| Kurz & bündig | [+] Kia Sorento: Günstiger Preis, geräumiger Innenraum, günstiger Verbrauch, gute Verarbeitung, guter Fahrkomfort, vier Sterne im Crashtest
Volvo XC90: Variabler Innenraum, viel Platz, elektronisch geregelter Allradantrieb, hoher Fa | [-] Kia Sorento: Preiswerte Materialanmutung, etwas indirekte Lenkung, kein ESP, kein Euro 4
Volvo XC90: Hoher Preis, hoher Verbrauch, spürbare Nick- und Wankbewegungen, teure Aufpreisliste, keine Sperrdifferenziale oder Geländeunte |
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Wer hätte vor Jahren gedacht, dass es für einen Kia einmal monatelange Wartezeiten geben würde? Niemand. Gute Preise gab es bei Kia schon immer - doch ansprechendes Design, gute Verarbeitungsqualität und konkurrenzfähige Technik - da schaut mancher verwundert. Besonders der Kia Sorento mit dem 2,5-Liter großen Commonrail-Diesel braucht keinen Vergleich in der SUV-Klasse zu scheuen. Dass die gut ausgestattete EX-Variante zudem gerade einmal 27.650 Euro kostet, interessiert da erst auf den zweiten Blick.
Auch Volvo kam um die Produktion eines SUV nicht länger herum. Besonders der wichtige US-Markt giert nach PS-starken Pseudogeländewagen wie BMW X5, Mercedes M-Klasse oder eben dem ebenfalls sehenswerten Volvo XC 90. Für die Schweden ist Allradtechnik nichts neues: Hatte man mit dem XC70 doch bereits einen potenten Allrad-Kombi mit Offroad-Allüren in der Palette. Bei eben diesem XC70 bedienten sich die Ingenieure bei der Entwicklung des großen Volvo XC90 Ohne Hemungen. Wichtige Komponenten wie Antriebstrang oder Bodengruppe kommen von dem kleineren Kombi.
Volvo über dem Soll
 Zumindest in Europa ist die interessanteste Variante der überaus drehfreudige XC90 D5 mit Fünfzylinder-Connonrail-Diesel. Der leistet 120 kW/163 PS und ein maximales Drehmoment von 340 Nm. Im Test konnte die Automatikversion die Werksangaben sämtlich toppen. Mit knapp 190 km/h war er schneller als angegeben (185 km/h). Den Spurt 0 - 100 km/h erledigte er in 12,0 Sekunden und nicht in 12,5. Leider schaffte er den Überflug aber auch beim Durchschnittsverbrauch: Der Koloss aus Schweden verbrauchte durchschnittlich 10,4 Liter Diesel auf 100 km - und lag damit mehr als ein Liter über dem Versprochenen. Etwas betulicher geht es im Kia Sorento zu. Dessen 2,5-Liter großer Commonrail-Vierzylinder leistet 103 kW/140 und ein maximales Drehmoment von 314 Nm bei 2.000 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei etwas knappen 170 km/h, den Spurt 0 - 100 km/h schaffte er in deutlich zu schlappen 15,0 Sekunden. Schließlich wiegt auch er knapp 2,1 Tonnen. Auch beim Durchschnittsverbrauch lag der Allradradler über der Werksangabe. Statt 8,5 Litern Diesel auf 100 km verbrauchte das Testfahrzeug zehn Liter.
Der Fünfzylinder-Diesel passt sehr gut in den knapp 2,2 Tonnen schweren Volvo XC 90. Gut: Das maximale Drehmoment steht zwischen 1.750 und 3.000 U/min komplett zur Verfügung. So läßt sich der Schwede mit gut abgestimmter Fünfgang-Automatik (Geartronic) souverän bewegen. Allein bei höherem Autobahntempo tut er sich über 3.500 U/min etwas schwer. Ein wenig mehr Hubraum wäre hilfreich. Aber es ist zu erwarten, dass es im nächsten Jahr einen größeren Sechszylinderdiesel mit über 200 PS gibt.
Von Vorne nach Hinten
 Die Kraftübertragung läuft wie beim XC70 ab: Allraduntypisch gehen im Normalbetrieb 95 Prozent der Antriebskraft an die Vorderachse. Erst wenn hier Schlupf auf die Räder kommt, wird ein Teil der Kraft an die Hinterachse übertragen und das Kräfteverhältnis Richtung Heck verschoben. Im Fahrbetrieb fährt sich der Volvo problemlos leicht untersteuernd. Nur wer in den Grenzbereich vordringt, merkt ihm die Kraftverteilung zugunsten der Vorderachse an. Störend wirken jedoch die starken Nick- und Wankbewegungen der Karosserie - ein Tribut an die komfortable US-Abstimmung.
