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Vergleich  Vergleich: BMW 120d vs. A 200 CDI

Süd-Derby



Nach BMW und Audi will nun auch Mercedes den Benchmarker VW Golf ins Visier nehmen. Entsprechend sportlich ist die neue A-Klasse. Doch reicht es, um den starken BMW 1er zu schlagen?

 
 A200 CDI vs BMW 120d
  
 A200 CDI vs BMW 120d  - Foto: Grundhoff  A200 CDI vs BMW 120d - Foto: Grundhoff  A200 CDI vs BMW 120d - Foto: Grundhoff  A200 CDI vs BMW 120d - Foto: Wolff  A200 CDI vs BMW 120d - Foto: Grundhoff  A200 CDI vs BMW 120d - Foto: Wolff
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[+] Mercedes: Dynamisches Design, gutes Sportfahrwerk, sparsamer Diesel
BMW: sportliches Fahrwerk, kraftvoller Motor, optionaler Allradantrieb
[-] Mercedes: hoher Preis, mäßige Serienausstattung, zu straffes Fahrwerk
BMW: hoher Preis, mäßige Serienausstattung

Kein einfaches Jahr für den Start der neuen Mercedes A-Klasse. Der 1er BMW ist noch frisch und das Konzerntrio VW Golf, Audi A3 und Seat Ibiza kommt ebenfalls gerade erst auf den Markt. Dabei ist die A-Klasse vor allem in Sachen Sportlichkeit micht wieder zu erkennen. Eine jüngere Kundschaft will man mit knackigem Design und Hightech-Apps locken. Wer sich bisher in der A-Klasse zu Hause fühlte, soll gerne bei Daimler bleiben - aber künftig bitte in die B-Klasse einsteigen.

In Sachen Sportlichkeit und Dynamik allerdings ist der BMW 1er nach wie vor das Maß der Dinge. Dem einzigen Fahrzeug mit Hinterradantrieb in der Kompaktklasse macht keiner etwas vor. Dank elektronischer Dämpfereinstellung und besserer Feinarbeit hat der Bayer mittlerweile sogar das Cruisen gelernt. Im Komfortmodus ist er lässig und weich während er im Eco-Pro-Modus kompromisslos spart oder im Sportmodus Dämpfer, Motor und Getriebe zum Angriff schärft.

Die beste Wahl ist der 120d. Für 28.500 Euro gibt es eine Sparausstattung, 135 kW/184 PS, zwei Liter Hubraum und jede Menge Fahrspaß. In dieser Preisregion (27.786 Euro) muss man sich beim Stern im steil stehenden Kühlergrill mit gerade einmal 100 kW/136 PS zufrieden geben. Der stärker motorisierte Mercedes A 220 CDI kostet mit seinen 125 kW/170 PS gleich mehr als 33.000 Euro.

Die Ausstattung ist beim 1er-Konkurrenten A 200 CDI kaum besser als die des darin ebenfalls enttäuschenden Serien-120d. Werden beide Konkurrenten mit Achtgang-Automatik (120d) bzw. Siebengang-Doppelkupplung (A 200 CDI) sowie den üblichen Annehmlichkeiten ausgestattet, passiert unter 35.000 Euro rein gar nichts. Und wer will bei einem Premium-Kompakten schon auf moderne Assistenzsysteme, Xenonlicht oder eine Bildschirm-Navigation verzichten?

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Diese Bandbreite hat BMW noch nicht lange im Programm
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Auf Wunsch gibt es den BMW 120d auch als xDrive-Version mit variablem Allradantrieb. Eine nahezu perfekte Kombination. Die A-Klasse wird mit Verzögerung ebenfalls als 4x4-Versionen kommen. Doch auch mit seinem Hinterradantrieb legt der BMW 120d die Messlatte höher als erwartet. Je nach Einstellung des Fahrwerks gibt sich der BMW 1er einmal lässig und komfortabel, um im nächsten Moment im Sportmodus nach Kurven zu gieren. Diese Bandbreite hat BMW noch nicht lange im Programm.

