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Fahrbericht: Mazda 3 MPS
Auf leisen Sohlen
Mazda 3 MPS

Die GTI-Liga hat in den vergangenen Jahren gut draufgesattelt. GTI, ST, RS, Cupra und RC bieten deutlich mehr als 200 PS unter der Haube. Jüngster Neuzugang im Sportgeschäft: der Mazda3 MPS.

[+] Gute Fahrleistungen, komplette Serienausstattung, gut abgestimmtes Fahrwerk, solide Verarbeitung, einfache Bedienung
[-] Antriebskräfte im Lenkrad, keine Lederausstattung lieferbar, kleiner Navigationsbildschirm, eingeschränktes Platzangebot, kleiner Laderaum, großer Wendekreis

Auch wenn Mazda seinen sportlichsten Dreier nachgeschärft hat - er hält sich auf den ersten Blick doch mehr zurück als so manch anderer. Ex-Chefdesigner Laurens van den Acker beließ es bei einem kraftvollen Schlund unter der Motorhaube und einem imposanten Heckspoiler. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man den MPS fast für einen gewöhnlichen Mazda3 von der Stange halten - keine dicken Backen, keine fetten Breitreifen, grelle LED-Elemente oder wilde Spoiler. Mazda bemüht sich auch bei seinem sportlichen Aushängeschild um Zurückhaltung.

Motor und Antrieb zeigen sich dabei nahezu unverändert. Der 2,3 Liter große Vierzylinder mit Turboaufladung und Direkteinspritzung wurde komplett von seinem 31.000 mal verkauften Vorgänger übernommen und nur leicht modifiziert. 191 kW/260 PS, 380 Nm maximales Drehmoment und 250 km/h Spitze – alles wie gehabt.

Das gilt auch beim Verbrauch. Zwar sind die Gänge zwischen zwei und sieben Prozent länger ausgelegt - aber auch damit dürfte der MPS im Tagesgeschäft kaum sparsamer als bisher zu bewegen sein. Mazda verspricht hier ambitionierte 9,6 Liter Super auf 100 Kilometern.

Mazda 3 MPS - Foto: Hersteller

Wichtiger als der Verbrauch dürfte den Kunden jedoch der Tatendrang sein. So gelingt es dem Japaner, seine Leistung bissiger als bisher auf die Straße zu brennen. Teils mechanisch, teils elektronisch wird an der Vorderachse in Sekundenbruchteilen gewerkelt, damit der Mazda erfolgreich darüber hinweg täuscht, dass er frontgetrieben wird. Eine Vorderachssperre garantiert maximalen Kraftfluss und Sensoren an der Lenkung sowie die Schlupfregelung sorgen dafür, dass die Räder auch beim Spurt von 0 auf 100 km/h in 6,1 Sekunden nicht mehr als nötig ins Schlackern kommen.

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Das klappt durchaus ordentlich, doch gerade bei flotter Kurvenfahrt träumt der ambitionierte Fahrer von einer MPS-Version, die über die Hinterachse oder besser noch über alle vier Räder angetrieben wird. Dann wären auch die spürbaren Antriebseinflüsse aus dem griffigen Lenkrad verschwunden. Doch Kosten und Nutzen, Märkte und Käuferverhalten lassen auch beim Mazda3 MPS der zweiten Generation solche wünschenswerten Dinge außen vor.

Das gilt auch für andere Feinheiten, bei denen die Konkurrenz zuletzt deutlich nachgelegt hat. Elektronische Dämpfer, sportliche Fahrprogramme oder ein modernes Doppelkupplungstriebe gibt es für den 260 PS starken Fronttriebler bis auf weiteres nicht. Was soll's: Die für das kommende Jahr geplanten 400 MPS-Kunden in Deutschland dürfte es kaum stören. Immerhin wurden schon vor dem Marktstart mehr als 150 Fahrzeuge blind verkauft.

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Abgespeckt
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Diese Kunden werden bei ihren ersten Testkilometern nicht enttäuscht sein. Der auf 4,50 Meter gewachsene Mazda3 MPS fährt sich im Vergleich zu seinem Vorgänger ähnlich, jedoch deutlich ausgewogener. Er ist in allen Belangen etwas besser geworden, besonders auch an Fahrwerk und Lenkung. So ist man straff, aber niemals hart unterwegs. Gerade auf längeren Strecken sorgt das für einen deutlichen Komfortgewinn. Da dieser bei der sportlichen Kompaktklassenkundschaft weniger im Fokus steht, sollten eher die gute Lenkung, die kraftvollen Bremsen und das neutrale Fahrverhalten positive Erwähnung finden. Etwas knackiger abgestuft dürften sich jedoch die sechs Gänge der manuellen Handschaltung präsentieren.

Bei den Fahrleistungen kann der MPS jederzeit mit der Konkurrenz mithalten. Im Vergleich zum Vorgänger hat die neue Generation um 25 Kilogramm abgespeckt und bleibt so knapp unter 1,4 Tonnen.

Wenn es um den nicht ganz unwichtigen Motorsound geht, fällt beim neuen Dreier eher die gute Geräuschdämmung im Innenraum auf. Überhaupt liefert der Mazda3 innen eine sehr gelungene Vorstellung ab. Gute Sportsitze, wertige Verkleidungen und Bedienelemente machen es auf Anhieb wohnlich. Zur reichhaltigen Serienausstattung zählen Klimaautomatik, 18-Zoll-Alufelgen, Teilledersitze, zahlreiche Airbags, Spurwechselassistent, ESP und Soundsystem. Wenn etwas stört, ist es nicht das mit 720 Euro fair gepreiste Navigationssystem, sondern dessen allzu kleiner Bildschirm. Hier gibt es deutlich bessere, weil größere Displays - und auch die Bildschirmqualität lässt zu Wünschen übrig.

Abgesehen vom Navi lässt sich der 27.400 Euro teure Mazda3 MPS nur durch ein Komplettpaket aufmöbeln. Für 2.400 Euro Aufpreis gibt es dann Bose-Sound, Xenonlicht und Keyless Go. Die vier Metallicfarben rot, weiß, silber und schwarz sind hingegen serienmäßig. Unzeitgemäß sind jedoch die Wartungsintervalle von 15.000 Kilometern.

 Technische Daten
Mazda 3 MPS 
 MotorReihe 
 Zylinder
 Hubraum (cm³)2261 
 Leistung (kW/PS)191/260 
 Zuladung(kg)540 
 Gesamtgewicht (kg)1925 
 0-100 km/h (s)6,1 
 Vmax (km/h)250 
 Verbrauch (L/100 km)9,6 
 KraftstoffSuperPlus 
 Grundpreis (€)27.400 
 Mehr Mazda-Daten im Katalog
Herstellerangaben 
 
Mazda 3 MPS- Foto: Hersteller
Mazda 3 MPS- Foto: Hersteller
Mazda 3 MPS- Foto: Hersteller
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Text: | Fotos: Hersteller

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