Überraschend gut abgestimmt zeigt sich der Kia Sorento. Während die Grundausstattung "LX" mit einem zuschaltbaren Allradsystem ausgestattet ist, kann der hochwertige "EX" auf ein variables System mit elektronischer Drehmomentverteilung zurückgreifen. Im Normalbetrieb geht die komplette Motorkraft nach hinten. Bei rutschigem Untergrund oder im Gelände können bis zu 50 Prozent der Kraft an die Vorderachse gebracht werden. Bei hartem Geländeeinsatz läßt sich - im Gegensatz zum Volvo - eine Geländeuntersetzung im Verhältnis 2,48:1 zuschalten. So machte der Sorento im Gelände einen besseren Eindruck als der Volvo. Mit der Motorleistung von 103 kW/140 PS ist der Kia respektabel unterwegs. Allein auf der Autobahn wünscht sich der Kiafahrer jedoch etwas mehr Leistung im oberen Drehzahlbereich.
Qualität nach Schwedenart
 Die Innenraumwertung geht an den Volvo. Obwohl auch der Sorento seine Qualitäten hat, wirkt der Schwede deutlich hochwertiger und besser ausgeräumt. So lassen sich im Kia Lenkrad und Sitze nur unzureichend verstellen, die Holzimitationen stören. Dagegen sind die Instrumente aufgeräumt und übersichtlich. Nicht zeitgemäß allein die Lichtbedienung am Lenkstockhebel und die bei heißen Temperaturen mitunter etwas überforderte Klimaautomatik. Die Sitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt, jedoch könnte der Bezugsstoff hochwertiger wirken und weniger schweißtreibend sein. Das Lederpaket ist daher eine gute Wahl. Ärgerlich ist die ungünstige Platzierung des VDO-Radios, das in unserem Testwagen einen überaus armseligen Eindruck machte und nicht gerade mit moderner Technik glänzte. Der Schwede hat im Innenraum keine Schwächen. Allein die ansonsten bequemen Sitze könnten etwas mehr Seitenhalt vertragen. Die Verstellmöglichkeiten sind vielfältig und die auf den ersten Blick üppig belegte Mittelkonsole gibt auf den zweiten Blick keine Fragen mehr auf. Deutlich variabler als der Sotento ist der XC90 auch im Fondabteil. Serienmäßig hat der Volvo drei Einzelsitze im Fond, wovon der mittlere Sitze bei Bedarf nach vorne gezogen werden kann. Das freut insbesondere die Kinder. Optional kann das Nordlicht mit zwei weiteren Einzelsitzen im Kofferraum ausgestattet werden und wird so zum Siebensitzer. Werden die Sitze nicht benötigt, kann man sie spurlos im Kofferraumboden verstauen.
Wunschlos große Ladefläche
 Das Kofferraumvolumen des 4,80 m langen Volvo liegt bei 483 l, mit sieben Sitzen sind es immerhin noch 249 l. Wer die hinteren Sitze komplett entfernt, bekommt eine wunschlos große Ladefläche und einen Stauraum von 1.837 Litern. Aufgrund seiner geringeren Außenlänge von 4,56 m geht es im Kia Sorento etwas knapper zu. Im Normalzustand fasst der Gepäckraum 441 l, bei komplett umgelegter Rückbank sind es beachtliche 1.751 Liter. Der Kia Sorento 2.5 CRDi ist in den zwei Ausstattungsvarianten LX und EX zu bekommen. Um den höherwertigen EX kommt man aber nicht herum. Er bietet serienmäßig Front- und Seiten-/Kopfairbags, ABS, Nebelscheinwerfer, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Klimaautomatik und Mittelarmlehnen. Sinnvoll ist das Lederpaket mit Sitzheizung und elektrischem Fahrersitz für 1.650 Euro. Zudem sollten es elektrisches Schiebedach (650 Euro), Tempomat (230 Euro) und anklappbare Außenspiegel (140 Euro) sein. So kostet ein komplett ausgestatteter Kia Sorento 2.5 CRDi EX weniger als 30.000 Euro. Deutlich teurer geht es beim Volvo XC90 D 5 zu. In der Comfortvariante kostet der D 5 als Fünfsitzer 40.800 Euro. Die Sicherheitsausstattung läßt mit Front-, Seiten- und Kopf-Schulterairbags vorn und hinten, DSTC (ESP), ABS, Isofix-Vorbereitungen und Überroll-Schutzsystem incl. RSC (ROPS) keine Wünsche offen. Zudem bietet der Comfort unter anderem serienmäßig ein Soundsystem, beheizte Ledersitze und Tempomat. Sinnvolle Extras sind Bi-Xenonlicht (990 Euro), Einparkhilfe (500 Euro), Navigationssystem (3.150 Euro) und elektrisches Schiedebach (990 Euro). Wer denkt, dass der Kia Sorento allein etwas für kühle Rechner ist, irrt. Der Koreaner braucht auch den Vergleich mit dem starken Volvo XC90 nicht zu scheuen. Die Wertungen für Motor, Getriebe, Variabilität und Innenraum gehen zwar nach Schweden. Zudem ist gerade in der SUV-Klasse das Image besonders wichtig. Doch der Kia Sorento kann die Bereiche Fahrwerk, Gelände und Preis-Leistung für sich entscheiden.
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