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Volkswagen Golf 2.0 GTD  Praxistest: VW Golf GTD

Weiße Weste



In der Kompaktklasse ist der Golf GTI schon seit 30 Jahren das sportliche Maß aller Dinge. Doch nicht nur für Sparfüchse ist sein dieselnder Bruder Golf GTD die oftmals bessere Alternative.

 
Volkswagen Golf 2.0 GTD
  
Volkswagen Golf 2.0 GTD - Foto: Grundhoff Volkswagen Golf 2.0 GTD- Foto: Grundhoff Volkswagen Golf 2.0 GTD- Foto: Grundhoff Volkswagen Golf 2.0 GTD- Foto: Grundhoff Volkswagen Golf 2.0 GTD- Foto: Grundhoff Volkswagen Golf 2.0 GTD- Foto: Grundhoff
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[+] Gute Fahrleistungen, sparsamer Verbrauch, souveränes Fahrwerk, gutes Platzangebot, ordentliche Serienausstattung
[-] Kein Allradantrieb lieferbar, unübersichtlich nach hinten

In den 70er und 80er Jahren waren Spaßmacher wie Golf GTI, Ford Escort XR3i oder Opel Kadett GSI die Traumautos der jungen Autofahrer. Doch einer stand im Jahre 1982 völlig allein da: der Golf GTD. Die Wolfsburger hatten die dynamischen Dieseltrend früh erkannt und den 51 KW/70 PS starken Turbodiesel sportlich veredelt. Optisch unterschied sich der GTD kaum vom GTI. Das hat sich auch bei der aktuellen Generation des Jahrgangs 2010 nicht geändert. Nur der rot umrandete Kühlergrill des GTI und die roten Bremssättel haben es nicht in den Diesel geschafft.

Doch abgesehen davon stehen die beiden sportlichen Golf-Ableger innen wie außen nahezu identisch da: übersichtliches und hochwertiges Cockpit, vorzügliche Sportstühle, ein griffiges Lenkrad und überraschend viel Langstreckenkomfort. Auch im Fond können es zwei – nicht mehr – Passagiere aushalten. Die Kopfstützen sind vorne wie hinten riesig - das ist gut für die Köpfe, bringt aber Probleme beim Einparken. Der Laderaum des Golf GTD unterscheidet sich nicht von dem der zahmen Gölfe. So stehen zwischen 350 und 1.305 Liter zur Verfügung.

Der Winter ist die falsche Jahreszeit für den 4,21 Meter langen Golf GTD. Nur widerwillig bewegt sich der weiße Diesel die Auffahrt der Tiefgarage hinauf. Das Thermometer im Cockpit zeigt minus drei Grad und gerade hat sich der Schnee erstmals seit Wochen wieder von den meisten Straßen verabschiedet. 125 KW/170 PS und 350 Nm maximales Drehmoment hören sich klasse an – bei trockener Straße. Denn der 170 PS starke Top-Diesel ist nur mit Frontantrieb zu bekommen.

In einem Winter wie diesem kann man den Wagen bei entsprechender Schneemenge denn auch gleich stehen lassen: Er hat massive Probleme, die muntere Motorleistung auf eis- und schneebedeckte Pisten zu bringen. Immerhin wurde so gut am Sounddesign gearbeitet, dass man das typische Brummen und Nageln nur bei kaltem Motor oder bei Drehzahlen über 4.000 Touren zu vernehmen. Sonst kann sich der zwei Liter große Commonrail-Diesel durchaus hören lassen.

Ist man erst einmal in Schwung, macht der GTD auch auf Winterstraßen Spaß. Die 945 Euro Aufpreis teure Sporttaste sorgt für härtere, aber nicht zu harte Dämpfer. Mehr als 1,4 Tonnen Leergewicht sind kein Pappenstiel. Das einzige, was die Freude des Piloten trübt, sind die auch bei trockenem Untergrund spürbaren Antriebskräfte im griffigen Dreispeichen-Lenkrad. Daran ändert auch die elektronische Differentialsperre wenig. Vielleicht sollte in Wolfsburg doch einmal darüber nachgedacht werden, dem GTD die 4x4-Ehren zu verleihen. Schließlich gibt es die zahme 2.0-TDI-Version mit 140 Pferden unter der Haube auch mit 4motion-Antrieb.

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Freude an der Zapfsäule
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Zwar ist der Golf GTD mit seinen 170 PS bei weitem nicht derart bissig unterwegs wie der 210 PS starke Benzin-Bruder GTI, aber die Symbiose aus Fahrleistungen, Komfort und Verbrauch sorgt nicht erst an der Zapfsäule für Freude. Der Spurt von 0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden sind sportlich - aber nicht aufregend. Und er interessiert in der Realität niemanden wirklich. Wer gibt aus dem Stand schon mal Vollgas? Stattdessen genießt man den satten Durchzug, selbst wenn einmal der fünfte oder sechste Gang eingelegt ist. Die Handschaltung unterstreicht trotz aller Präzision allerdings, dass ein VW nur mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe entsprechend gut zu fahren ist.

Der offizielle Durchschnittsverbrauch von 5,3 Litern Diesel auf 100 Kilometern ist besonders bei diesen Temperaturen ein schöner Traum. Im Durchschnitt genehmigte sich der Golf GTD während des Tests 7,2 Liter – das ist im Winter nachvollziehbar, aber trotzdem zuviel. Schließlich liegt das 2010er Modell damit fast auf dem Stand des GTD von 1982: Der brauchte 7,5 Liter. Bei der Höchstgeschwindigkeit allerdings pulverisiert der neue GTD seinen Ahnen: 225 km/h.

Den sportlichen Golf GTD muss sich der Interessent mindestens 27.475 Euro kosten lassen - rund 800 Euro mehr als den nahezu identisch ausgestatteten GTI. Dafür gibt es eine ordentliche Serienausstattung mit Klimaautomatik, Soundsystem, Sportsitzen mit Sitzheizung und Einparkhilfe. Damit das Gesamtpaket stimmt, sollten es zumindest Xenonlicht und Navigationssystem als Extras sein.

Volkswagen Golf 2.0 GTD
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Fotos: Grundhoff

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