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Goldene Zeiten



Fuhren die exklusivsten Autos früher in Beverly Hills, Monte Carlo, New York oder London, so sind die spektakulärsten Nobelkarossen heute in den Emiraten anzutreffen. Ein Markt ohne Grenzen.

 
 Arabische Emirate
  
 Arabische Emirate  - Foto: Grundhoff  Arabische Emirate - Foto: Grundhoff  Arabische Emirate - Foto: Grundhoff  Arabische Emirate - Foto: Grundhoff  Arabische Emirate - Foto: Grundhoff  Arabische Emirate - Foto: Grundhoff

Ein goldener Rolls-Royce Phantom, ein rote Ferrari Enzo, ein matter Lamborghini Reventon oder eine Flotte weißer Mercedes G-Klasse im AMG-Design - wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten heutzutage mit einem Auto noch für Aufsehen sorgen will, der hat es nicht leicht. Mit einer gewöhnlichen Mercedes S-Klasse, einem schwarzen Porsche 911 Turbo oder einem dunkelrot glitzerndem Maserati Quattroporte GTS ist es da längst nicht getan. Die stehen in Dubai, Abu Dhabi oder Bahrain an jeder Straßenecke.

So hat sich auch die Dubai Motorshow von einer einst belächelten Leistungsschau der lokalen Automobilwirtschaft zu einer der renommiertesten Luxusmessen weltweit gemausert. Hier wird nicht nur gezeigt. Hier wird geprotzt - und verkauft. So ist es keine Seltenheit, dass auf der Messe ein paar exklusive Mercedes-SL-Versionen direkt vom Stand weg verkauft werden und auch ein Ferrari-Ausstellungsmodell die Standdauer einer Eintagsfliege hat.

Der deutsche Edeltuner Brabus bringt in diesem Jahr allein zehn Neuheiten auf die Messe. Der Bottroper Maßschneider für exklusive Modelle der Marken Mercedes, Maybach, Smart, Jaguar und Range Rover hat die Emirate längst zu seinem Lieblingsmarkt auserkoren.

Die Automesse mit 600 Ausstellern aus 21 Ländern auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. Das Motto der 10. Auflage sagt alles: "Bringing you the best the world has to offer". Mit noblen Fahrzeugen allein geben sich die Scheichs in dem trotz Finanzkrise nach wie vor aufstrebenden Wüstenstaat nicht zufrieden. Es soll schlicht das Beste sein. Dieselversionen oder Elektromobile? Darüber kann man im Schatten des höchsten Hochhauses der Welt Burj Dubai nur lächeln: Einmal volltanken kostet umgerechnet nicht mal 20 Euro.

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Lieblingsspielzeuge
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Was hierzulande an der innerstädtischen Ampel durchaus für Aufmerksamkeit sorgt, bringt in Dubai oder Abu Dhabi City niemanden dazu, überhaupt nur hin zu blicken. Porsche Panamera, Maserati GranTurismo, Lexus RX 570 oder Ferrari 430 Scuderia gehören ebenso zum Straßenbild wie die allgegenwärtigen beigen Toyota-Camry-Taxis oder die Kleinlastwagen in heller Lackierung.

Die Zahl der Mercedes SL, BMW M5, Lexus LS 460, Audi A8 oder Range Rover vor den zahlreichen Nobelhotels ist ungezählt. Wenn man hier repräsentieren will, muss man schon einen der wenigen produzierten Lamborghini Reventon oder einen Ferrari Enzo besitzen. Hinter dem Lenkrad hier wie da weiß gekleidete Scheichs, die teure Autos seit vielen Jahren zu ihren Lieblingsspielzeugen auserkoren haben.

"Bereits vorab war die Nachfrage nach dem neuen Porsche Panamera riesengroß", sagt Danielle Stanners, Verkaufsleiterin bei Porsche Abu Dhabi. "Auf eine Luxuslimousine von Porsche haben hier viele gewartet. Sportwagen und Geländewagen haben sowieso alle unserer Kunden – auch von anderen Marken." Derzeit kaufen in den Emiraten 60 Prozent aller Porsche-Kunden einen Cayenne – bevorzugt vom Typ Turbo und GTS. "Wenn der Panamera erst einmal eingeführt ist, erwarten wir eine Drittelung der Verkäufe aus Panamera, 911 und Cayenne", glaubt Danielle Stanners.

Ein Blick auf die Zulassungen in den Emiraten zeigt, dass der Zuffenhausener Sportwagenhersteller seine Verkaufszahlen in den letzten Jahren mehr als verdoppeln konnte. Mit mehr als 3.600 Fahrzeugen im Jahre 2008 liegen die Schwaben sogar noch vor Firmen wie Peugeot, Audi oder Jeep. Betrachtet man die lokalen Volumenmarken, so hält der Weltmarktführer Toyota in den Emiraten fest die Spitzenposition. Mit knapp 80.000 verkauften Autos im vergangenen Jahr haben die Japaner exakt doppelt so viele Fahrzeuge verkauft wie der Konkurrent Nissan auf Platz zwei.

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U-Bahn im Probebetrieb
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Besonders Volumenmodelle wie ein Toyota Camry, Corolla, Yaris und Land Cruiser sind in der Wüstenregion ein Renner. Die Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate stehen auf japanische Autos. Die Mischung aus günstigen Preisen und guter Qualität hat sich herumgesprochen. "Was soll man denn sonst fahren?", fragt einer der zigtausend Taxifahrer im Zentrum von Dubai. Als er hört, dass der deutsche Taximarkt in Mercedes-Hand ist, schüttelt er nur den Kopf: "Das ist wirklich verrückt – auch AMG?"

Mit knapp 8.000 verkauften Fahrzeugen im letzten Jahr ist Mercedes in den Emiraten nicht nur Nobelmarke Nummer eins, sondern auch der erfolgreichste deutsche Hersteller. BMW konnte immerhin knapp 7.000 Fahrzeuge veräußern. Am besten laufen die großen Modelle Mercedes S-Klasse, ML und der kantige G oder bei BMW der 7er und der X5 – bevorzugt als AMG- oder M-Versionen. Gut vertreten ist auch der ins Stolpern geratene US-Konzern General Motors. Modelle wie Chevrolet Tahoe, Caprice, Lumina oder Equinox sieht man überall. 15.500 verkaufte Autos pro Jahr sichern den Amerikanern Platz sechs in der Zulassungsstatistik.

Doch nicht alle Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate wissen nicht wohin mit dem Geld. Immer mehr Einwohner beschweren sich über teure Autos und die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Taxi-Preise. Bisher waren Taxis in Dubai, Abu Dhabi und Bahrain die wichtigsten öffentlichen Verkehrsmittel. Seit kurzem verkehren zwischen den Hochhausvierteln die ersten Busse und die U-Bahn in Dubai ist bereits im Probebetrieb. So ändern sich auch in dem Vereinigten Arabischen Emiraten die Zeiten.

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Fotos: Grundhoff
Ort: Dubai/Abu Dhabi

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