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Fahrbericht: BMW 645Ci Cabrio
Bavarian Open
BMW 6er 645 Ci Cabrio

Kaum hat der bayerische Autohersteller sein großes Coupé vorgestellt, folgt bereits die Cabriolet-Version. Und wieder will man damit vor allem Jaguar jagen.

[+] Bärenstarker Motor, höchster Fahrkomfort, sehr gute Verarbeitung, präzise Lenkung, hervorragendes Getriebe
[-] Sehr hohe Kosten, enger Fond, lange Aufpreisliste

Es kostet Überwindung - viel Überwindung. Denn das Außenthermometer zeigt minus fünf Grad an. Weiße Flocken werden vom Wind herumgepeitscht. Innen hingegen ist es kuschelig. Warm, weich und still. Warum sich also den feindlichen Außenbedingungen aussetzen, wenn es nicht unbedingt nötig ist? Weil einem glaubhaft versichert wurde, dass ein solches Unterfangen auch in Schweden, bei minus zehn Grad, niemandem geschadet hat. Vor allem aber, weil man, wenn man in einem 645Ci Cabrio sitzt, zumindest einmal das Dach geöffnet haben muss, während man drin sitzt. Also mutig auf den Knopf gedrückt, der das Stoffdach elektrisch entriegelt und sodann in weniger als einer halben Minute komplett hinten versenkt. Ade, du heimeliger Stoffhimmel mit Schaumstoffunterfütterung, hallo, wolkenverhangenes graues Firmament. Wird hoffentlich schon was dran sein an den hartnäckigen Zusicherungen, dass einem nicht unbedingt die Stirnhöhlenvereiterung dräut, wenn man es offen versucht.

BMW 6er 645 Ci Cabrio - Foto:

Siehe da, selbst bei halbwegs flotter Fahrweise über Land ist man nicht unbedingt auf Haarlack angewiesen. Da sind unter anderem die serienmäßige Sitzheizung, die aufpreispflichtige Lenkradheizung und eine Spezialität der Klimaautomatik, die da "Cabriomodus" heißt und eine automatische Versorgung mit genau festgelegter Lufttemperatur und –verteilung darstellt. Dadurch wird es bei den Füßen nicht zu warm, Oberkörper und Kopf werden hingegen gut beheizt. Selbstverständlich sind wir nicht auf diese Einstellung angewiesen, sondern können auch eigene Modi wählen. Das (aufpreispflichtige) Windschott sollte natürlich zudem über den Hintersitzen montiert sein, wobei diese dann wiederum nicht belegt werden können. Reist man zu dritt oder viert, dann bietet die Heckscheibe einen gewissen Schutz gegen Zug, sobald sie ausgefahren wird, aber zuviel sollte man sich davon nicht erwarten. Ausfahren? In der Tat ist die kleine und beheizbare Heckscheibe versenkbar, auch dann, wenn das Cabriodach geschlossen ist. Dann soll sich laut BMW ein Gefühl wie in einer Limousine mit offenem Schiebedach einstellen. Zudem sind auch die vier Seitenscheiben voll absenkbar. BMW spricht im übrigen von einem „Finnenverdeck“. Das hat weniger etwas mit den Bewohnern des Nordlands zu tun, sondern mit Finnen im Sinne von stabilisierenden Elementen, wie man sie etwa bei Surfbrettern (und Walen) findet.

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Spontan, aber nicht bissig
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Beim 645Ci Cabriolet läuft das Stoffdach nach hinten in zwei solchen Finnen aus: Verlängerungen der C-Säule, die damit einen sanften Linienverlauf vom Dach zum Heck gewährleisten, und zwischen denen sich das kleine, senkrechte Heckfenster behauptet. Damit von dem allen auch bei offenem Dach noch etwas zurückbleibt, hat man die Finnen auf dem Verdeckkasten noch einmal in Kunststoff nachmodelliert. Der Kofferraum fasst 350 Liter bei geschlossenem und 300 Liter bei offenem Verdeck. Das Prinzip des offenen Dachs macht konstruktionsbedingt zusätzliche Versteifungen vor allem im Fahrzeugboden und in der A-Säule (Frontscheibeneinfassung) notwendig, um die Karosserie vor heftigen Verwindungen zu bewahren. Das wiederum erhöht in Verbindung mit den elektrischen und mechanischen Vorrichtungen des Dachs das Gewicht.

