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Weltspiegel  Weltspiegel: VW Käfer in Mexiko

Der Tequila-Krabbler



Mexiko City verbannt das legendäre Käfer-Taxi endgültig aus der Millionen-Metropole. Doch das bedeutet noch lange nicht das landesweite Aus für den "Vocho". Eine Käfer-Suche in Mexiko.

 
 VW-Käfer
  
 VW-Käfer  - Foto: Viehmann  VW-Käfer - Foto: Viehmann  VW-Käfer - Foto: Viehmann  VW-Käfer - Foto: Viehmann  VW-Käfer - Foto: Viehmann  VW-Käfer - Foto: Viehmann

Im Jahr 1954 spielte VW Speedy Gonzalez: Sieben nagelneue Käfer nahmen an der gefährlichen "Carrera Panamericana" teil. Die kleinen Krabbler holten zwar keine Trophäen, aber sie kamen alle ins Ziel. Das war keineswegs selbstverständlich bei der materialmordenden Rallye. Die starke Leistung der kleinen Autos war ein gewaltiger Image-Gewinn für den Käfer in Mexiko. Und noch heute sieht man den "Vocho", wie die Mexikaner das Wägelchen nennen, fast an jeder Straßenecke.

Meistens sind die Vochos vor allem eins: knallbunt. Weiße Exemplare erblickt man trotz hoher Temperaturen relativ selten, Mexikaner tauchen den Käfer gern in kräftige Farben. Außerdem ist Individualisierung angesagt. Ob Flammen-Dekor, Zusatzscheinwerfer, Rennsport-Aufkleber oder die "Herbie"-Lackierung mit der berühmten Nummer 53 - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Manchmal entdeckt man sogar skurrile Käfer-Mutanten, die findige Bastler mit einem alten VW-Bus gekreuzt und zum Campingmobil umgerüstet haben.

Es ist also noch lange nicht Schluss für den Mexiko-Käfer, selbst wenn in der Millionen-Metropole Mexiko City ab dem nächsten Jahr keine Vochos mehr als Taxi eingesetzt werden dürfen. Noch vor fünf Jahren war mehr als jedes zweite der rund 50.000 Taxen ein Käfer, heute sind es weniger als 4000. Nach 2012 will die Stadtverwaltung die Taxi-Lizenzen für die Vochos nicht mehr verlängern, damit endet eine letzte Gnadenfrist.

Vermissen wird man die Vochos vor allem als Fotomotiv. Knuffig sehen die Käfer-Taxis zwar aus, doch ansonsten haben sie für die Passagiere hauptsächlich Nachteile. Weil viele Taxifahrer den Beifahrersitz ausbauen, damit die Passagiere den Fond schneller entern können, knallen die Mitfahrer bei einem Unfall im schlimmsten Fall direkt gegen die Windschutzscheibe. Berüchtigt waren die Kugel-Droschken auch deshalb, weil die Passagiere mangels eigener Türen bei Überfällen keine Möglichkeit zur Flucht hatten. Mexikos Taxifahrer schwören heute auf kleine Limousinen wie den Nissan Tsuru.

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Teure Luxusgüter
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Mit dem Verschwinden der grünen VW-Taxen endet aber nur ein Kapitel der mexikanischen Käferlehre. Begonnen hat das Mittelamerika-Abenteuer des rundlichen Hecktrieblers bereits 1954. Mexiko hatte damals 30 Millionen Einwohner, aber nur 500.000 Autos. PKW waren teure Luxusgüter. Durch die Importeurs-Gesellschaft Volkswagen Mexicana kamen die ersten Käfer ins Land, 1963 wurden schon mehr als 6000 Exemplare verkauft.

Trotz bürokratischer Hürden und großer Autos aus den USA war der Siegeszug des Käfers nicht aufzuhalten. 1962 wurde die Gesellschaft Promexa gegründet, die den Wagen in Lizenz produzieren durfte. Volkswagen kaufte schließlich die Promexa und baute den Käfer mit einer neuen Gesellschaft vor Ort selbst. 1968 lief im neuen Werk Puebla der 100.000ste Mexiko-Käfer vom Band. Fast jeder fünfte PKW des Landes war damals ein Käfer.

Im Lauf der Jahre erhielt der Wagen diverse Modifikationen meist technischer Natur. Manche davon waren speziell auf die mexikanischen Bedürfnisse zugeschnitten, zum Beispiel eine automatische Höhenanpassung für den Vergaser wegen der teilweise besonders hoch gelegenen Regionen des Landes. Optische Retuschen gab es dagegen nur selten. 1978 stellte VW die Käfer-Produktion in Deutschland ein, nur das Cabriolet gab es noch bis 1980.

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Unermüdlicher Krabbler
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Doch es gab ja eine alternative Käfer-Quelle. Fans des Autos warteten jetzt ungeduldig auf einen großen Frachter aus Veracruz: In Emden, wo der letzte deutsche Käfer alias VW 1303 Limousine vom Band gelaufen war, kam auch die erste Schiffsladung mit Käfern aus Mexiko an. Mehr als 100.000 Vochos gelangten in den kommenden Jahren quasi als Re-Export nach Europa. Derweil feierten die Mexikaner zuhause 1981 den 20-millionsten Käfer, natürlich inklusiver aller weltweit gebauten Exemplare.

Doch irgendwann ging selbst dem unermüdlichen Krabbler die Puste aus. In den 80er und 90er Jahren erwog Volkswagen mehrmals, den Käfer ein für alle Mal in die Wüste zu schicken. Nur mit Dumping-Preisen konnte sich das veraltete Auto auf dem mexikanischen Markt halten. 2003 zog VW schließlich den Stecker. Als "Ultima Edición" liefen die endgültig letzten Vochos vom Band. Die letzten re-exportierten Käfer waren bereits 1985 in Emden angelandet.

Mit Sondermodellen hatte VW stets dafür gesorgt, dass der Wagen seinen Pep nicht verlor. Der "Silver Bug" feierte den 20-millionsten Käfer, der "Jeans Bug" mit entsprechenden Sitzbezügen erinnerte an den "Jeans Käfer" aus den 70ern und der "Special Bug" in schwarzer oder marsroter Lackierung hatte goldene Zierstreifen. Viele mexikanische Käfer-Fans brauchen solche Sondermodelle nicht: Sie übernehmen die Individualisierung ihrer geliebten Vochos lieber selbst.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann
Ort: Mexiko

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