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Weltspiegel  Weltspiegel: Arizonas Autoauktionen

Zum 1., 2. - und 3.



Würde Larry Williams seine Ford Mustangs der Länge nach aufeinander stapeln – der Stapel wäre mit 160 Metern höher als der Kölner Dom. Den letzten erstand er gerade bei den Auto-Auktionen in Scottsdale/Arizona.

 
 Arizonas Auktionen
  
 Arizonas Auktionen  - Foto: Weißenborn  Arizonas Auktionen - Foto: Weißenborn  Arizonas Auktionen - Foto: Weißenborn  Arizonas Auktionen - Foto: Weißenborn  Arizonas Auktionen - Foto: Weißenborn  Arizonas Auktionen - Foto: Weißenborn

In Scottsdale geben die Oldies den Ton an. Mittlerweile locken ein halbes Dutzend Liebhaber-Auktionen die eingeschworene Gemeinde in die weißen Zeltstädte. Es wird geprotzt und poliert was das Zeug hält. Für CO2 und Umweltbilanz interessiert sich hier niemand.

"Das spielt keine Rolle", sagt Dick Peden, Unternehmer aus Alpharetta/Georgia, auf die Frage nach der Umweltverträglichkeit seines Fuhrparks. Mittlerweile besitzt der Sammler 20 Vehikel, die er in mehreren Jahren ersteigert hat. Am liebsten cruist er in seinem Cadillac Eldorado vom Erstlingsjahrgang 1953. Auch Marilyn Monroe und Präsident Eisenhower fuhren einst einen.

Gerade eben aber hat sich der Hammer erneut zu Dicks Gunsten gesenkt. Der Auktionator bei "Barrett-Jackson", der nach Veranstalteransage "weltgrößten Auktion für Autosammler", hat sein mantrahaftes Herunterbeten von meist unverständlichen Dollarbeträgen mit den Worten "Going once, going twice … sold!" unterbrochen. Für 115.000 Dollar plus der üblichen zehn Prozent Kommission ist Dick neuer Besitzer eines türkisfarbenen 1957er Chrysler New Yorker Convertible.

Der Schlitten wird im 5000-Mann-Zelt gerade von der Bühne geschoben, um einem 1957er De Soto Fireflite aus der nachratternden Schlange Platz zu machen. Erleichtert schenkt Dick seiner geschminkten Begleitung ein Grinsen und leistet einem Mitarbeiter die obligatorische Unterschrift. Der Vertrag ist geschlossen. Über dem Geschehen mit dem flotten Durchsatz von rund 20 Autos in der Stunde prangt ein riesiger Stars-and-Stripes-Banner.

Laut lachend posiert Budge aus Tyler/Minnesota vor einem VW Karmann-Ghia (Jahrgang 1957, erzielter Preis 19.000 Dollar) in dem benachbarten Zeltdorf, wo stark modifizierte oder in jedem Fall aufgehübschte Auktionsstücke zu Hunderten zur Schau stehen. Meist sind es Amerikaner, aber auch italienische und deutsche Karossen - dann zumeist Mercedes- oder Porsche-Schätzchen.

"Man sollte alle Rohstoffe schnell verbrennen!", scherzt der beleibte Farmer aus Minnesota. Nein, natürlich nicht wirklich. Das Klischee der Amerikaner als unbekümmerte Bleifüße ohne Umweltgewissen in dicken Autos ist schlicht nicht wahr. Auch hier nicht: Auf Budges Farm fährt er zwar einen Pick-up-Truck - den aber befeuert er mit E85-Kraftstoff aus eigener Produktion.

Minnesota ist der führende Bundesstaat im Bereich der erneuerbaren Energien und Budge ein Teil davon. Dort wurde das erste Gesetz in den USA verabschiedet, das einen Mindestanteil an Ethanol oder Biodiesel im Treibstoff vorschreibt. Dennoch ist der Farmer auch ein Liebhaber antiquierter Spritschlucker. Sein Stolz ist ein 1936er Ford 5 Window Coupé mit "Schwiegermuttersitz". Den führt er regelmäßig aus – befeuert mit herkömmlichem Sprit.

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Blondinen in Scharen
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Intimer geht es im vergleichsweise kleinen "Russo & Steele"-Zelt zu. Mit 500 Autos aus vergangen Zeiten kommt hier im Norden Scottsdales im Vergleich zum Marktführer "Barret-Jackson" nur knapp die Hälfte an Autos zum Verkauf. Die Zahl der Bieter ist auf 650 begrenzt - entgegen 5000 beim Konkurrenten. Man hat sich auf Sportflitzer, Musclecars und Hot Rods, also aufgemotzte Oldtimer, spezialisiert.

