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Vergleich  Vergleich: A3 Cabrio vs. Colt CZC

Halb und halb



Der Billigheimer und der Business-Zwerg im kleinen Cabrio-Segments treten gegeneinander an. Sie sehen aus wie halbe Portionen. Doch Mitsubishi Colt CZC und Audi A3 verbinden Freiluftvergnügen mit Alltagstauglichkeit.

 
 A3 Cabrio vs. Colt CZC
  
 A3 Cabrio vs. Colt CZC  - Foto: Viehmann  A3 Cabrio vs. Colt CZC - Foto: Viehmann  A3 Cabrio vs. Colt CZC - Foto: Viehmann  A3 Cabrio vs. Colt CZC - Foto: Viehmann  A3 Cabrio vs. Colt CZC - Foto: Hersteller  A3 Cabrio vs. Colt CZC - Foto: Viehmann
Alternativen
BMW 1er 125i Cabrio
Opel Astra TwinTop 1.6 Turbo
Volkswagen Eos 2.0 TSI
Nissan Micra 1.6 C+C
Opel Tigra TwinTop 1.8
Videos zum Audi und A3
Audi A3 Cabrio
Audi A3 Sportback
Audi S3
[+] Beide: Offen wie geschlossen guter Fahrkomfort, ordentlicher Stauraum
A3: Spritziger Motor, gutes Fahrwerk, ausgezeichnetes Verdeck
CZC: Viele Ablagen, günstiger Preis
[-] Beide: Kaum Platz im Fond, zum Teil unübersichtlich
A3: Hoher Preis, lange Aufpreisliste, Motor und Getriebe harmonieren nicht immer
CZC: Billig wirkendes Interieur, wenig spritziger Motor, Fahrwerk mit Schwächen

Die Auswahl bei kleinen Cabrios ist nicht besonders groß. Da gibt es etwa den Klassiker MX-5 oder den Bonsai-Roadster Daihatsu Copen, doch beide kommen wegen ihres winzigen Kofferraumvolumens kaum über den Zweitwagen-Status hinaus. Selbst Singles erwarten bei einem ganzjahrestauglichen Cabrio jedoch ein bisschen mehr Stauraum. Zwei Vertreter der alltagsfesten Klein-Cabrios sind Mitsubishi Colt CZC und Audi A3 Cabrio.

Auf den ersten Blick sind sie grundverschieden, schon allein wegen der Dachkonzepte - Stahl-Klappdach beim Mitsubishi, Stoffdach beim Audi. Doch beide sind typische und besonders bei der weiblichen Kundschaft beliebte Single-Cabrios und trotz ihrer vier Sitzmöglichkeiten eigentlich reine Zweisitzer. Denn weder im Mitsubishi-Fond noch auf den Audi-Rücksitzen ist eine längere Fahrt zumutbar, wenn man das Grundschulalter hinter sich gelassen hat.

Die Rücksitze nutzt man besser als zusätzlichen Stauraum, und so passt in beide Cabrios mehr Gepäck, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Schon die Kofferraumvolumen können sich sehen lassen – 460 Liter sind es beim Colt, nur 260 Liter beim Audi. Dort allerdings ändert sich das Volumen bei geöffnetem Dach nicht, während der Striptease beim Colt nur noch 190 Liter übrig lässt. Wenn man die Audi-Lehnen umlegt, gibt es außerdem Platz für insgesamt 674 Liter, wobei die einzelnen Gepäckstücke nicht zu sperrig sein sollten. Zum Schutz der Ladung bei geschlossenem Verdeck gibt es bei beiden Autos ein Rollo.

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Im Cockpit trennen beide Welten
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Beim Mitsubishi ist das elektrohydraulische Stahlverdeck serienmäßig an Bord - das allerdings nicht automatisch funktioniert. Der Fahrer muss es antiquarisch zuerst mit zwei Handgriffen entriegeln. Audi lässt sich das vollautomatische Akustikverdeck mit 750 Euro extra bezahlen. Ein Aufpreis, der in der heutigen Zeit ärgerlich ist, jedoch in jedem Fall zu investieren ist. Denn das Verdeck ist ausgezeichnet gegen Geräusche gedämmt, lässt sich bis zu einem Tempo von 30 km/h betätigen und verrichtet seinen Dienst flott und reibungslos.

Das Mitsubishi-Dach braucht etwas länger, bis es seine Origami-Vorführung beendet hat. Einen dicken Minuspunkt verdient der Japaner für die Verdeckbedienung. Die Schalter befinden sich in der Türlehne und lassen sich leicht mit den Fensterheber-Knöpfen verwechseln. Und der extrem schrille Warnton, der bei Verdeckfehlern durchs Cockpit jagt – wenn zum Beispiel das Rollo im Kofferraum nicht arretiert ist - grenzt an Körperverletzung.

