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VW Golf Sportsvan 2.0 TDI  Fahrbericht: VW Golf Sportsvan

Familien-Golf



Aus dem VW Golf Plus wird der Sportsvan - praktisch und hübsch. Dass ein Golf, auch wenn er den Zusatz Sportsvan trägt, innen keine allzu großen Neuerungen bereithält, dürfte nicht überraschen.

 
Volkswagen Golf Sportsvan
  
Volkswagen Golf Sportsvan  - Foto: Hersteller Volkswagen Golf Sportsvan - Foto: Hersteller Volkswagen Golf Sportsvan - Foto: Hersteller Volkswagen Golf Sportsvan - Foto: Hersteller Volkswagen Golf Sportsvan - Foto: Hersteller Volkswagen Golf Sportsvan - Foto: Hersteller
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[+] Sehr gute Verarbeitung, üppiges Raumgefühl, niedriges Geräuschniveau, einige Assistenzsysteme, präzise Lenkung, sicheres Fahrverhalten
[-] Knurriger Benziner, Standardsitze zu weich

Die Wortartisten aus den Marketingabteilungen der Automobilbranche haben wieder Hochkonjunktur. BMW bringt bald den "Active Tourer". Und aus dem Golf Plus wird bei VW der "Sportsvan". Diese Namensänderung zeigt, dass die Autobauer zunehmend um neue Zielgruppen buhlen. "Wir wollen mit dem Golf Sportsvan auch junge Familien ansprechen", sagt Barbara Finger vom VW-Marketing.

Sie werden - genauso wie die etwas gesetzteren Autofahrer - die hohe Sitzposition im Golf Sportsvan zu schätzen wissen. Die daraus resultierende Rundumsicht ist wirklich gut. Ebenso das Raumgefühl. Schließlich ist der Radstand gegenüber dem Golf Plus um fast elf Zentimeter gewachsen. Der weitere Abstand der Achsen ergänzt sich gut mit dem durchaus knackigen Design. Das muss auch so sein. Denn die (Premium-)Konkurrenz schläft nicht und BMW spielt ja mit seinem Active Tourer bewusst die sportliche Karte.

Insgesamt ist der Sportsvan mit 4,43 Metern rund acht Zentimeter länger als der normale Golf und überragt den Wolfsburger Kompaktklassen-Bestseller mit 1,58 Metern Höhe um knapp dreizehn Zentimeter. Da müssen innen selbst großgewachsene klaustrophobische Menschen keine Sorge haben, dass ihnen der Wagen-Himmel auf den Kopf fällt. Das gilt zumindest für die erste und die zweite Reihe. Hinten wird es richtig bequem, wenn die um 18 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbare Rückbank ganz hinten ist. Selbst dann fasst das Gepäckabteil noch 500 Liter. Legt man die Lehne der Rückbank um, wächst das Kofferraumvolumen auf 1.520 Liter. Bei der Mercedes-Benz B-Klasse sind es 488 bis 1.547 Liter.

VW Golf Sportsvan 2.0 TDI, Fahrbericht
Im Cockpit findet sich nicht nur ein VW-Connaisseur sofort zurecht. Alles ist da, wo man es vermutet
VW Golf Sportsvan 2.0 TDI, Fahrbericht

Um die hinteren Sitzlehnen noch vorne klappen zu lassen, muss man an Schlaufen ziehen. Die befinden sich an der Rückbank und im Kofferraum. Einen Fernentriegelungs-Hebel haben sich die VW-Entwickler gespart, das System funktioniert aber auch so problemlos. Im Winter und mit kalten Fingern könnte die Angelegenheit allerdings etwas fummelig werden.

Sind die Lehnen nach vorne gefallen, entsteht eine ebene und leicht ansteigende Ladefläche. Die Ladekante ist gerade noch niedrig genug, um ein entspanntes Beladen zu ermöglichen. Unter dem Boden findet sich noch ein Zusatzfach, in dem man verschiedenen Krimskrams verstauen kann. Wer Fahrräder transportieren will, kann dies mit einem klappbaren Fahrradständer tun. Dazu braucht man die schwenkbare Anhängerkupplung, die mit 845 Euro extra zu Buche schlägt.

Dass ein VW Golf, auch wenn er den Zusatz Sportsvan trägt, im Innenraum keine allzugroßen Neuerungen bereithält, dürfte niemand mehr überraschen. Im Cockpit findet sich nicht nur ein VW-Connaisseur sofort zurecht. Alles ist da, wo man es vermutet. Die Verarbeitung ist gewohnt solide: unterschäumte Flächen werden beim Armaturenbrett durch ansehnliche Klavierlack-Applikationen ergänzt und die Klapptür des Handschuhfachs hat eine wertige Festigkeit. Da klappert nichts.

