenfreiheit von 27 Zentimetern.

Zumindest bei der US-Abstimmung fallen jedoch die spürbaren Nick- und Wankbewegungen sowie eine nervöse Hinterachse auf, die Fahrbahnunebenheiten spürbar an die Passagiere im Fond weitergibt. Ein Grund sind die serienmäßigen 20-Zöller der Edelvariante "Overland". Schwach und schwer zu dosieren zeigen sich die Bremsen des US-Modells. Die europäisch Variante soll hier eine geänderte Bremsanlage bekommen.

Diesel für Europa

Auf dem US-Markt wird der Jeep Grand Cherokee aktuell mit den Benzinmotoren 3.6 V6 und 5.7 V8 angeboten. Topmodell bleibt der 5.7 HEMI Overland, der seine Insassen Dank 268 KW/360 PS und 520 Nm Drehmoment mit kraftvollem Tatendrang in die Sitze presst. Bei Tempo 200 wird in den USA abgeregelt. Der Achtzylinder hat erwartungsgemäß Kraft in allen Lebenslagen und überzeugt mit einem angenehmen Geräuschniveau, das durch die Dämmglasscheiben nochmals unterstützt wird.

Die serienmäßig bei allen Modellen verbaute Fünfgang-Automatik arbeitet ordentlich, liegt jedoch nicht auf einer Höhe mit den aktuellen Getriebevarianten mit mehr Fahrstufen. Das ist jedoch mittelfristig geplant, wenn der Jeep Grand Cherokee Ende des Jahres auch auf den deutschen Markt kommt. Mit einem Durchschnittsverbrauch von rund 15 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern dürften sich allerdings in Europa nur die wenigsten Kunden anfreunden.

Ab dem Frühjahr kommenden Jahres wird daher in Europa eine europäische Dieselversion verfügbar sein, die mit rund 45.000 Euro auf dem Niveau des aktuellen Jeep Grand Cherokee 3.0 CRD liegen dürfte.

Der Basispreis für das US-Modell des allradgetriebenen Jeep Grand Cherokee 3.6 VVT Laredo mit 284 PS liegt bei 32.215 Dollar. Das Topmodell 5.7 HEMI Overland bietet für 41.120 Dollar eine Komplettausstattung, die kaum noch Wünsche offen lässt. Im kommenden Jahr soll zunächst in den USA die Sportversion Grand Cherokee SRT-8 mit knapp 500 PS nachgeschoben werden.

 Text: Stefan Grundhoff, Los Angeles Eine eMail an Stefan Grundhoff schickenStand: 18.11.2010
 Fotos: Grundhoff Auf Artikel linken
  
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