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Praxistest: SsangYong Rexton 270 Xdi
Sexy Rexy?
SsangYong Rexton RX 270 Xdi s

Die Koreaner sind wieder da: Mit dem Rexton versucht SsangYong, wieder ein Bein auf den deutschen Markt zu bekommen. Und schon der Preis des Luxus-Offroaders zeigt, wo man mitspielen will: In der oberen Mittelklasse.

[+] Sehr viel Platz, großer Gepäckraum, ordentliche Verarbeitung, zuschaltbarer Allradantrieb, gute Geländetauglichkeit, hohe Anhängerlast, umfangreiche Ausstattung
[-] Teuer in der Anschaffung, schlechte Heizung, nur Euro-3, zum Teil poltriges Fahrwerk, hoher Wertverlust

Dabei ist es erst ein paar Jahre her, dass SsangYong mit seinen Modellen in Deutschland in die Pleite fuhr. Nun also ein neuer Anlauf. Und der Rexton soll es dabeim richten. Ob es klappt, bleibt abzuwarten. Wie unser Praxistest zeigt, ist der Korea-Diesel zwar durchaus ein Vergnügen - aber kein billiges.

SsangYong Rexton RX 270 Xdi s - Foto: Hersteller

32.900 Euro muss auf den Tisch legen, wer mit dem Rexton RX 270 Xdi s dieseln will. Ohne "s" sind es auch noch knappe 30.000. Ganz schön für einen SUV, made in Korea. Stopp, Halt - nicht ganz made in Korea: Der 2,7-Liter Diesel ist hierzulande ein guter alter Bekannter - der Common-Rail-Fünfzylinder läuft unter der Lizenz von Mercedes-Benz.

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Ordentliche Arbeit
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Ein "alter" Motor? Das heißt wohl: Ausgereift, ohne Macken, brav und zuverlässig - bei ihm weiß man, was man hat. Ja, aber. Denn der 2,7-Liter im Rexton ist eben nicht einfach ein Nachbau des Motors, den wir aus dem ML 270 CDI kennen. Er ist vielmehr von den SsangYong-Ingenieuren aus dem bisherigen 2,9-Liter-Fünfzylinder abgeleitet - und damit aus einer rund zehn Jahre alten Konstruktion.

Aber keine Angst: Die SsangYong-Konstrukteuren haben ordentliche Arbeit geleistet. Der kleine Neue ist mit 120 kW/163 PS nicht nur erheblich stärker als der große Alte (88 kW/120 PS) sondern auch sehr viel laufruhiger und genügsamer. Statt 9,3 Liter Diesel sind nun nach Werksangaben im Schnitt 8,6 Liter auf 100 Kilometer fällig - in Sachen Abgas hat es aber nur zu Euro-3 gereicht. Der neue Xdi passt sehr viel besser zu dem leer zwei Tonnen schweren Fahrzeug als der etwas saft- und kraftlose 290er-Vorkammerdiesel. Der Rexton schafft mit dem Neuen nun den Spurt auf 100 km/h in 13,2 Sekunden - statt müden 16,4. Und auch die Höchstgeschwindigkeit ist mit 177 km/h deutlich besser als beim RX 290, der gerade mal auf 157 km/h kommt. Aber seien wir ehrlich: Auch die 177 sind ordentlich, aber nicht berauschend. Um flott von A nach B kommen und ohne Angstschweiß auf der Stirn überholen zu können, reicht das aber allemal.

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Innen: riesig
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Dass das auch mit der nötigen Bequemlichkeit geschieht, dafür sorgen die Dimensionen des Rexton - innen und außen. Entworfen wurde das wuchtige und durchaus auffällige Kleid von europäischen Designern. So, wie der Rexton außen aussieht, ist er innen: riesig. Auf allen Plätzen ist reichlich Platz, zwischen den Ellenbogen liegt eine breite Armlehne als Demarkationslinie und selbst hinten haben die Knie viel Raum zur freien Entfaltung. Ein großer Gepäckraum, der sich dank der hochschwingenden Heckklappe gut beladen lässt, passt zu dieser Großzügigkeit. Und wem das immer noch nicht langt: 3,5 Tonnen Anhängerlast reichen für den Transport eines kleinen Gestüts.

Wenn der Rexton oben mitspielen will, sind allerdings noch einige Feinarbeiten an der Inneneinrichtung nötig. Auf den ersten Blick wirkt alles edel - Leder, Lenkrad, Armaturen. Aber irgendwie doch etwas klobig und grobschlächtig. Der Filz im Gepäckraum ist schmutzempfindlich, die Klimaanlage kommt zumindest in ihrer Funktion als Heizung mit dem riesigen Innenraum kaum zurande, die Sitzheizung funktioniert nur statistisch einwandfrei: Der Durchschnitt von "zu heiß" und "zu kalt" ist "angenehm". Dennoch: Man fühlt sich wohl im Rexton. Und geborgen. Die Übersicht über das Verkehrsgeschehen voraus ist phantastisch, das ganze Auto wirkt - nun ja: grundsolide. Das hat ganz nebenbei einen Preis, den nächtens vorausfahrende Autofahrer zahlen müssen: Die hoch liegenden hellen Scheinwerfer des Rexton blenden auffallend oft in deren Rückspiegel.

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Unterm Strich
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Die 5-Gang-Automatik arbeitet ordentlich ab, was ihr Motor und Fahrer vorlegen. Die Abstufung der Gänge passt zu den auf deutschen Straßen üblichen Fahrsituationen. Was man vom Fahrwerk nur bedingt behaupten kann: Es ist mitunter ganz schön polterig. Das macht sich vor allem in Kurven und bei hoher Geschwindigkeit bemerkbar, bleibt aber immer gut beherrschbar. Und mit Topspeed fährt man ohnehin nur ungern: Denn dann wird es mitunter ziemlich laut im Rexton. Im Gelände ist der Rexton ein vollwertiger Offroader. Hänge und Waldwege - alles kein Problem. Ein Problem hat die Allradübersetzung aber ausgerechnet auf dem ebenen Parkplatz: Beim Rangieren kommt sie regelmäßig ins Stottern.

Ob der Rexton seinen Preis wert ist, muss man selbst entscheiden. Der Mercedes ML mit "gleichem" Motor ist zwar rund 9000 Euro teurer in der Anschaffung. Aber im Wiederverkauf liegt der SsangYong mit dem ML hierzulande sicher nicht auf Augenhöhe. Und bei der Vollkasko ist er gleich vier Stufen höher zu finden als der US-Schwabe. Unterm Strich wird das ziemlich knapp für den Koreaner.

 Technische Daten
SsangYong Rexton RX 270 Xdi 
 MotorReihe 
 Zylinder
 Hubraum (cm³)2696 
 Leistung (kW/PS)120/163 
 Zuladung(kg)578 
 Gesamtgewicht (kg)2805 
 0-100 km/h (s)13,2 
 Vmax (km/h)177 
 Verbrauch (L/100 km)8,6 
 KraftstoffDiesel 
 Grundpreis (€)29.800 
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Herstellerangaben 
 
SsangYong Rexton RX 270 Xdi s- Foto: Hersteller
SsangYong Rexton RX 270 Xdi s- Foto: Hersteller
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SsangYong Rexton RX 270 Xdi s- Foto: Hersteller

 Alternativen
SsangYong Musso E 2.3 SsangYong MussoMercedes-Benz ML 270 CDIMercedes-Benz ML
Volkswagen Touareg 2.5 R5 TDI 4MotionVolkswagen Touareg
BMW X3 3.0dBMW X3

Text: | Fotos: Hersteller

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