Dass aber auch in Wolfsburg nicht alles Gold ist, was da glänzt, sieht man an dem Hartplastikanteil im unteren Teil des Armaturenbretts. Auch die normalen Sitze sind mit Stoff bezogen, zu weich und bieten nicht gerade ein Übermaß an Seitenhalt.

VW Golf Sportsvan 2.0 TDI, Fahrbericht
Dabei ist beeindruckend, wie leise der Minivan seine Bahnen zieht. Die Windgeräusche fallen kaum auf
VW Golf Sportsvan 2.0 TDI, Fahrbericht

Das bedeutet aber nicht, dass man mit dem Golf-Minivan Verzicht üben muss. Der bekannte 150-PS-Diesel zieht kräftig an und beschleunigt den 1.474 Kilogramm schweren Sportsvan in 9,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Und wenn man es mal eilig hat, mit der Rasselbande auf den Rücksitzen in den Urlaub zu kommen, dann kann man mit bis zu 212 mh/h über die Autobahn gleiten.

Dass das Fahren im Sportsvan souverän abläuft, ist dem maximalen Drehmoment von 340 Newtonmetern zu verdanken, das bereits bei 1.750 U/min anliegt. Diese Entspanntheit beim Bedienen des Gaspedals wirkt sich auch auf den Spritverbrauch aus: Der Minivan soll lediglich 4,4 l/100 km verbrauchen.

Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt. Mit den adaptiven Dämpfern kann man dem Wolfsburger Familienlaster aber durchaus etwas Sportlichkeit einhauchen. Dabei ist beeindruckend, wie leise der Minivan seine Bahnen zieht. Die Windgeräusche fallen kaum auf. Ebenso, wie der Selbstzünder im Motorraum - sobald der Sportsvan warmgefahren ist.

Da meldet sich der 125-PS-1,4-TSI-Benziner deutlich hörbarer zu Wort. Auch mit diesem Aggregat mutiert man in dem Sportsvan nicht zur rollenden Schikane. Der Sprint von 0 auf 100-km/h dauert 0,7 Sekunden zwar länger als beim Diesel aber die Spitzengeschwindigkeit ist mit 200 km/h völlig ausreichend. Der Verbrauch ist mit 5,6 l/100 km ebenfalls in Ordnung - auch wenn er im Alltag höher liegen dürfte.

VW Golf Sportsvan 2.0 TDI, Fahrbericht
Erstmals gibt es in einem Golf den Blind-Spot-Assistenten, der nicht nur beim Fahren den toten Winkel beobachtet
VW Golf Sportsvan 2.0 TDI, Fahrbericht

Vor allem bei den Assistenzsystemen lassen sich die Wolfsburger diesmal nicht lumpen: Erstmals gibt es in einem Golf den Blind-Spot-Assistenten, der nicht nur beim Fahren den toten Winkel beobachtet, sondern auch beim rückwärts Ausparken auf kreuzenden Verkehr achtet und notfalls bremst. Mit mindestens 360 Euro Aufpreis ist dieses Feature durchaus bezahlbar.

Ansonsten gibt es die aus dem Golf bekannten Helferlein. Die meisten, wie der adaptive Tempomat, das Kurvenlicht oder das maskierte Fernlicht kosten Aufpreis, der je nach Ausstattungsvariante variiert. Immerhin sind eine Klimaanlage und die Multikollisionsbremse serienmäßig.

Bei einem eher praxisorientierten Fahrzeug spielt der Preis durchaus eine Rolle: Die Einstiegsvariante des Sportsvan mit 85 PS ist mit 19.625 Euro ausgeschrieben. Der deutlich besser ausgestattete Zweiliter-Diesel kostet mindestens 28.350 Euro. Mercedes-Benz ruft für die günstigste B-Klasse mit 122-Benzin-PS 26.834,50 Euro auf. Da bleibt der Sportsvan beim 1.4-l-125 PS-TSI mit 24.525 Euro darunter. BMW wird die Preise seines Active Tourer an denen der Mercedes-Benz B-Klasse orientieren. Ein echter Preis-Konkurrent ist der Ford-C-Max. Der ist fünf Zentimeter kürzer und kostet mit dem 125 PS starken 1,0-l-Eco-Boost-Motor mindestens 21.590 Euro. Für den 140-PS-Diesel verlangen die Kölner 24.440 Euro.

VW Golf Sportsvan 2.0 TDI
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Fotos: Hersteller
Ort: St. Tropez

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