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Reportage  Reportage: Deutsche auf der NAIAS 2011

Team America



Die deutschen Autobauer feiern in Detroit das große Aufatmen. Die mageren Jahre scheinen vorbei. VW baut ein eigenes US-Modell namens Passat – und der kostet soviel wie ein Golf in Deutschland.

 
 Deutsche in Detroit
  
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Auf den Automärkten dieser Welt herrscht ein brutales Hauen und Stechen. Das ist in den USA nicht anders. Vor allem deutsche Hersteller finden hier ein hartes Pflaster vor. Doch Schadenfreude über die Mega-Krisen von General Motors und Chrysler wollte bei den Deutschen nicht aufkommen. Stattdessen freute sich Daimler-Chef Dieter Zetsche jetzt beim Neujahrsempfang am Vorabend der Detroit Motor Show über das "Durchbruchjahr 2010" und darüber, dass die US-Autoindustrie wieder in ihre Spur zurück gefunden habe. "Für 2011 erwarte ich ein exzellentes Jahr", stellte Zetsche in Aussicht.

Doch noch kann niemand die Korken knallen lassen. Alle scheinen zu hoffen, dass die Ruhe nach dem Sturm nicht die Ruhe vor dem nächsten Sturm ist. Bei Daimlers Konzernabend im Westin-Hotel waren denn auch eher leise Töne angesagt. Gleichsam als Ruhepol stand ein Benz Patent-Motorwagen einsam auf der Bühne, um an das 125-jährige Automobil-Jubiläum zu erinnern. Schließlich machte das Dreirad zu sanfter Streichermusik knatternd der neuen C-Klasse Platz. Bei deren Modellpflege kämen 2000 neue Komponenten in das Auto, betonte Daimlers Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Mit sparsamen Motoren und neuen Assistenzsystemen bis hin zum Internetzugang soll die 2007 eingeführte C-Klasse fit für die zweite Halbzeit werden.

Die Stimmung in Detroit ist vorsichtig optimistisch, doch auf dem Weg zum Licht am Ende des Tunnels herrscht dichtes Gedränge. Neben Mercedes will auch Audi mehr Oberklasse-Kunden in den USA gewinnen und feiert in Detroit die Weltpremiere der neuen A6-Generation. Konzernmutter Volkswagen will dagegen in der Mittelklasse bei Toyota, Chevrolet und Co. räubern und zwar mit einer eigens für die USA konstruierten Limousine. Beim Namen bewies Volkswagen wenig Erfindungsgeist: Der "New Midsize Sedan" wird schlicht und einfach Passat heißen.

Der 4,87 Meter lange Wagen sieht nicht nur aus wie der große Bruder des Jetta, sondern übernimmt auch dessen Kampfpreis-Strategie. Für rund 20.000 Dollar gibt es 170 PS, Klimaanlage, sechs Airbags, ESP, CD-Radio und vor allem viel Platz – im Fond des Wagens geht es ausgesprochen üppig zu.

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Chattanooga Choo Choo
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Der Ami-Passat kostet umgerechnet also keine 16.000 Euro. Selbst wenn man noch die je nach Bundesstaat unterschiedlichen Steuern hinzurechnet, muss man für die große Limousine in den USA nur ungefähr soviel auf den Tisch legen wie für einen Golf in Deutschland. Möglich wird der günstige Preis durch die Produktion vor Ort im VW-Werk in Chattanooga.

Der neue Chef der Volkswagen Group of America, Jonathan Browning, steht unter enormen Erfolgsdruck: Spätestens 2018 wollen die Wolfsburger in den USA 800.000 VW und dazu noch 200.000 Audi pro Jahr verkaufen. 2010 hat VW in den USA knapp 257.000 Autos abgesetzt, für 2011 werden 300.000 Verkäufe erwartet. Allein der neue Passat soll in den kommenden sieben Jahren eine Million amerikanischer Käufer finden.

Auch für BMW ist die diesjährige Detroit Motor Show eine wichtige Messe. Die Münchner feiern die Weltpremiere des neuen 6er Cabrio sowie die gelifteten Versionen des 1er Coupé und 1er Cabrio. Ebenfalls im Rampenlicht steht das 1er M Coupé. Ein spezielles Jubiläum kann Mini feiern: Vor genau zehn Jahren feierte die Marke in Detroit ihren Relaunch in Amerika. Zum Jubiläum schenkt sich Mini die Studie Paceman Concept.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Hersteller
Ort: Detroit

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