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Vergleich  Vergleich: Mini Diesel vs. VW Golf TSI

Sparmeister gesucht



Diesel kostet längst so viel wie Benzin und Super. Lohnt der Selbstzünder bei einem kleinen Auto überhaupt noch? Im Test ein Klasse-Diesel gegen einen Spitzen-Benziner: der Mini Cooper D gegen den VW Golf 1.4 TSI.

 
 Mini D - Golf TSI
  
 Mini D - Golf TSI  - Foto: Hersteller  Mini D - Golf TSI - Foto: Grundhoff  Mini D - Golf TSI - Foto: Grundhoff  Mini D - Golf TSI - Foto: Hersteller  Mini D - Golf TSI - Foto: Viehmann  Mini D - Golf TSI - Foto: Grundhoff
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[+] Beide: Sparsam im Verbrauch, gute Fahrleistungen, ausgezeichnete Verarbeitung, gutes Platzangebot vorne
Mini: Agiles Handling, Start-Stopp-Automatik, sportliches Fahrwerk
Golf: Ausgezeichnetes und sparsames DSG (gegen Aufpr
[-] Mini: Kleiner Kofferraum, enger Zustieg nach hinten, teuer uín der Anschaffung
Golf: Kleines aber spürbares Turboloch, lange Aufpreisliste

Auch wenn der VW Golf der fünften Generation in den letzten Zügen liegt und im Herbst offiziell abgelöst wird: Nach wie vor ist der Wolfsburger das Maß der Dinge, wenn es um die Kompaktklasse geht. Der Golf kann beides: Diesel und Benzin. Und er ist in beiden Disziplinen gleichermaßen begehrt. Nachdem der müde Golf 1.6 TSI vom deutlich besseren aufgeladenen Direkteinspritzer 1.4 TSI abgelöst wurde, sind im eigenen Haus auch die lange Jahre so unangefochtenen TDI-Modelle unter Druck geraten. Wie sparsam ein Benzin-Direkteinspritzer sein kann, muss ein Vergleich mit dem trendigen Sparmeister aller Klassen zeigen.

Der Mini Cooper sieht nicht nur gut aus - er ist gerade als Dieselversion auch sparsam wie kein anderer. Der britische BMW-Ableger verspricht bescheidene 3,9 Litern Diesel Verbrauch auf 100 Kilometer – Hightechaggregat und Start-Stopp-System machen es möglich.

Der kleine Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum kommt aus dem Hause Peugeot und leistet 80 kW/109 PS. Der Vierzylinder entwickelt mit Hilfe eines Turboladers 240 Newtonmeter Drehmoment. Das Geräusch des Selbstzünders ist stets präsent, wirkt in seiner moderaten Lautstärke aber nie störend. Von unten heraus geht es kraftvoll zur Sache und man gewöhnt sich schnell an die Tatsache, dass beim Ampelstopp der Motor ausgeht.

Dann wird Dank der Start-Stopp-Funbktion Kraftstoff gespart. Grün? Einkuppeln - und es geht fröhlich weiter. Wer will, kann die Funktion auch ausschalten. Die Fahrleistungen des Diesel-Minis sind allemal ausreichend und nicht zuletzt Dank der bekannten Qualitäten wie Fahrwerk, Lenkung und präziser Sechsgang-Schaltung kommt jede Menge Fahrspaß auf. Wer will, schafft knapp 190 km/h.

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Kleiness Turboloch
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Auch beim neuen Golf VI werden die sparsamen Turbo-Direkteinspritzer die technischen Aushängeschilder sein. Kleiner Hubraum und große Leistung heißt die Devise. So wird der 1,4 Liter große Vierzylinder in drei Leistungsstufen mit 122, 140 und 170 PS angeboten. Beim kleinen Basismodell verspricht VW einen Verbrauch von 6,3 Litern Super auf 100 Kilometern. Mit DSG soll sich der Durst sogar auf 5,9 Liter reduzieren.

In Sachen Fahrspaß steht der Golf trotz des Plus an Motorleistung gegen den Mini spürbar zurück. Er ist besonders sparsam zu bewegen, wenn man ihn mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe ordert. Das hat mittlerweile sieben Schaltstufen und lässt den 1,3 Tonner bereits bei Tempo 50 im sechsten Gang dahinrollen. An die niedrigen Drehzahlen muss man sich nur optisch und akustisch gewöhnen – den Rest macht das Getriebe.

Doch der Magerbetrieb, den der einfach aufgeladene Turbo ermöglicht, hat eine kleine Schattenseite: Beim Rangieren aus engen Parklücken oder einem forschen Ampelstart aus Tempo null muss man durch ein kleines Turboloch. Schon ab 1.250 Umdrehungen stehen dann zwei Drittel des maximalen Drehmoments von 200 Newtonmetern zur Verfügung. Um den vollen Schub zu genießen, muss man nur bis 1.500 U/min Umdrehung warten. So etwas konnten früher nicht einmal die Diesel.

Der Bestseller Typ Golf beschleunigt in 9,4 Sekunden auf 100 km/h, eine halbe Sekunde schneller als sein unwilliger Vorgänger, der 1.6 FSI. 200 km/h sind allemal drin, auch wenn es ab Tempo 170 recht träge wird. Dafür ist man sparsam unterwegs. Zwar wurde bei es bei unseren umfangreichen Tests mit einer realistischen Mischung aus Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn nichts mit den versprochenen 5,9 Litern Super per 100 Kilometern. Doch auch die gemessenen 7,2 Liter können sich sehen lassen.

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Doppelkupplung spart zusätzlich
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Auch der Mini blieb hinter seinen hohen Vorgaben zurück. Der offizielle Durchschnittsverbrauch des Mini Cooper Diesel liegt bei 3,9 Litern. Beim lässigen Landstraßencruisen lag der deutsche Brite allerdings bestenfalls bei 4,1 Litern Diesel. Im Mix wurden es mit entsprechenden Strecken auf Autobahnen, in Städten und über Land exakt 5,2 Liter. Immer noch ein guter Wert und ein Beweis dafür, dass sich Dynamik und Kraftstoffersparnis nicht ausschließen müssen. Wäre der Mini auch mit einer innovativen Doppelkupplung zu bekommen: Mindestens 0,2 bis 0,4 Liter Diesel weniger wären drin.

Diesel oder Benziner ist denn auch längst keine Frage der Anschauung mehr. Das zeigt der Vergleich zwischen Mini Cooper Diesel und VW Golf 1.4 TSI deutlich.

Sparsam können beide. Doch die Sparpotenziale sind bei einem Selbstzünder nach wie vor etwas größer. Trotzdem dürfte ein innovativer Benziner mit Turboaufladung und Direkteinspritzung für die meisten die günstigere Möglichkeit sein. Denn mit ihm spart man sich die teuren Mehrkosten für den Diesel bei Anschaffung und Steuern und profitiert gleichermaßen von ordentlichen Fahrleistungen und einem sparsamen Verbrauch.

Da wird es selbst für einen Hybridantrieb dünn. Gerade in der Klasse der Kompaktautos sind Mehrkosten und Mehrgewicht der Hybridmodelle wie Toyota Prius und Co. kaum wieder reinzuholen. Eine intelligente Abkopplung der Nebenaggregate und eine Start-Stopp-Automatik erledigen schon eine ganze Menge. Wenn im Zusammenspiel noch ein Direktschaltgetriebe Marke DSG, DKG oder Powershift mitspart, liegt das Drei-Liter-Auto zumindest in der umkämpften Kompaktklasse in erreichbarer Nähe.

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Text:  Eine eMail an Stefan Grundhoff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Grundhoff

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