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Praxistest: BMW 630i Cabrio
Herbsttraum
BMW 6er 630i Cabrio

Er steht seit über einer Woche vor der Tür und jeder neue Tag mit ihm ist wunderschön. Ein sonniger Herbst ist die schönste Zeit, offen mit einem Cabrio unterwegs zu sein. Der offene 6er BMW ist eine Sünde – zu jeder Jahreszeit.

[+] Grandioser Cruiser, ausgezeichnete Verarbeitung, sportliches und sicheres Fahrwerk auf hohem Niveau, präzise Lenkung, exakt dosierbare Bremsen
[-] Wenig Platz im Fond, magere Serienausstattung, hohe Kosten, unübersichtliche Karosserie

Die Stoff-Cabriolets sind out- hört man immer wieder. Die Klappdach-Fraktion hat denn auch folgerichtig in den vergangenen Jahren das Ruder übernommen: SLK, 206cc, Eos und wie sie alle heißen. Wahre Eleganz allerdings strahlt kaum eines dieser zweifellos praktischen Modelle aus. Dass es auch anders – und vor allem eleganter geht – zeigt das 6er Cabrio von BMW.

Zugegeben, mir gefällt eigentlich das Coupé besser. Und der Dreiliter-Motor ist auch nicht das, was ich mir in dieser Klasse gewünscht hätte. Aber als mich die ältere Nachbarin auf den "tollen Schlitten" ansprach, hatte ich ihn längst ins Herz geschlossen. In der Coupéklasse ist der BMW 650i derzeit das Maß der Dinge. Auto, Motor, Fahrwerk, das gesamte Paket ist exzellent – schnell kommt man ins Schwärmen. Das ist beim 630i Cabrio nicht anders.

BMW 6er 630i Cabrio - Foto: press-inform

Das Stoffdach mit der seltsamen Finn-Faltung und dem lang gezogenen Abschluss über dem hinteren Radlauf ist optisch Geschmacksache - aber eines der besten Cabriodächer auf dem Markt. Es könnte strammer nicht sitzen und sorgt selbst bei 240 km/h auf der Autobahn noch für ein durchaus vertretbares Geräuschniveau. Wie schon erwähnt: Es ist ein sonniger Herbst. Sitzheizung, Windschott und das beheizte Lenkrad bilden ein perfektes Team. Noch schöner fährt sich der elegante Bayer jedoch, wenn das Windschott unten bleibt.

Bei nassem Wetter gibt es ein witziges Gimmick: Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen. Das klappte zuletzt beim alten Mazda MX-5. Während man die Plastik-Heckscheibe einst per Reißverschluss flach legte, erledigt dies hier ein Stellmotor.

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Klar, wir sitzen in einem Cabrio der 70.000-Euro-Klasse. Der Luxus um einen herum kennt entsprechend kaum Grenzen. Leder und unzählige elektrische Annehmlichkeiten sind selbstverständlich. Die Sitze passen und lassen sich vollelektrisch angenehm einstellen. Nur die Kopfstützen sind zu niedrig. An das iDrive-Bordsystem hat man sich längst gewöhnt. Es gibt bessere Systeme, sicher. Aber es ist nicht so schlecht, wie oft beklagt.

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Sechs oder acht Zylinder?
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Der 6er ist kein Cabriolet von der Stange, sondern eines, nach dem sich immer wieder umgeschaut wird. In den Blicken der Passanten kann man zumeist Freude und Anerkennung entdecken. Der Neidfaktor bei diesem Boliden scheint angenehm gering.

Der 6er gilt als 2+2-Sitzer. Doch die konturierten Einzelsitze im Fond sollte man nur sehr guten (und sehr kleinen) Freunden anbieten. Auch die Kopfstützen in der zweiten Reihe sind mehr Designmerkmal als Sicherheitsausstattung. Im Notfall hilft neben den bekannten Sicherheitssystemen wie Airbags, ABS und ESP (DSC/DTC) ohnehin ein Überschlagschutz. Bei dieser Straßenlage und den Sicherheitsreserven kann man sich kaum vorstellen, dass sowas je beim 6er eingreifen müsste. Aber es ist gut zu wissen, dass für Sicherheit gut gesorgt ist. Das Fahrwerk ist einfach grandios, die Lenkung fabelhaft und die Handschaltung ist wie für den Bayern gemacht - obwohl der 6er vom ganzen Gefühl her fraglos ein Automatikauto ist.

Skeptisch war ich zunächst bei der Motorisierung. Sicher: Der neue Dreiliter-Sechszylinder ist ein Prachtkerl und macht auch Modellen wie dem 130i, 330i oder 530i mächtig Zunder. Aber wie würde sich der Langhuber im sportlichen 6er fahren? Schließlich bringt das Cabriolet fast zwei Tonnen Gewicht auf die Waage. Doch der 258 PS starke Reihensechser dreht willig und fährt sich in jedem Drehzahlbereich prächtig. Über 240 km/h sind in jedem Fall drin. Und die Beschleunigungswerte interessieren in diesem Cruiser sowieso niemanden.

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Wo aber ist der Sound?
, Praxistest

Trotzdem hat man gerade auf der Autobahn immer wieder das Gefühl, zu wenig Feuer unterm Hintern zu haben. In der Innenstadt oder auf den nachmittäglichen Ausfahrten in die rot-gelb getünchte Herbstlandschaft fehlt einem dagegen vor allem der satte Sound eines Achtzylinders. Das Mehrgewicht im Vergleich zum deutlich leichteren Coupé ist dem Fahrverhalten kaum anzumerken. Doch der Motor hat im sportlichen Galopp alle Zylinder voll zu tun. Angenehm überrascht hat der Verbrauch: Durchschnittlich schluckte der schwere 630i vergleichsweise bescheidene 12,5 Liter SuperPlus auf 100 km. Meine Nachbarin interessiert das wenig. Sie schaut voll Faszination aus dem Fenster, wenn man bei langsamer Fahrt in die Einfahrt das Dach elektrisch schließt.

Der 630i ist ein fast perfektes Cabrio. Ein Herbsttraum, der am besten nie enden sollte. Doch wenn ich ehrlich bin, denke ich von Zeit zu Zeit doch an den Achtzylinder des 650i Cabrio. Auf die paar tausend Euro kommt es dann auch nicht mehr an. Er kostet mit 82.000 gerade 12.200 Euro mehr. Was ist das schon. In dieser Preisklasse.

 Technische Daten
BMW 6er 630i Cabrio 
 MotorReihe 
 Zylinder
 Hubraum (cm³)2996 
 Leistung (kW/PS)190/258 
 Zuladung(kg)325 
 Gesamtgewicht (kg)2085 
 0-100 km/h (s)6,9 
 Vmax (km/h)250 
 Verbrauch (L/100 km)9,6 
 KraftstoffSuperPlus 
 Grundpreis (€)68.500 
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Herstellerangaben 
 
BMW 6er 630i Cabrio- Foto: press-inform
BMW 6er 630i Cabrio- Foto: Hersteller
BMW 6er 630i Cabrio- Foto: Hersteller
BMW 6er 630i Cabrio- Foto: press-inform

 Alternativen
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Text: | Fotos: press-inform


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