Das 645er-Cabrio macht da keine Ausnahme. Es ist rund 200 Kilogramm schwerer als das Coupé, BMW spricht von 1815 Kilo Leergewicht mit Schaltgetriebe. In der Praxis fällt das Mehrgewicht indes kaum auf. Der 4,4-Liter-V-8-Motor mit 333 PS und 450 Newtonmetern Drehmoment wird spielend damit fertig. Bei Tempo 250 wird automatisch abgeriegelt. Er geht spontan, aber nicht bedrohlich bissig zu Werke. Stets gibt es genügend Zug auf die Hinterachse. Der Klang ist betörend, auch bei geschlossenem Verdeck. Lediglich bei langen, fiesen Steigungen merkt man den zusätzlichen Speck, vermutlich auch im direkten Beschleunigungsvergleich. Ansonsten gibt es praktisch keine Unterschiede zum Coupé. Der Kunde kann wählen zwischen einem konventionellen Sechsgang-Schaltgetriebe, dem sequenziellen manuellen Sechsganggetriebe SMG und der hervorragenden Sechsgang-Automatik mit der zusätzlichen Möglichkeit des manuellen Schaltens.

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"Hier bin ich – spüre mich!"
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Im Innenraum wirkt alles edel und gediegen; das serienmäßige Leder riecht gut, die Teppiche schreien förmlich: „Schont uns!“ und somit nach zusätzlichen Fußmatten, der wuchtige lederne Kranz des verstellbaren Lenkrads liegt bestens auch in zarteren Händen, der linke Fuß findet eine perfekte Stütze, sofern nicht benötigt, das Frontgestühl bietet sowohl eine wohltuend lange Sitzfläche als auch befriedigenden Seitenhalt, der Wendekreis ist wohltuend klein.

Dann wäre da noch was: das Fahren. Es mutiert in diesem Wagen zur reinen Freude. Das Gefühl der Rückmeldung durch das Auto, das da ständig sagt: „Hier bin ich – spüre mich!“, lässt den Fahrer vor allem die Geschwindigkeit spüren. Hier wird niemand eingelullt, der Wagen ist hochgradig „responsive“. Die Piste lebt! Federung und Dämpfung sind straff, aber nicht zu hart. Kein Zweifel: Hier hat man es mit einem veritablen Sportwagen zu tun, der eben nicht nur entspanntes Cruisen zulässt. Dafür, dass das Ganze auch ordentlich auf der Piste bleibt, sorgt DSC, die dynamische Stabilitätskontrolle, zu der unter anderem auch das ABS und die automatische Stabilitätskontrolle ASC gehören. Auf den teilweise verschneiten und eisbedeckten Straßen bei ersten „Ausritten“ mit dem Cabrio zeigte sich dieses System von seiner besten Seite. Kein Zweifel: Das 645Ci Cabriolet ist ein nahezu perfekter 2+2-Sitzer. BMW räumt ein, dass man es mit ihm vor allem auf das Jaguar-XK-Cabrio abgesehen hat, aber man scheut auch nicht den Vergleich mit dem Porsche Carrera Cabriolet oder sogar dem Maserati Spider. Und das lassen sich die Bayern auch gebührend entlohnen: Genau 80.000 Euro kostet der Katzenjäger aus München. Ende März kann diese Hatz beginnen.

 Technische Daten
BMW 6er 645 Ci Cabrio 
 MotorV-Form 
 Zylinder
 Hubraum (cm³)4398 
 Leistung (kW/PS)245/333 
 Zuladung(kg)400 
 Gesamtgewicht (kg)2215 
 0-100 km/h (s)6,1 
 Vmax (km/h)250 
 Verbrauch (L/100 km)12,8 
 KraftstoffSuperPlus 
 Grundpreis (€)80.000 
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Herstellerangaben 
 
BMW 6er 645 Ci Cabrio- Foto:
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 Alternativen
Audi A4 Cabriolet 3.0 quattro
Audi A4
Jaguar XK8 CabrioJaguar XK8
Lexus SC 430Lexus SC
Mercedes-Benz CLK 55 AMG CabrioMercedes-Benz CLK

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