Auto + Motor + Katalog + Test = alle-autos-in.de: Auf uns fahren Sie ab
DAS AUTO-MAGAZIN IM INTERNET
SucheInhalt
Praxistest: Renault Clio 1.2
Französischer Zwergriese
Renault Clio 1.2 16V Expression

Der Renault Clio hat sich im Vergleich zum Vorgänger eine Menge Speck angefuttert und bietet das beste Platzangebot seiner Klasse. Bei Fahrverhalten und Ausstattung lässt der vielseitige Franzose aber Wünsche offen.

[+] Gutes Platzangebot, umfangreiche Sicherheitsausstattung, gute Verarbeitung, 5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest, guter Federungskomfort
[-] Gefühllose Servolenkung, hinten etwas eng, magere Basisausstattung, ESP nur bei wenigen Modellen serienmäßig

Ein hübscher Body, günstige Einstiegspreise und viel passive Sicherheit: Der aktuelle Renault Clio ist ein attraktiver Partner für die anspruchsvolle Kleinwagen-Kundschaft. Das Platzangebot im Clio ist im Klassenvergleich hervorragend. Auch hinten geraten die Passagiere nicht in Platznot. Keiner in diesem Segment bietet mehr Schulterfreiheit.

Die Clio-Sitze bieten guten Seitenhalt, sind aber ziemlich weich gepolstert. Fummelig ist der dritte Dreipunktgurt im Fond. Er kommt teilweise aus dem Dachhimmel und muss vom Mittel-Passagier erst zusammengefügt werden. Aber Sicherheit geht schließlich vor - zumal mal man sich ohnehin selten zu dritt in ein einen Kleinwagen-Fond quetscht.

Das Längenwachstum des Clio ist auch dem Kofferraumvolumen zugute gekommen. 288 Liter fasst das Abteil, da kann die Konkurrenz nur neidisch daneben stehen. Bei umgelegten Rücksitzen steigt das Fassungsvermögen auf 1028 Liter.

Renault Clio 1.2 16V Expression - Foto: Viehmann

Das Clio-Cockpit ist plastikhaft nüchtern. Hier und da gibt es typisch französische Akzente wie den ungewöhnlichen Lüftungs-Drehschalter. Ansonsten geht es sehr zweckmäßig, aber auch übersichtlich zu in der Clio-Schaltzentrale. Vorbildlich ist das Kombi-Instrument mit fünf Tasten und einem Rändelrädchen hinter dem Lenkrad, mit dem man während der Fahrt die Audio-CD-Anlage kontrollieren kann. Das System erwies sich als wesentlich schneller und einfacher zu bedienen als die meisten Systeme, die auf Lenkradtasten bauen. Die Eingewöhnung dauert ein paar Tage, dann aber lässt sich das komplette Auto-Entertainment arrangieren, ohne auch nur einmal den Blick von der Straße zu wenden.

Ärgerlich sind die Becherhalter in der Mittelkonsole. Nicht mal der Milchshake-Becher aus dem Schnellrestaurant passt dort hinein - wegen der Nähe zum überhängenden Armaturenbrett.

Anzeige

, Praxistest
Fetter Parker
, Praxistest

Ein Pluspunkt des Clio ist der hohe Fahrkomfort. Die Federung ist ganz auf Bequemlichkeit abgestimmt, was man dem kleinen Franzosen vor allem bei Rappelstrecken mit Kopfsteinpflaster dankt. Nur bei welligen Autobahnstrecken wäre eine etwas härtere Abstimmung von Vorteil. Beim Thema Lenkung verdüstert eine kleine Wolke den Clio-Himmel: Die elektrische Servolenkung arbeitet geschwindigkeitsabhängig, ist aber gewöhnungsbedürftig und sorgt gelegentlich für ein merkwürdiges Fahrgefühl. Manchmal hat man den Eindruck, gegen einen unsichtbaren Widerstand anzulenken, bei höherem Tempo ist die Steuerung dann wieder zu leichtgängig.

Vor allem in schnellen Kurven macht der Clio so nur wenig Spaß - was auch am weich abgestimmten Fahrwerk liegt. Immerhin bleibt er jederzeit gut beherrschbar und nimmt schnelle Biegungen mit leichtem Untersteuern. ESP ist nur bei der Top-Ausstattung "Initiale" serienmäßig an Bord sowie bei den drei stärksten Motorvarianten. Ansonsten kostet es 500 Euro und ist für den kleinsten Clio-Motor (65 PS) gar nicht zu haben.

Der Renault ist mit der elektrischen Servolenkung und dem kleinen Wendekreis (mit 15-Zoll-Felgen je nach Motorisierung 10,3 bis 10,7 Meter) leicht einzuparken. Allerdings ist der Clio mit knapp 3,99 Metern - 17 Zentimeter mehr als das Vorgängermodell - ein gutes Stück länger als die Konkurrenten Polo, Corsa oder Fiesta - und damit für manche Parklücke ein bisschen zu fett.