Auch hier huschen noch einmal Staubpuschel über Haube und Flügel, bevor es auf den Präsentierteller geht. Dort in seinem Revier treibt sich der Salonlöwe und Auktions-Chef Drew Alcazar persönlich herum. "Wenn Du dieses Auto fährst ... die Blondinen rennen Dir in Scharen hinterher", wirbt der Grauhaarige über dicke Boxen für den 1937er Ford Model 74 Woody.

Wie verabredet macht eine Dame mit einer teuren Handtasche einen Knicks vor dem Oldtimer. Ein Mann mit kleinem Holzhammer rappelt auch hier die Gebote herunter, die ihm Gehilfen in roten Polohemden aus dem Publikum signalisieren. Er unterbricht sein Donald-Duck-Kauderwelsch und verkündet den Endpreis. "It is not over till it’s over!", lässt Alcazar sein Mikro lauthals verkünden. Seine Stimme geht im Aufheulen eines V8-Shelby Mustangs unter, der in den Hexenkessel einfährt.

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Batman, Thelma und Louise
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"Das hier ist definitiv die bessere Show!", begeistert sich Don Oldham, 47 Jahre alt und Texaner. Wie viele der Männer vor Ort notiert auch er mit einer Kladde vorm Bauch die erzielten Preise. Der Markt macht die Preise, die Preise machen den Markt, auch wenn hier bei Russo die wesentlich kleineren Brötchen gebacken werden. "Bei Barret-Jackson verkaufen sie andauernd Autos für mehr als 300.000 Dollar. Das ist mehr was für Celebreties."

Tatsächlich lassen sich dort im Jahr 37 nach dem ersten "Barrett-Jackson"-Event Boxlegende Muhammad Ali, "Grey's Anatomy"-Mime Patrick Dempsey und Late-Night-Talker Jay Leno sehen. Der fährt mit einer nagelneuen 620 PS-starken Corvette ZR1 in einzigartigem Le-Mans-Blau vor, die als erste überhaupt noch vor dem Marktstart Ende 2008 für eine Million Dollar und einen wohltätigen Zweck in neue Hände übergeht.

Verkauft wird auch ein unprätentiöser Mercedes 190E von 1992, den einst James Brown besessen haben soll – für den Schnäppchenpreis von 9.000 Dollar. Mit 65.000 Dollar bringt auch das Filmoriginal aus "Thelma and Louise", ein 1966er Ford Thunderbird, erstaunlich wenig. Ein nachgebautes Bat-Mobil erzielt immerhin 185 000 Dollar, der Benz 300SL-Nachbau mit Flügeltüren von Alice Cooper 185.000.

Das teuerste Schmuckstück in diesem Jahr ist einem Höchstbieter bei der Newcomer-Auktion von "Gooding & Company" 3,3 Millionen Dollar wert: ein knallgelber 1959er Ferrari 250 GT California Spider mit langem Radstand, unter Kennern ein zukunftsweisendes Meisterstück seiner Zeit. Nur 70, aber dafür erlesenste Mobile stehen bei "Gooding" zur Wahl. Binnen dieser "Scottsdale Auction Week" wechseln gut zehn Vehikel für mehr als eine Million Dollar den Besitzer.

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Eine Corvette namens "Rondine"
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Bei "Barrett-Jackson" läuft das Geschäft weniger spektakulär als im Vorjahr, als ein Shelby Cobra für 5,5 Millionen Dollar veräußert wurde. Allerdings kommen mit 280.000 Besuchern mehr Autofreaks als je zuvor. Das Teuerste beim Marktführer ist diesmal das Einzelstück Chevrolet Corvette namens "Rondine" für 1,6 Millionen - ein Concept-Car, das die italienische Designerschmiede Pininfarina für den Pariser Autosalon 1963 entwarf.

Trotz des verheißungsvollen Namens gleicht dagegen die Auktion "Silver" im abgelegenen Fort McDowell angesichts der erzielten Preise beinahe schon einem stinknormalen Gebrauchtwagenmarkt. Höchstgebote um 50.000 Dollar sind absolute Spitze, um 5000 die Regel. Aber auch bei "Barrett-Jackson" gibt es etwas für den schmalen Geldbeutel: Ein aus deutscher Sicht kultverdächtiger feuerroter VW Scirocco von 1987 wird für 3000 Dollar ersteigert.

Nur unwahrscheinlich, dass ein Deutscher zugeschlagen hat, denn vor Ort treiben sich nur drei deutsche Bieter herum, wie die Veranstalter zählen. Neue Reiche aus Russland oder China sind überhaupt nicht registriert. Die Autoauktionen in und um Scottsdale sind eine amerikanische Geschichte. Noch.

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Fotos: Weißenborn

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