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Toyota Auris 1.33  Fahrbericht: Toyota Auris 1.33

Gut zugehört



Als Toyota 2007 den Auris auf den Markt kam, sollte er vor allem Gölfe jagen. Davon ist längst keine Rede mehr: Der Auris dümpelt hierzulande eher im Mittelfeld. Eine Modellpflege soll nun helfen.

 
Toyota Auris 1.33
  
Toyota Auris 1.33 - Foto: Hersteller Toyota Auris 1.33- Foto: Hersteller Toyota Auris 1.33- Foto: Hersteller Toyota Auris 1.33- Foto: Hersteller Toyota Auris 1.33- Foto: Hersteller Toyota Auris 1.33- Foto: Hersteller
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Toyota Auris (2007)
[+] Ordentliches Raumangebot auf allen Plätzen, einfach zu bedienen, exaktes Getriebe, Start-Stopp-Automatik, guter Federungskomfort, hochwertige und haptisch angenehme Materialien innen, gute Verarbeitung, sicheres Fahrverhalten, hohes Sicherheitsniveau
[-] Schwache Motorleistung, vorne wenig übersichtlich, keine Kleiderhaken

Globalisierung hin oder her: Mit dem "Weltauto" will und will es nichts werden. Schon 1993 versprach Ford mit dem ersten Mondeo ein Auto, dass sich ohne große Änderungen rund um den Globus verkaufen sollte. Das versprach riesige Stückzahlen und deutlich weniger Kosten. Spätestens bei der zweiten Mondeo-Generation war vom "Weltauto" schon längst keine Rede mehr. Jetzt hat auch Toyota dazu gelernt. Der Auris, bei der Markteinführung 2007 von den Japanern auch als Weltauto geplant, zielt in der nun frisch modellgepflegten Version wieder viel genauer auf die einzelnen Märkte.

Besonders deutlich ist das beim Fahrwerk zu merken. "Wir haben es für Europa neu und individuell abgestimmt", sagt Bruno Reinke, bei Toyota Europa für die Antriebe verantwortlich. Zu unterschiedlich sind die Hintern dieser Welt. Und sie Straßen. "Wir können nicht mit derselben Abstimmung über die Schotterpisten Südamerikas und die gut ausgebauten Straßen etwa in Deutschland." Entsprechend straffer eingestellt sind nun die für Europa bestimmten Auris-Versionen - was dem Kompaktauto nur gut tut. Der Federungskomfort kommt auch mit Straßen gut klar, die eher an Südamerika als an Europa denken lassen. Dennoch geht er fesch und stabil um die Kurven, ganz ohne jedes Schwabbeln.

Das Fahrwerk ist nicht das Einzige, an dem die Japaner zusammen mit ihren europäischen Kollegen gefeilt haben. "Wir haben sehr genau hingehört, was unsere Kunden und die Medien an Verbesserungsvorschlägen für den Auris hatten - und das meiste umgesetzt", sagt Alain Uyttenhoven, Toyotas Vizepräsident in Europa.

Beim Innenraum zum Beispiel. Da hatte Toyota ziemlich Prügel bezogen für die nicht gerade wertig anmutenden Materialien. Beim aufgefrischten Auris dürfte diese Kritik verstummen: Das Armaturenbrett macht mit den Soft-Touch-Oberflächen über den Armaturen und am Handschuhfach einen angenehm erfühlbaren Eindruck.

Bei den Materialien alleine ist es nicht geblieben. Die Ablage auf der Mittelkonsole haben die Japaner um fünf Zentimeter aufgestockt, damit auch durchschnittlich gewachsene Mitteleuropäer sie bequem als Armlehne nutzen können. Das lederbezogene Lenkrad bekam überarbeitete Knöpfe für die Fernbedienung der wichtigsten Funktionen und wurde unten abgeflacht - es macht damit nicht nur einen sportlicheren Eindruck, es erhöht auch den Sitz- und Einsteigekomfort.

Neue Farben in den Anzeigen des Kombinationsinstrumentes machen es leichter und angenehmer ablesbar. Die schon im Vorgänger frei tragende Mittelkonsole bekam ebenfalls eine optische Überarbeitung. Verblüffend, dass bei so viel Interesse selbst für kleine Kundenwünsche offensichtlich niemand daran gedacht hat, an den hinteren Haltegriffen billige Kleiderhaken anzubringen - Jacken fliegen zwangsläufig auf der Rückbank oder im Kofferraum bei jedem Bremsmanöver herum.