, Praxistest
Mehr Reserve
, Praxistest

Die Motorenpalette des Clio bietet mit fünf Benzinern und drei Dieselmotoren für jeden Anspruch etwas. Den kleinsten Benziner mit 65 PS und den kleinsten Diesel mit 68 PS sollte man vor allem dann wählen, wenn man seinen Clio als reinen City-Flitzer einsetzt. Möchte man auch mal längere Reisen antreten, darf es ruhig der 1.2 16 V mit 75 PS sein - zumal er nicht mehr verbraucht als der 65 PS-Benziner.

Die Höchstgeschwindigkeit von 167 km/h und die Beschleunigung von 13,4 Sekunden auf 100 sind ausreichend, um im Reiseverkehr mitzuschwimmen. Auf der Autobahn aber hat der 1.2-Liter-Motor bei Steigungen einen zähen Kampf auszufechten, vor allem wenn man mal nicht alleine unterwegs ist. Unser Testwagen verbrauchte durchschnittlich 7 bis 7,4 Liter Super und erwies sich damit nicht gerade als Sparkünstler. Auf Autobahn und Landstraße ist bei einem Durchschnittstempo von 120 aber ein Verbrauch knapp unter 6 Litern drin. Außerdem bietet der Clio mit 55 Litern Tankinhalt 10 Liter mehr Reserven als viele seiner Konkurrenten. So sind auch lange Reisen ohne Tankstopp möglich.

Wer seinem Clio mehr Biss gönnen möchte, muss sich für die 88 PS-Maschine oder besser noch den 1.6 mit 112 PS beziehungsweise den 2.0 mit 139 PS entscheiden. Den 1.5 dCi Dieselmotor gibt es in den drei Leistungsstufen 68, 86 oder 106 PS.

, Praxistest
Fünf Sterne
, Praxistest

Auch bei der Sicherheitsausstattung hat der Clio im Vergleich zu den meist sehr knauserigen deutschen Kollegen die Nase vorn. So sind Seitenairbags ebenso Serie wie Zentralverriegelung, Bordcomputer und Isofix-Kindersitzhalterungen. Außerdem kann der Clio damit angeben, fünf Sterne im Euro-NCAP-Test für die Insassensicherheit geholt zu haben - und nochmal vier bei der Kindersicherheitsprüfung.

Ansonsten geben sich die Franzosen sehr geizig, was die Ausstattung der Basis-Versionen "Authentique" (ab 10.950 Euro) und "Expression" (ab 11.950 Euro) angeht. Sie bieten sogar weniger Ablagen und Staufächer als die besser ausgestatteten Clios und keine elektrischen Fensterheber (ab Expression immerhin vorne). Im Authentique gibt es nicht mal eine geteilt umklappbare Rückbank oder höhenverstellbare Vordersitze. In der Ausstattung "Edition Dynamique" (ab 12.450 Euro) sind zwar Xenon-Scheinwerfer mit Lichtsensor und aktivem Kurvenlicht an Bord. Für ESP, Klimaautomatik und sogar ein Radio sind aber immer noch Aufpreise fällig. Radio und Klima sind neben vielen Bequemlichkeits-Extras sowie Lederapplikationen erst in der Ausstattung "Privilège" enthalten.

Dann ist der Clio mit mindestens 14.750 Euro (88 PS-Benziner) aber kein echtes Schnäppchen mehr.

 Technische Daten
Renault Clio 1.2 16V 
 MotorReihe 
 Zylinder
 Hubraum (cm³)1149 
 Leistung (kW/PS)55/75 
 Zuladung(kg)415 
 Gesamtgewicht (kg)1570 
 0-100 km/h (s)13,4 
 Vmax (km/h)167 
 Verbrauch (L/100 km)5,9 
 KraftstoffSuper 
 Grundpreis (€)11.650 
 Mehr Renault-Daten im Katalog
Herstellerangaben 
 
Renault Clio 1.2 16V Expression- Foto: Viehmann
Renault Clio 1.2 16V Expression- Foto: Viehmann
Renault Clio 1.2 16V Expression- Foto: Viehmann
Renault Clio 1.2 16V Expression- Foto: Viehmann

 Alternativen
Peugeot 206 1.4 75 Petit Filou Peugeot 206Skoda Fabia 1.4 16V ClassicSkoda Fabia
Volkswagen Polo 1.4 Limousine ComfortlineVolkswagen Polo
Ford Fiesta 1.4Ford Fiesta

Text: | Fotos: Viehmann


Anzeige
 Gefunden bei AutoScout24
 

© Copyright 2004 - 2019 by alle-autos-in.de
Anzeige