Dem hat der Mercedes A 200 CDI wenig entgegenzusetzen. Das Fahrwerk des Frontrieblers ist zumindest in Verbindung mit dem aufpreispflichtigen AMG-Paket noch straffer als das des BMW. Doch Wahlmöglichkeiten sucht man hier vergeblich. So wirkt der 200er CDI nicht nur auf mäßigen Fahrbahnbelägen zu hart und unkomfortabel. Besonders die Vorderachse spricht auf Unebenheiten immer wieder störend an. Kurvenjäger würden trotz aller sportlichen Ansprüche des Mercedes den BMW 120d bevorzugen, weil das bayrische Gesamtbild auf Wunsch nicht nur variabler, sondern eben auch sportlicher und stimmiger erscheint. Störende Antriebskräfte gibt es nur beim Mercedes A 200 CDI mit seinem Vorderradantrieb, der die präzise Lenkung stört. Das macht der BMW besser.

Das positive Bild zugunsten des BMW setzt sich bei der Motorenwertung fort. Im Vorderwagen des A 200 CDI arbeitet lautstark ein 1,8 Liter großer Vierzylinder-Diesel mit 136 PS und 300 Nm maximalem Drehmoment bei 1.600 Touren. Die Fahrleistungen gehen mit 210 km/h Spitze und einer Spurtfähigkeit von 0 auf Tempo 100 in neun Sekunden in Ordnung. Der Diesel hängt kraftvoll am Gas und dreht willig hoch. Im Praxistest verbrauchte der A 200 CDI 6,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Etwas unwillig präsentiert sich die Start-Stopp-Automatik und auch das Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe hat nicht das Niveau der exzellenten Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF, das im BMW verbaut ist.

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Im Innern unterstreicht die Mercedes A-Klasse ihr ambitioniertes Außendesign
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Insbesondere bei flottem Tempo zeigt sich die Mehrleistung von 48 PS und 80 Nm Drehmoment beim BMW. Der zwei Liter große Diesel leistet 135 kW/184 PS und ab 1.750 U/min 380 Nm maximales Drehmoment. Der Volumendiesel geht dabei hungrig zu Werke. Auch beim BMW 120d wurde an der Dämmung gespart, denn der Motor macht nie einen Hehl daraus, ein Diesel zu sein. Von 0 auf Tempo 100 schafft es der über 1,4 Tonnen schwere Bayer in 7,1 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h ist exzellent. Im Praxistest gab sich der BMW mit 6,9 Litern Diesel zufrieden - 2,5 Liter über dem Normverbrauch.

Im Innern unterstreicht die Mercedes A-Klasse ihr ambitioniertes Außendesign. Ein neuer Trend scheinen bei Mercedes die Pilotensitze mit integrierten Kopfstützen zu sein, die bereits in die kleinen Coupés Einzug hielten. Seitenhalt und Oberschenkelauflage sind gut, der Langstreckenkomfort sowieso. Die großen Kopfelemente im Fond schränken die Sicht nach hinten jedoch spürbar ein. Beim AMG-Paket gibt es einen Sportlook, der auch einer AMG-E-Klasse zur Ehre gereichen würde. Störend und wie aus dem Zubehörhandel wirkt jedoch der Multifunktionsbildschirm auf der Mittelkonsole. Der Kofferraum schluckt 350 Liter - zehn Liter weniger als beim BMW 120d.

Der BMW lässt mit seinen optionalen Komfortsitzen kaum mehr Wünsche offen. Dort lassen sich unter anderem die Oberschenkelauflage verlängern und die Sitzbreite elektrisch justieren. Im Fond geht es bei beiden Konkurrenten nicht üppig dimensioniert, aber ausreichend komfortabel zu. Das Cockpit ist aufgeräumt und gut auf den Fahrer hin zugeschnitten. Damit liegen beide auf Augenhöhe.

Für unter 30.000 Euro bietet der Mercedes das sportlichere und mutigere Design. Doch bei Motor, Getriebe und Fahrwerk ist der BMW nicht zu schlagen. Der Mercedes fährt sich dabei so dynamisch wie er aussieht. Der raue Motor und das allzu harte Fahrwerk lassen ihn in diesem Vergleich jedoch hintanstehen.

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Fotos: Wolff Vergleich http://goo.gl/a14Et
Ort: München

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