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Faszination: Porsche 911 GT3 RS 4.0
Abschiedskonzert
 Porsche 911 GT3 RS 4.0

Rennwagen gehören nur auf die Rennstrecke? Von wegen. Ein sonniger Vormittag mit einem Porsche 911 GT3 RS 4.0 auf der beschaulichen Schwäbischen Alb überzeugt eindrucksvoll vom Gegenteil.

Das letzte Produktionsjahr des auslaufenden Porsche 911 der Baureihe 997 wird als das wohl modellreichste in die Firmengeschichte eingehen. Nachdem die Besitzverhältnisse im Hause VW/Porsche nun geklärt sind, kann man sich im Stuttgarter Westen wieder auf das wesentliche konzentrieren – Autos bauen. Auf der IAA Mitte September feiert der neue Elfer mit der internen Bezeichnung 991 seine Weltpremiere. Im Abschlussjahr des Vorgängers greifen die Zuffenhausener in die Vollen – unzählige 997er-Versionen drehen derzeit ihre Runden. Der Beste davon trägt den Namen 911 GT3 RS 4.0.

 Porsche 911 GT3 RS 4.0  - Foto: Hersteller

Wer heiß ist auf einen echten Rennwagen für die Straße, sollte schnell zugreifen. "Man kann sich glücklich schätzen, wenn man einen von ihnen ergattert", sagt Produktentwickler Andreas Preuninger: "Es wird wirklich nur 600 Stück geben."

Über die Jahre haben die diversen GT3-Versionen, die einst mit dem 996er eingeführt wurden, kräftig zugelegt. Aus 360 PS wurden 381, dann 415, 435, 450 und nun 500 PS. Wie groß der Unterschied des Triebwerks mit jetzt vier Litern Hubraum im Vergleich zu seinem Vorgänger ist, das beeindruckt nach ein paar schnellen Kurven. Der Sechszylinder-Boxer dreht wie ein Bulle hoch und drückt die maximal zwei Insassen vehement in die ebenso engen wie bequemen Schalensitze. Das griffige Alcantara-Lenkrad in beiden Händen fingert man den nicht einmal 1,4 Tonnen schweren Hecktriebler durch jede noch so knifflige Kurvenkombination.

Nicht erst nach dem Drücken der Sporttaste brüllt der Hochleistungsmotor auf und zeigt, dass es nicht immer ein Turbo sein muss, der einem die Sinne raubt. Die Kurbelwelle sorgt für das Hubraumplus von zweihundert Kubikzentimetern und ein größerer Ansaugtrakt für den nötigen Durchzug. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der sportliche Zauberlehrling in 3,9 Sekunden.

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Selbst auf eine Rennstrecke lässt es sich vortrefflich verzichten. Warme Temperaturen, eine trockene Fahrbahn und die grandiosen Kurvenketten der Schwäbischen Alb lassen einen alle Rundkurse dieser Welt vergessen. Ortschilder mit schier unaussprechlichen Namen fliegen nur so an einem vorbei. Die Lenkpräzision des 911 GT3 RS 4.0 ist bei aller Triebwerkskunst das, was einem im Gefühl bleibt. Bis auf wenige Zentimeter lässt sich der Stuttgarter an Fahrbahnböschungen und Leitpfosten heranbewegen. Mehr und schneller ginge nur auf der Rennstrecke. Hier gehört das neueste Männerspielzeug zum Besten, was weltweit zu haben ist. Immer wieder diese Drehzahlorgien bis über die 8.000er-Marke, die brachial nach vorne schiebt.

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310 km/h - eine Randnotiz
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Dabei ist die Höchstgeschwindigkeit kaum mehr als eine Randnotiz. "Der Wagen läuft bei Tempo 310 in den Begrenzer hinein", sagt Preuninger. "Es ging bei dem Wagen nicht um Höchstgeschwindigkeit, sondern darum, möglichst schnell bis zu dieser Höchstgeschwindigkeit zu beschleunigen."

Im Vergleich zum Vorgänger gibt es 50 PS und 30 Nm Drehmoment mehr. Ein Leistungsplus, das sich insbesondere bei Fahrten im mittleren Drehzahlbereich positiv bemerkbar macht. Dort ist der GT3 4.0 durchweg einen Gang höher unterwegs als bisher.

Das Gewicht liegt fahrbereit bei leichten 1.360 Kilogramm. Hauben und Kotflügel aus Kohlefaser sparen überflüssiges Gewicht. Die hinteren Scheiben sind aus Polycarbonat und wer will, kann eine Lithium-Ionen-Batterie ordern, die weitere elf Kilogramm spart. Der Verbrauch: 13,8 Liter.

Bei ersten Testfahrten auf der Nordschleife des Nürburgrings brauchte der Porsche 911 GT3 RS 4.0 7,27 Minuten für eine Runde. Ein Topwert. Kein Wunder also, dass rund 85 Prozent aller GT3-Kunden ihren Boliden allein auf der Rennstrecke bewegen. Dabei sorgt er mit mächtigen Schwellern und Spoilerwerk auch im langsamen Straßengalopp für jede Menge Aufmerksamkeit. "Kein Marketing, kein Kunde hat diesen Wagen gefordert", sagt Preuninger. "Wir wollten das Vier-Liter-Triebwerk der Rennversionen einfach auch einmal in einem Straßenauto sehen.“ Das ist zum Abschluss der 997er-Reihe nun möglich - für 178.596 Euro.

 
 Porsche 911 GT3 RS 4.0 - Foto: Hersteller
 Porsche 911 GT3 RS 4.0 - Foto: Hersteller
 Porsche 911 GT3 RS 4.0 - Foto: Hersteller
 Porsche 911 GT3 RS 4.0 - Foto: Hersteller

Text: | Fotos: Hersteller


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