Offen fahren ist in beiden Cabrios ein Vergnügen. Die Luftverwirbelungen halten sich in Grenzen, bei beiden Autos sorgen Windschotts für zusätzliche Ruhe. Durch die weit übers Armaturenbrett ragenden Frontscheiben muss man keine Fliegen zwischen den Zähnen befürchten.

Beim Thema Cockpit-Wohlfühlfaktor überzeugt der Audi mit hochwertigen Materialien, einem durchdachten Bedienkonzept sowie angenehmer Innenraum- und Instrumentenbeleuchtung. Ganz anders der Mitsubishi: Seine Plastikwüsten am Armaturenbrett spiegeln sich nicht nur in der Windschutzscheibe, sondern hinterlassen mit billig wirkenden Materialien einen tristen Eindruck. Die beleuchteten Klima-Schalter und ein ebenfalls grünlich schimmernder Steg an der Mittelkonsole erinnern an Kinderspielzeug. Immerhin gibt es mehr Ablagen als im Audi.

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Keine Sparwunder
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Unter der Haube starten beide Modelle mit Benzinmotoren (1,5-Liter/109 PS beim Colt, 1,6-Liter mit 102 PS beim Audi). Mehr Pfeffer gibt es bei Audi mit dem 1.8 TFSI (160 PS) oder dem 2.0 TFSI (200 PS), beim Colt leistet die Turbo-Version des 1,5-Liter-Motors immerhin 150 PS.

Der pummelige CZC fährt sich mit seinen 109 PS nicht besonders spritzig – für die Stadt langt es allemal, auf der Autobahn wird es trübe. Die zweite Leistungsstufe sollte es denn auch bei beiden sein. Für die wilde Kurvenhatz auf der Landstraße fehlt dem stark untersteuernden Colt aber ohnehin das passende Fahrwerk, so dass man mit dem Motor letztlich ganz gut leben kann.

Den Durchschnittsverbrauch gibt Mitsubishi mit 6,6 Litern pro 100 Kilometer an. Auf der Autobahn wollte der Japaner real mit rund sieben Litern gefüttert werden - wobei man dem hoch drehenden Aggregat auch ordentlich die Sporen geben muss, wenn es flott vorangehen soll. In der Stadt lässt sich der CZC dagegen mit acht bis neun Litern pro 100 Kilometer bewegen. Der Durchschnittsverbrauch pendelt sich bei etwa 7,5 Litern ein.

Der mit dem 1.8 TFSI bestückte Audi ist fahrdynamisch ein ganz anderes Kaliber, nicht nur wegen des stärkeren Motors. Er jagt wieselflink um die Kurven und ist trotz seines Gewichts (1,4 Tonnen, der Colt wiegt nur 1110 Kilo) agiler. Negativ fällt nur bei Bodenwellen das etwas stuckerige Fahrwerk auf. Mit den 160 Turbo-PS hat der kleine Wagen allerdings ab und zu Probleme mit der Traktion. Die S tronic Sechsgangautomatik schaltet meistens weich, fällt aber im Stadtverkehr gelegentlich durch hektische Reaktionen beim Herunterschalten auf.

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Der Audi ist besser - aber alles ist relativ
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Die Fahrleistungen des Turbo-Audi sind dagegen tadellos. Motor- und Windgeräusche sind selbst bei 200 Km/h noch erträglich. Den Durchschnittsverbrauch des 1.8 TFSI gibt Audi mit 7,6 Litern an. Im Test war es real ein guter Liter mehr.

Wer auf ein fahraktives Auto und hohe Langstreckentauglichkeit Wert legt, ist unterm Strich mit dem Audi deutlich besser bedient. Wer beim Ambiente zwei Augen zudrücken kann und sich viel in der City bewegt, dürfte dagegen zweimal überlegen. Denn mit seinem Preis kann der Mitsubishi so manches Manko wettmachen.

In der Top-Ausstattung Invite kostet der CZC 19.490 Euro und hat unter anderem CD-Radio, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad und –schaltknauf, Klimaanlage mit kühlbarem Handschuhfach und ESP zu bieten. Aufpreise sind dann nur noch für Ledersitze (1100 Euro) oder Metalliclack fällig. Längst etablierte Extras wie beispielsweise ein Navigationssystem gibt es nicht einmal gegen Aufpreis.

Der karg ausgestattete Audi will mit mindestens 24.950 Euro (102 PS) bezahlt werden. Wer den flotten 160 PS-Benziner mit Automatik möchte, muss 31.150 Euro auf den Tisch legen und kann sich dann mit einer ellenlangen Aufpreisliste noch eine Weile vor den Kamin setzen. Sinnvoll, aber für echten A3-Genuss auch unverzichtbar, ist das 1800 Euro teure Komfort-Paket. Dann sind immerhin Akustikverdeck, Einparkhilfe, Klimaanlage sowie beheizte Vordersitze an Bord. Mit weiteren Extras kann man den Preis des kleinen Audi-Cabrios in Regionen über 40.000 Euro treiben.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann

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