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Mazda 3 1.6 l MZR  Fahrbericht: Mazda3 MZR 1.6

Abschlussball



Der neue Mazda3 will an den Golf heran. Die Japaner setzen weniger auf innovative Antriebstechnik als auf puren Fahrspaß. Ein erster Eindruck von dem Kompakten - dessen Basisversion soviel kostet wie ein Golf.

 
Mazda 3 1.6 l MZR
  
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Mazda3 MPS
[+] Spritziger und sparsamer Basis-Benziner, gut abgestimmtes Fahrwerk, ordentliches Platzangebot, übersichtliches Cockpit, sinnvolle neue Extras lieferbar
[-] Automat-Version etwas phlegmatisch, lange Haube und dicke A-Säule erschweren Übersicht nach vorn, Start-Stopp kommt erst später

"Ich fühle mich, als würde ich mein Kind auf seiner Schulabschlussfeier präsentieren", sagt Yoshiyuki Maeda. Der Programm-Manager des Mazda3 hat in den vergangenen Jahren sein "Kind" mit viel Hingabe aufgezogen. Bei kaum einem fernöstlichen Autobauer kann man eine derart emotionale Bindung zum eigenen Produkt beobachten wie bei Mazda. Toyota scheint seine Autos vor allem als verbrauchsoptimierte Gebrauchsgegenstände zu sehen. Mazda dagegen hält die japanische Fahrspaß-Insel besetzt.

Nun wird das Kind allerdings in die graue Wirklichkeit entlassen - und die Konkurrenz ist zahlreich.

Im Fach Sprit sparen hat der Mazda3 zudem nicht besonders gut aufgepasst, denn es sind weder Hybridmodelle noch alternative Treibstoffe oder kleine Turbo-Direkteinspritzer in Aussicht. Auch den komfortablen und effizienten Doppelkupplungsgetrieben von VW hat Mazda nur eine Sprit fressende Fünfgang-Wandlerautomatik entgegenzusetzen. Immerhin soll bald eine Start-Stopp-Automatik verfügbar sein.

Die Motorenpalette beinhaltet zunächst Benziner von 77 kW/105 PS bis 110 kW/150 PS und Dieselmotoren von 80 kW/109 PS bis 136 kW/185 PS. Unterm Strich aber hat Mazda mit vielen kleinen Verbesserungen durchaus die Zapfsäule im Visier: Der Basis-Benziner begnügt sich im Schnitt mit 6,3 Litern Super pro 100 Kilometer, der kleinste Diesel bringt es auf 4,5 Liter (Werksangaben).

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Basis reicht locker
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Reichlich Fahrspaß kommt bereits im Basismodell mit 105 PS auf. Der drehfreudige Vierzylinder gibt dem 1,1 Tonnen schweren Mazda vom Start weg die Sporen und reduziert die nötige Schaltarbeit am Fünfgang-Getriebe. Die knackig, aber nicht zu hart abgestimmte Federung und die direkte Lenkung sorgen für ein sicheres Fahrgefühl und der Mazda hat eine erfreulich späte Neigung zum Untersteuern. Der Basis-Mazda beschleunigt in 12,2 Sekunden auf 100 und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h.

Weniger spritzig fühlt sich trotz Hubraumplus der Zweiliter-Benziner mit 110 kW/150 PS an, wenn er mit einem Automatikgetriebe kombiniert wird. Der Automat lässt den Motor recht laut werden und ist nicht besonders reaktionsschnell, hinterlässt im leichten 3er aber dennoch einen besseren Eindruck als im Mazda5. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei 10,6 Sekunden, der Durchschnittsverbrauch bei wenig beeindruckenden 7,7 Litern pro 100 Kilometer.

Neu an Bord ist der aus dem Mazda6 bekannte 2,2-Liter Diesel, der mit einem Sechsgang-Getriebe kombiniert ist. Sogar die höchste Leistungsstufe mit 185 PS ist zu haben.

Die Anfahrtsschwäche, mit der der Diesel im Mazda6 zu kämpfen hat, ist im leichteren Mazda3 wie weggeblasen. Die Beschleunigung des 185 PS-Kompakten von 8,2 Sekunden auf 100 km/h ist beeindruckend - aber auch keine Sensation: Ein BMW 320d mit 177 PS zum Beispiel erreicht die 100er Marke schon nach 7,9 Sekunden. 400 Newtonmeter Drehmoment zerren zudem recht ungestüm an den Mazda-Vorderrädern, so dass man mit der schwächeren 150 PS-Version genügend Leistung zur Verfügung haben dürfte.

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Was kostet der Spaß?
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Der Innenraum des Japaners präsentiert sich aufgeräumt und sauber verarbeitet, die Sitze sind straff, das Raumangebot im Fond auch für Erwachsene gut. Allerdings hat man im Schrägheck etwas mehr Kopffreiheit als im Stufenheck. Der Kofferraum fasst 430 Liter im Stufenheck und 340 bis maximal 1360 Liter im Schrägheck.

Neu im Angebot sind Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion, ein Spurwechselwarner und ein ins Armaturenbrett integriertes Bildschirm-Navigationssystem. Das Display ist zwar nur so groß wie bei einem mobilen Navi, lässt sich aber per Lenkradtasten fernbedienen, ist auch bei Gegenlicht gut ablesbar und soll einen vergleichsweise moderaten Aufpreis (600 bis 700 Euro) kosten.

Ein Stolperstein für die neueste Version des Zoom-Zoomers auf dem deutschen Markt könnte der Einstiegspreis sein. Mit rund 17.000 Euro ist das Basismodell zwar 250 Euro günstigster als der billigste viertürige Golf (59 kW/80 PS). Der Mazda hat zudem 25 PS mehr unter der Haube. Doch schon beim Zuschlag für das Schrägheck (plus 300 Euro) ist der Preisvorteil weg. Und in Deutschland hat es Mazda wie viele andere Hersteller besonders schwer, gegen die Nibelungentreue zum Golf anzukämpfen.

Weitere Konkurrenten sind der Ford Focus (Fünftürer mit 74 kW/100 PS ab 17.000 Euro), Opel Astra (Fünftürer mit 66 kW/90 PS ab 18.160 Euro), Peugeot 308 (Fünftürer mit 70 kW/95 PS ab 16.500 Euro) oder der Kia Cee’d (Fünftürer mit 80 kW/109 PS ab 14.430 Euro).

Der Mazda3 1,6-Liter Diesel (80 kW/109 PS) soll ungefähr 19.000 Euro kosten, rund 1600 Euro weniger als der Golf 2.0 TDI (81 kW/110 PS). Den neuen 2,2-Liter Diesel (110 kW/150 PS oder 136 kW/185 PS) soll es ab 25.000 Euro geben, kombiniert mit einer gehobenen Ausstattung.

Mazda 3 1.6 l MZR
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