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Markantere Optik
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Auch außen hat sich einiges getan an Retuschen. In der Länge hat der Auris um 25 mm zugelegt und kommt nun auf 4245 mm insgesamt - fast fünf Zentimeter mehr als der VW Golf. Zugute kommt der leichte Zuwachs beim Auris aber nicht den Passagieren - vielmehr sind die Überhänge vorne und hinten wegen der überabeiteten Achskonstruktionen etwas größer ausgefallen. Die Motorhaube bekam ein neues, markanteres Profil, die Nebelleuchten wurden in einem neu gestalteten Frontspoiler weiter nach außen versetzt, der untere Kühllufteinlass verbreitert, der Kühlergrill horizontal deutlicher strukturiert und in Wagenfarbe lackiert.

Die Blinker sind nun in die Seitenspiegel integriert, die Scheinwerfer markanter auf sportliche Spot-Optik getrimmt. Hinten sollen weit nach außen gezogene Stoßfänger dem Heck mehr Breite und Solidität verschaffen. In den neu gestalteten Rückleuchten dominieren nun zwei runde Elemente. Chrom gibt es auch noch: Eine schmale Leiste zieht sich über dem Kennzeichen.

All das macht aus dem bislang optisch eher als dröge eingestuften Auris noch nicht das emotional aufwühlende Designerlebnis - besser als vorher ist es allemal. Und da die Zielgruppe, die Toyota für seinen Kompakten fest im Blick hat, eher auf Gediegenes als auf wilde Experimente setzt, dürften die Japaner mit ihrer Zurückhaltung so falsch nicht liegen.

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Gefühltes Warten
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Vorrangig für diese Klientel ist auch der kleinste Motor gedacht, den Toyota für den Auris anbietet. Der kompakte 1,33-Liter-Benziner wurde zur Modellpflege ebenfalls leicht überarbeitet. Er weist ein für Benzinmotoren ungewöhnlich hohes Verdichtungsverhältnis von 11,5:1 auf und steigert so den thermischen Wirkungsgrad. 73 kW/99 PS Leistung sind die Folge und ein Drehmoment von 132 Nm bei 3800 U/min.

Wunder an Fahrleistung sind bei dieser Motorisierung nicht zu erwarten - schließlich müssen damit bis zu 1,7 Tonnen Gesamtgewicht bewegt werden. Im realen Alltag heißt das: Man kommt in der Stadt ordentlich voran, muss sich ansonsten aber vor allem dann bescheiden, wenn Beschleunigung gefragt ist - also beim Überholen oder bergan. Das Überholen langer und langsamer Lkw überlegt man sich eher zweimal und verzichtet im Zweifel. Laut Datenblatt braucht der kleine Auris 13,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h - gefühlt ist es eine kleine Ewigkeit. Immerhin geht die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h für solch ein Auto durchaus in Ordnung.

Der 1,33-Liter-Benziner ist derzeit auch der einzige Motor im Auris, der mit Start-Stopp-Automatik gekoppelt ist. Allzu viel sollte man sich davon aber nicht erwarten. Auf unserer ersten Testfahrt schaltete die Automatik den Motor nur relativ selten ab - Verbraucher wie Klimaanlage & Co. zehren offenbar so viel Energie, dass es nicht immer zum Motorstopp reicht. Das ist übrigens auch bei anderen Marken nicht viel anders.

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Warten auf den Hybriden
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Deutlich flüssiger unterwegs ist man mit dem 1,6-Liter-Benziner unter der Haube (ab 18.750 Euro). Oder man greift gleich zum 2,0-Liter-Diesel (ab 21.350 Euro) - mit dem ist man dann im Auris souverän unterwegs und den meisten Situationen gut gewachsen.

Oder man wartet gleich bis zum Herbst - dann will Toyota den Auris HSD mit Vollhybridantrieb in Europa anbieten. Dessen Systemleistung wird bei 136 PS liegen und damit auf dem vergleichbaren Niveau eines 2,0-Liter-Diesels. Der CO2-Ausstoß des Hybriden soll unter 99g/km liegen. Das schafft auch der kleine Benziner bei weitem nicht: Mit einem Verbrauch von 5,9 Litern auf 100 km emittiert er 136 g/km und liegt sogar noch einen Hauch über seinem Vorgänger - der kam auf 135 Gramm.

Die Basisversion des Toyota Auris 1.33 kostet zur Markteinführung Ende März ab 16.650 Euro. Hyundai verlangt für einen vergleichbar motorisierten i30 1.4 blue ab 15.410 Euro, Kia für den Cee´d 1,4 ISG 14.730 Euro - und VW für den 1,2-Liter TSI BlueMotion mit 105 PS und einem Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern satte 18.900 Euro.

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Fotos: Hersteller
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