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Weltspiegel  Weltspiegel: Smart geht nach China

Rache auf Schwäbisch



Auf Chinas Straßen gibt es bereits eine smarte Mogelpackung. Doch der Noble von Diamond on the Crown ist ein billiger Abklatsch. Ab Sommer 2009 schickt Daimler nun den echten Fortwo in die Höhle des Drachens.

 
 Smart in China
  
 Smart in China  - Foto: Grundhoff  Smart in China - Foto: Hersteller  Smart in China - Foto: Grundhoff  Smart in China - Foto: Hersteller  Smart in China - Foto: Hersteller  Smart in China - Foto: Grundhoff

Der Daimler-Konzern hat mit der zweiten Fortwo-Generation einiges vor. Anders als bei dem 1998 vorgestellten Ur-Smart kommt der aktuelle Kleine nicht nur nach Europa oder Nordamerika, sondern auch nach China. "Auch dort beobachten wir inzwischen ein immer stärkeres Interesse der Kunden an unserem hochwertigen Smart Fortwo. Ich bin sicher, dass er binnen kurzer Zeit viele Lifestyle-orientierte Kunden in den Großstädten Chinas begeistern wird", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Auto China.

Derzeit ist der kleinste Mercedes in 37 Ländern erhältlich. Seit der Einführung der ersten Modell-Generation im Jahr 1998 wurden über 870.000 Fortwo ausgeliefert. Mit dem Verkaufsstart in China sollen nicht nur neue Kunden gewonnen, sondern auch ein Zeichen im Reich der Mitte gesetzt werden. Man will sich von Plagiatoren wie Diamonds on the Crown nicht auf der Nase herumtanzen lassen.

Der chinesische Hersteller zeigt auf der Auto China mit dem "Noble" die neueste Generation der viersitzigen Smart-Kopie. Zetsche: "Wir müssen uns gegen die Plagiate natürlich formell wehren und haben die nötigen Schritte unternommen. Doch den Schlaf rauben die uns nicht. Hier verlieren wir keinen Kunden."

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Der Preis ist heiß
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Die optischen Ähnlichkeiten fallen innen und außen sofort auf. Technisch liegen der 2,70 Meter lange Smart und sein 3,01 Meter langes Gegenüber dagegen alles andere als eng beieinander. So ist der Noble ein kleiner 2+2-Sitzer, während im Fortwo nur Platz für zwei Personen plus Gepäck ist. Für den Antrieb des Noble stehen zwei Vierzylinder mit Leistungen von 55 und 69 PS zur Wahl. Die 1,0- bzw. 1,1 Liter großen Triebwerke mit acht und 16 Ventiltechnik und Drehmomenten von 74 und 88 Nm sollen durchschnittlich nicht mehr als 4,2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen und die Schadstoffklasse drei einhalten. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 125 bzw. 140 km/h.

Während die Basisversion mit manueller Fünfgangschaltung und Automatik zu bekommen ist, ist das Topmodell ausschließlich mit einer Handschaltung versehen. Während der Smart Fortwo Motor, Antrieb und Getriebe im Heck trägt, hat der Noble sein komplettes Energiebündel im Vorderwagen.

Serienmäßig bietet der Nobel unter anderem vier Sitze, elektrische Fensterheber, eine Funkfernbedienung sowie 15 Zoll große Alufelgen. In der Liste der Optionen findet man unter anderem ein Sonnendach, Doppelairbags, vier Scheibenbremsen, DVD-Navigation. Die Tridion-Sicherheitszelle des Smart ist beim Nobel nur optisch angedeutet. Technisch muss er mit einem gewöhnlichen Rahmen auskommen. Ähnlich wie Plastikinterieur gilt: Mehr Schein als Sein.

Wenn Daimler zum Marktstart im übernächsten Sommer etwas Kopfzerbrechen bereiten wird, dann wird es der Preis sein. In China wird der Noble für umgerechnet kaum mehr als 2.000 Euro angeboten. Lifestyle hin und Sicherheitsausstattung her wird sich der Smart Fortwo mächtig bücken müssen – der startet in Europa bekanntlich über 11.000 Euro.

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Fotos: Grundhoff

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