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Autoklassiker  Autoklassiker: Willys MB

Kraxler für G.I. Joe



Vor 70 Jahren nahm eine Offroad-Legende ihren Anfang: Die Geschichte des Jeep Willys MB ist altbekannt, aber wie fährt sich das Eisenschwein der Army eigentlich? Erstaunlich einfach.

 
 Willys MB
  
 Willys MB  - Foto: Viehmann  Willys MB - Foto: Viehmann  Willys MB - Foto: Hersteller  Willys MB - Foto: Viehmann  Willys MB - Foto: Viehmann  Willys MB - Foto: Viehmann

"Rekrut, starten Sie den Wagen!" – "Sorry, Sergeant, ich habe den Schlüssel verloren!" Solch ein Dialog wäre im Kampfgetümmel an der Front natürlich ziemlich peinlich. Deshalb braucht man keinen Schlüssel, um das berühmteste Militärfahrzeug aller Zeiten zu starten, nur ein bisschen Feingefühl in den Zehen: Der linke Fuß steht auf der Kupplung, die rechte Fußspitze tritt auf den Starterknopf im Fußraum und die rechte Ferse gleichzeitig leicht aufs Gaspedal. Schon ist er dienstbereit, der Willys Jeep der U.S. Army.

Unter der Haube des Originals von 1944 rumort der 2,2 Liter große Vierzylindermotor mit dem Spitznamen "Go-Devil" vor sich hin wie ein Spieß bei der Grundausbildung. Das urwüchsige Aggregat mit den seitlich stehenden Ventilen leistet stramme 61 PS und war der Hauptgrund dafür, weshalb die Armee 1941 nach einer Ausschreibung während des Zweiten Weltkriegs das Modell von Willys-Overland auswählte. Nach dem Prototypen namens Quad und dem ersten Modell Willys MA folgte noch im selben Jahr der verbesserte MB, von dem mehr als 360.000 Fahrzeuge und noch einmal 280.000 weitere von Ford in Lizenz gebaut wurden.

Wer gewohnheitsmäßig den ersten Gang links oben sucht, fährt im Jeep erst einmal rückwärts – man muss den knochigen Schalthebel nach links unten rammen, damit es losgehen kann. Den zweiten Gang sollte man mit viel Gefühl einlegen, auch wenn der Jeep schon über den Luxus eines synchronisierten Getriebes verfügte. Im dritten und letzten Gang sind auf ebener Straße rund 100 km/h drin. Überraschend gering ist der Lenkaufwand des Jeep. Selbst wenn sich ein Soldat ein paar Tage lang nur von Notrationen ernähren muss, bleibt genügend Kraft übrig, um das dürre Steuer herumzureißen.

Der Allradantrieb wird mit zwei Hebeln bedient. Der linke schaltet mechanisch die Vorderachse hinzu oder koppelt sie vom Antrieb ab, mit dem rechten Hebel wechselt man in die Geländeuntersetzung. Damit kann der Jeep Steigungen bis zu 60 Prozent überwinden. So trug er Soldaten bis in den hintersten Winkel des Erdballs und diente mit ein paar Umrüstungen bei Bedarf auch als Krankenwagen oder fahrbare Waffenplattform.

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Aus allem das Beste
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An der Front ist Improvisation gefragt, und selbst im nackten Jeep kann man aus allem das Beste machen. So gesehen ist der Wagen voll ausgestattet: Die Klimaautomatik besteht darin, dass sich das Cockpit-Ambiente automatisch dem Klima anpasst. Im Winter ist es eiskalt, im Monsunregen hält das notdürftige Klappverdeck den Regen nicht wirklich ab und in der Wüstensonne kann man Schlangen auf der Motorhaube grillen.

Der Scheibenwischer verfügt über eine stufenlos variable Geschwindigkeit, denn der Fahrer muss seinen Kameraden nur mit "Schneller" oder "Langsamer" anbrüllen – der Beifahrer bedient die Wischer nämlich per Handkurbel. Sogar an praktische Ablagen hat die U.S. Army vor 70 Jahren gedacht, zwischen Lenkrad und Windschutzscheibe kann der G.I. sein Gewehr verankern. Für die Lucky Strikes gibt es ja noch genügend Platz am Helmband der Soldaten.

Eine Betriebsanleitung des Wagens sucht man im Handschuhfach vergeblich, was aber nicht weiter schlimm ist, denn auf dem Deckel ist ein Blechschild mit einer idiotensicheren Bedienungsanleitung montiert. Neben dem Schaltschema sind die Funktion des Allradgetriebes und der Hinweis eingestanzt, auf trockener Asphaltfläche den Frontantrieb abzukuppeln.

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Pannenservice an Bord
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Und weil im Dschungel Borneos der ADAC manchmal etwas länger braucht, hat der Jeep seinen eigenen Pannenservice an Bord. Am Heck warten Ersatzrad und Reservekanister, an der linken Seite Schaufel und Spitzhacke zum Freischaufeln. Wer als Sonderzubehör zwei weitere G.I.s ordert, hat sogar eine Funktion, die Marketing-Strategen heutzutage wahrscheinlich "Easy Extract" nennen würden: Mit vier Handgriffen und dicken Muckis kann man den Karren buchstäblich aus dem Dreck ziehen, falls man sich doch einmal festgefahren hat. Trotz seiner bescheidenen Abmessungen (3,1 mal zwei Meter) und der nur rudimentär vorhandenen Karosserie ist der Willys-Overland MB allerdings kein Leichtgewicht, er bringt satte 1113 Kilogramm auf die Waage.

Wie viele der hunderttausenden Jeeps die Kriege des 20. Jahrhunderts überstanden haben, ist unbekannt. Jeep-Historienexperte Brandt Rosenbusch schätzt, dass noch mindestens 20.000 Fahrzeuge existieren. Die genaue Zahl ist auch deshalb schwer zu ermitteln, weil viele Army-Jeeps Nachbauten sind. "Man kann praktisch alle Teile dafür auf dem Sammlermarkt kaufen", sagt Rosenbusch.

Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Jeep mit ersten Testfahrzeugen für die Rückkehr ins zivile Leben vorbereitet. Willys-Overland produzierte schließlich ab Juli 1945 die Version CJ (Civilian Jeep). Sie hatte ein besseres Verteilergetriebe, größere Scheinwerfer und ein seitlich statt hinten angebrachtes Reserverad. Die Aufgaben des Allradlers richteten sich nun nach dem Motto "Schwerter zu Pflugscharen": Statt Maschinengewehren gab es einen Zapfwellen-Nebenantrieb, an dem Farmer landwirtschaftliche Geräte anschließen konnten.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann

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