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Praxistest: Cadillac STS 4.6 V8
Still Cruising
Cadillac STS 4.6 V8

USA und Europa - das passt in automobiler Hinsicht kaum zusammen. Die US-Luxuslimousinen taten sich hier schon immer schwer. Nach Chrysler startet nun auch Cadillac einen neuen Angriff auf den alten Kontinent - mit dem STS. Luxus, Dynamik und Extravaganz sollen junge Kunden bringen.

[+] Luxus-Ausstattung, bulliger Motor, hochwertiger Innenraum mit viel Platz vorne, Bose Surround-System
[-] Üppiger Verbrauch, wenig Beinfreiheit im Fond, hoher Wertverlust

Amerika ist nicht genug: General Motors will seine US-Edelmarke Cadillac im neuen Jahrtausend in die weite Welt hinaustragen. Nach XLR und CTS führten die Nordamerikaner zuletzt ihr neues Flagschiff STS auf dem europäischen Markt ein. Das typisch kantige Cadillac-Styling soll die Markenidentität auch diesseits des großen Teiches endlich bekannt machen. Zu den typischen Design-Merkmalen zählen senkrecht angeordnete Scheinwerfer, horizontale Keillinien und die V-förmige Motorhaube. Mit zwei Motorisierungen, wahlweise Heck- oder Allradantrieb, gediegener Verarbeitung und hochwertigen Materialien soll der neue STS auch hierzulande in einer Reihe mit BMW 5er, Mercedes E-Klasse und Audi A6 fahren. Teilweise in Deutschland entwickelt, diente bei der Fahrwerksabstimmung des Cadillac denn auch wer als technisches Vorbild? Genau: BMW.

Cadillac STS 4.6 V8 - Foto: press-inform

Cadillac-Kunden lieben den Luxus. Wir reden von Luxus - nicht von simplem Komfort. Mit opulenter Ausstattung und serienmäßigen Gimmicks will man das Image der Betulichkeit für Senioren wandeln. Junge, technikbegeisterte Fahrer sollen sich für den STS entscheiden. Zumindest die, die irgendwie anders sein möchten und denen selbst ein Jaguar oder Lexus noch viel zu sehr Mainstream ist. Auf jeden Fall ist der neue Cadillac durch kantige Formen und bulliges Äußeren eine eigenwillige Alternative in der automobilen Oberklasse. Mit 4,98 Meter und dem diesem Design ist er sicher kein Wagen für Liebhaber eines gepflegten Understatement. Der Cadi-Fahrer zeigt gern, was er hat. Oder ist.

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Der im Innenraum präsentierte Luxus ist selbst in der Oberklasse auffallend. Neu für einen Ami-Schlitten sind die exzellente Verarbeitung und die hochwertigen Materialien. Von elektrisch verstellbaren und belüfteten Sitzen, Eukalyptusholz-Interieur, Windschutzscheibendisplay, CD-Wechsler, DVD-Player samt 8-Zoll-Bildschirm, und High-End-Sound von Bose bis hin zu Bluetooth für Mobiltelefone ist alles an Board. Optional ist eine adaptive Geschwindigkeitsregelung erhältlich, die das Fahrtempo auf die Geschwindigkeit vorausfahrender Fahrzeuge anpasst.

Doch was wäre Luxus, wenn es an allen Ecken und Enden zwickt und kneift? Wie es sich in dieser Liga gehört, gibt es im Cadillac STS vorne viel Platz - allerdings haben Fahrer jenseits der Durchschnittsgröße durch die massive Mittelkonsole und das nicht längsverstellbare Lenkrad Probleme mit der optimalen Sitzposition. Hinten ist die Beinfreiheit ungewohnt knapp.

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Leicht und schwer
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Auch der Kofferraum ist mit gerade mal 464 Litern um einiges kleiner als bei der Konkurrenz. Einem durchschnittlich gebauten Fahrer dürfte durch die hohe Ladekante und die schmale Ladeöffnung das Beladen mit Koffern oder Getränkekisten schwerer fallen als gedacht.

Der Startknopf erweckt die 325 PS des 4.6-Liter-V8 unter der Alu-Motorhaube zum Leben. Bei hohen Drehzahlen aggressiv fauchend, sprintet er in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und stellt seinen Tatendrang erst jenseits der 260er-Marke ein - wie war das mit dem Abregeln bei 250? Um das Gesamtgewicht des STS nicht über die Zwei-Tonnen-Grenze schnellen zu lassen, wurde wie schon beim kleinen Bruder CTS an Karosserie und Fahrwerk viel Leichtmetall verbaut. Dennoch kam der Testverbrauch zu keiner Zeit an die Herstellerangabe von 12,4 Litern auf 100 km auch nur heran. Selbst bei verhaltener Fahrweise waren es knapp 14 Liter Super – bei schnellen Autobahnpassagen und im Stadtverkehr muss man 15 bis 17 Liter kalkulieren.

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Gnadenlos komfortabel
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Der Cadillac fährt sich dabei durchaus sportlich und bleibt gnadenlos komfortabel. Plötzliche Ausweichmanöver werden ebenso anstandslos gemeistert wie Querrillen. Die Abrollgeräusche sind trotz der mächtigen 18-Zoll-Räder erfreulich gering - lediglich die Lenkung hätte etwas präziser ausfallen können. Der Geradeauslauf ist gut. Und in Kurven macht das typische Übersteuern eines Hecktrieblers Spaß – das Ausbrechen des Hecks verhindert die Traktionskontrolle "StabiliTrak" fast unmerklich.

Die hervorragend abgestimmte und ruckfrei schaltende Automatik und die beim V8 serienmäßige Dämpferregelung "Magnetic Ride Control", mit der das Dämpfersystem binnen Sekundenbruchteilen stufenlos und automatisch auf den jeweiligen Fahrzustand eingestellt wird, machen aus dem neuen Cadillac STS eine überzeugende Reiselimousine ohne jegliche Starallüren.

Das ganze Cruiser-Vergnügen ist bereits ab hitverdächtigen 57.950 Euro zu haben. Letztlich bleibt der Cadillac STS ein Fahrzeug für Individualisten, die für den Preis einer oberen Mittelklasse ein Automobil der Oberklasse fahren wollen und dafür leichte Schwächen gegenüber der Konkurrenz hinzunehmen bereit sind.

 Technische Daten
Cadillac STS 4.6 V8 
 MotorV-Form 
 Zylinder
 Hubraum (cm³)4565 
 Leistung (kW/PS)239/325 
 Zuladung(kg)532 
 Gesamtgewicht (kg)2439 
 0-100 km/h (s)6,2 
 Vmax (km/h)250 
 Verbrauch (L/100 km)14,5 
 KraftstoffSuper 
 Grundpreis (€)59.390 
 Mehr Cadillac-Daten im Katalog
Herstellerangaben 
 
Cadillac STS 4.6 V8- Foto: Hersteller
Cadillac STS 4.6 V8- Foto: Wolff
Cadillac STS 4.6 V8- Foto: press-inform
Cadillac STS 4.6 V8- Foto: Wolff

 Alternativen
BMW 7er 750i BMW 7erMercedes-Benz S 500Mercedes-Benz S
Audi A8 4.2 quattroAudi A8
Chrysler 300C Touring 5.7 HEMIChrysler 300C

Text: | Fotos: Wolff


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