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Weltspiegel  Weltspiegel: Ein Leben für den Mini

Lack und Leder



So wie Peter Crook stellt man sich einen Briten in den besten Jahren vor. Seit über 40 Jahren lebt er für die Autoproduktion in Oxford - einer von denen, die an der Erfolgsgeschichte des Mini tatkräftig mitgearbeitet haben.

 
 Leben für den Mini
  
 Leben für den Mini  - Foto: Hersteller  Leben für den Mini - Foto: Hersteller  Leben für den Mini - Foto: Hersteller  Leben für den Mini - Foto: Hersteller  Leben für den Mini - Foto: Hersteller  Leben für den Mini - Foto: Hersteller

"Ich liebe den Mini", bekennt der 57jährige Familienvater und seine Augen beginnen zu strahlen: "Ich habe mich gleich in ihn verliebt. Meine Mutter fuhr einen Mini 1000 mit Ledersitzen und natürlich habe auch ich zuerst einen Morris gefahren." Als er 1972 seine Frau heiratete, machte sich der Ingenieur sein eigenes Hochzeitsgeschenk: "Einen orangefarbenen Mini." Mit einem breiten Grinsen geht er durch "seinen" Paint-Shop. Das eingestickte Namensschild "Peter Crook" auf der rechten Brust ist überflüssig: Peter kennt hier jeder.

Seit September 1967 arbeitet Crook im Automobilwerk Oxford. Bereits sein Vater hat in der Lackierwerkstatt gearbeitet und den Minis ihre Farbe gegeben. Nun, 40 Jahre später leitet Crook das Lackierwerk und produziert den Enkel des britischen Winzlings, mit dem einst alles begonnen hat.

Der Wagen um den es ging und geht heißt Mini, bietet Platz für vier Personen und ist ein Szeneprodukt. Kult. Immer schon. Alles andere hat sich geändert. Heute wird im Mini-Werk Oxford im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet, insgesamt 134,5 Stunden pro Woche. In knapp 80 Staaten rund um den Globus geht der trendige Mini wie geschnitten Brot.

14 Grundfarben, drei Dachfarben und zahllose Klebemöglichkeiten geben dem Kunden ungeahnte Möglichkeiten, seinen Mini zu einem Einzelstück zu machen.

Der Mini-Kunde liebt die Individualisierung. "Der typische Mini-Kunde gibt sich nicht mit dem Modell von der Stange zufrieden. Er will sein Fahrzeug – sei es nun MINI, Cabrio oder Clubman – individualisieren. Das fängt bei der Außenfarbe mit Sport-Stripes an und geht weiter bis hin zu einer Checkered Flag für die Außenspiegel oder einem Union Jack für das Dach", sagt Mini-Sprecher Cypselus von Frankenberg. "Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten sein MINI persönlich zu gestalten. Dafür ist der Kunde auch gerne bereit etwas mehr zu investieren. Im Durchschnitt rund 5.500 Euro an Extras."

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Es ging lange abwärts
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Crook sorgt mit dafür. Wenn auch nicht eigenhändig mit der Spritzpistole. "Die Lackierstrasse arbeitet vollautomatisch. Nach 13 Stunden ist ein Mini fertig", sagt Crook. "Dafür habe ich pro Schicht 220 Mann zur Verfügung."

Als Crook seine ersten beruflichen Schritte machte, war von den heutigen Möglichkeiten zur Individualisierung nicht viel zu ahnen. "Es gab neun Farben", erinnert er sich. "Die meisten Autos waren grün, rot oder braun.“ Nach heutigem Maßstab alles andere als Trendfarben. Und Metalliclacke gar lagen noch in weiter Zukunft.

Bis Mitte der 70er Jahre wurde im Werk Oxford im Akkord gearbeitet. Bezahlt wurde pro lackierter Karosserie oder pro verbauter Innenausstattung. Um die Qualität war es da nicht immer zum Besten bestellt. Peter Crook: "Ehemals haben wir hier im Werk 287.000 Auto produziert. Dann ging es abwärts. Zuletzt waren es gerade noch 35.000 Fahrzeuge."

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Tendenz steigend
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Seitdem die BMW Group dem Werk neues Leben eingehaucht und die Mini-Produktion von Longbridge nach Oxford verlegt hat, geht es wieder aufwärts. Aus ehemals geplanten 100.000 bis 120.000 Fahrzeugen pro Jahr sind durch den riesigen Erfolg der Mini-Familie mehr als 220.000 Auto pro Jahr geworden – Tendenz steigend. Die Zukunft für die 4.900 lokalen Arbeiter ist durch neue Modelle wie das Cabriolet und den Clubman gesichert.

Anfang der 70er Jahre arbeiteten im Werk bis zum 30.000 Personen. Crook: "Die meisten kamen mit dem Fahrrad zur Schicht. Das gab es zum Wechsel kein Durchkommen." Der Verkehr in Oxford ist nach wie vor kein Zuckerschlecken. Doch heute sind es Schlangen von Vauxhall Vectra, BMW 320d und Ford Focus, die sich an den zentralen Kreuzungen stauen. Viele der Arbeiter kommen jedoch nach wie vor mit dem Fahrrad oder zu Fuß ins Werk.

Und das soll auch so bleiben: Nachdem sich der Mini-Virus bereits von Vater und Mutter Crook auf ihren Sohn Peter übertragen hat, können sich dem auch seine Kinder nicht entziehen. "Natürlich fährt auch meine Tochter einen Cooper."

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Fotos: Hersteller

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