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Praxistest: Smart Roadster Brabus
Xclusiver Abschied
Smart Roadster Coupe Brabus

Unter Schmerzen hat sich DaimlerChrysler vom Traum des Spaßmachers Smart Roadster verabschiedet – nicht ohne mit der finalen Brabus Xclusive collector’s edition noch einmal für Furore zu sorgen.

[+] Hohes fahrdynamisches Niveau, tiefe Sitzposition, gute Fahrleistungen
[-] Ausgeprägtes Turboloch, schlechtes automatisiertes Schaltgetriebe, umständliches Verdeckhandling, schlechtes Verhältnis von Preis und Leistung

Platz für zwei. Offen und ein fauchender Turbo-Motor im Heck - das bieten sonst allenfalls Supersportwagen. Und eben ein Smart Roadster. Im Vergleich zu den zahlreichen Weichspülern, die mittlerweile auf dem Markt sind, ist schon der normale Brabus Roadster ein kompromissloser Spaßmacher. Er ist flach, leicht und schnell. Die Augen des Piloten liegen auf Türgriffhöhe eines Mittelklassewagens und man spürt den kraftvollen Heckantrieb. All das durften die Brabus-Ingenieure für die letzte Kleinserie des Roadsters noch einmal verbessern - und spendierten dem kleinsten Motor aus dem Daimler-Konzernregal nicht nur ein Software-Update, sondern widmeten sich zusätzlich auch der Hardware.

Neue, stabilere Kolben und ein modifizierter Turbolader mit wassergekühltem Ladeluftkühler holen stramme 74 kW/101 PS aus kargen 698 Kubikzentimetern. Das bringt die 832 Kilogramm des kleinen Spaßmachers in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 und anschließend weiter bis auf 190 km/h Spitze.

Smart Roadster Coupe Brabus - Foto: Zaumseil

Man täte dem kleinen Brabus-Motörchen unrecht, ihn auf sein Turboloch anzusprechen: Unter 2.000 Touren passiert nämlich rein gar nichts außer tote Hose. Darüber allerdings erwacht der präsente Dreizylinder zu munterem Leben und entpuppt sich als sehr drehfreudig und mit kernigem Sound bewaffnet. Sogar das Ablasszischen des Turbos ist beim Schalten deutlich zu hören.

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Spaß und nicht Spaß
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Nicht so herrlich ist das – obwohl noch einmal in seiner Schaltgeschwindigkeit optimierte – sequentielle Sechsgang-Getriebe. Das arbeitet nach nicht nachvollziehbaren Algorithmen - oder eben nicht. Nach einiger Übung hat der ambitionierte Fahrer immerhin die beste manuelle Schaltmethode gefunden um so Schaltzeiten zu erreichen, die einem gelassenen Schaltvorgang herkömmlicher Getriebe entsprechen. Aber eine gute Lösung sieht wirklich anders aus. Nur gut, dass das Drehmoment von 130 Newtonmetern über einen Drehzahlbereich von 2.500 bis 5.300 Touren erhalten bleibt. Der automatische Modus jedenfalls ist dazu geeignet, sämtlichen Fahrspaß im Nichts verpuffen zu lassen.

Den bietet der Smart Roadster mit dem kleinen, aber feinen Zusatz Brabus Xclusive ansonsten jede Menge. Sicher, mit seinen Leistungsdaten ist er kein Gefährt für die Autobahn. Seine Domäne sind viel mehr kurvenreiche Landstraßen. Dort kann er dank des niedrigen Schwerpunktes, des vergleichsweise langen Radstandes von 2,36 Metern (bei 3,43 Metern Länge) und des 17 Millimeter tieferen Brabus-Fahrwerkes noch direkter und dynamischer als seine zahmeren Serienbrüder bewegt werden.

Die Lenkung reagiert sehr spontan und präzise auf alle Bewegungen. Die Bereifung im Format 205/40 R 17 vorne sowie 225/35 R 17 hinten sorgt dank hohem Gripniveau für Kurvenspaß und hervorragenden Geradeauslauf. Für sehr sportliche Ausfahrten lässt sich das serienmäßige ESP abschalten - das sollte man jedoch bei regennasser Fahrbahn tunlichst unterlassen, um ungewollten Kehrtwenden vorzubeugen. Das Fahrwerk ist sportlich abgestimmt, roadster-typisch hart und direkt – zusammen mit den kraftvoll zupackenden Bremsen geben sie dem Handling des Zweisitzers einen Schuss echtes Go-Kart-Feeling.

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Einfädeln statt einsteigen
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Dass trotz widriger Stöße im Innenraum niemand zu Schaden kommt, dafür sorgt die Einstiegsprozedur. Beim Smart Roadster heißt es eher einfädeln als einsteigen, so dass weichgespülte Naturen gar nicht erst Platz zu nehmen wünschen. Sitzt man aber erst mal, dann dominieren Aluminium und Leder das Umfeld. Dabei sind die stark konturierten Ledersportsitze mit gutem Seitenhalt, das Dreispeichen-Lederlenkrad, die Lenkradschaltung "softouch" sowie die Zusatzinstrumente auf dem Armaturenbrett Serie. Alles ist wirkt gut verarbeitet. Das Leder präsentiert sich in seiner Haptik sehr hochwertig – jedoch ist die bräunliche Optik gewöhnungsbedürftig. Die Instrumente und Bedienungselemente sind an ihrem gewohnten (Smart-) Platz und wurden von den Tunern nur marginal im Brabus-Style aufgewertet.

Echten Kofferraum sucht man, wie vermutet, vergebens – vorn passen allenfalls zwei kleine Rucksäcke, hinten eine typische Sporttasche hinein. Das reicht jedoch für einen Landausflug zu zweit – die Golfausrüstung muss man eben leihen.

Die Dachkonstruktion ist nicht ganz so charmant wie beispielsweise die des Mazda MX-5: Statt mit sportlich-geübtem Schwung das Stoffverdeck zurückzuwerfen, muss der Smart-Pilot nicht nur das Dach elektrisch nach hinten fahren, sondern anhalten, aussteigen und die Seitenholme demontieren. Wenigstens passen die Holme dann in Halterungen des vorderen Kofferraums und müssen nicht per Post in die heimatliche Garage verschickt werden. Insgesamt eine ganz und gar uncoole Lösung. Das gibt es selbst bei Lotus, Mazda oder Triumph deutlich besser.

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Sammlerstück mit Sammlerpreis
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Deutlich cooler präsentiert sich da schon das Äußere des exklusiven Smart Roadster Brabus Xclusive. Mattgrau-metallic die Karosserie, silbergrau-metallic die Tridion-Sicherheitszelle - man kann sich vorstellen, dass der Sammlerwert sich prächtig entwickeln dürfte. Was von vielen Tuning-Fans in Lackierwerkstätten zwischen Flensburg und Friedrichshafen extra in Auftrag gegeben wird, bekommt man mit der Collector’s Edition serienmäßig dazu. Außerdem sind die Brabus-Modelle wie üblich am Kühlergrill, den Seitenschwellern sowie an Front- und Heckspoilern zu erkennen.

Nichts geändert wurde am umfangreichen Sicherheitspaket mit Airbags, ESP, ABS, Anfahr- und Bremsassistenten sowie Antischlupfregelung. Die Serienausstattung des Smart Roadster Brabus Xclusive wurde weitgehend übernommen und ist mit Nebelscheinwerfern, elektrischen Außenspiegeln, Tempomat, Bordcomputer, Regen- und Lichtsensor, Klimaanlage, beheizten Ledersitzen und Soundsystem komplettiert.

Zugegeben: Der Fahrspaß eines Smart Roadster Brabus, kombiniert mit der Optik eines Weltraumjägers, ist nicht ganz billig – für 26.570 Euro bekommt man beim Mitbewerb mehr Leistung, Ausstattung und eventuell mehr Kofferraum. Doch scheint die Anschaffung eines aussterbenden Vertreters der Gattung Roadster aus dem Hause Smart die gleiche Bauch-Entscheidung zu sein, wie seinerzeit der Kauf eines englischen oder italienischen Roadsters. Das Zeug zum Klassiker hat er schon heute.

 Technische Daten
Smart Roadster Brabus 
 MotorReihe 
 Zylinder
 Hubraum (cm³)698 
 Leistung (kW/PS)74/101 
 Zuladung(kg)198 
 Gesamtgewicht (kg)keine Angabe 
 0-100 km/h (s)9,8 
 Vmax (km/h)190 
 Verbrauch (L/100 km)5,3 
 KraftstoffSuperPlus 
 Grundpreis (€)23.290 
 Mehr Smart-Daten im Katalog
Herstellerangaben 
 
Smart Roadster Coupe Brabus- Foto: Zaumseil
Smart Roadster Coupe Brabus- Foto: Zaumseil
Smart Roadster Coupe Brabus- Foto: Hersteller
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 Alternativen
Mazda MX-5 1.8 MZR
Mazda MX-5
Opel Tigra TwinTop 1.8Opel Tigra
BMW Z4 Roadster 2.0iBMW Z4
Mercedes-Benz SLK 200 KompressorMercedes-Benz SLK

Text: | Fotos: Hersteller
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