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Vergleich  Vergleich: Audi A4 3.0 TDI vs. BMW 330xd

Bayerische Meisterschaften



Wie scharf die automobile Mittelklasse unterwegs ist, zeigen zwei ihrer coolsten Vertreter: Audi A4 und 3er BMW. Doch wenn sich deren dieselgetriebenen Allradversionen messen, steht ein heißes Match an.

 
 A4 3.0 TDI - BMW 330xd
  
 A4 3.0 TDI - BMW 330xd  - Foto: Grundhoff  A4 3.0 TDI - BMW 330xd - Foto: Grundhoff  A4 3.0 TDI - BMW 330xd - Foto: Grundhoff  A4 3.0 TDI - BMW 330xd - Foto: Grundhoff  A4 3.0 TDI - BMW 330xd - Foto: Grundhoff  A4 3.0 TDI - BMW 330xd - Foto: Grundhoff
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[+] Audi: ausgewogenes Fahrverhalten, gute Verarbeitung, hochwertiges Ambiente, exzellente Fahrleistungen
BMW: gute Fahrleistungen, sehr sportliches Fahrverhalten, gut abgestimmte Regelsysteme
Beide: Gute Qualitätsanmutung, hoh
[-] Audi: keine Automatik lieferbar
BMW: sehr straffes Fahrwerk, wenig Knieraum im Fond
Beide: schwache Serienausstattung, hoher Preis, nur zwei Jahre Garantie

Unbestritten sind Audi A4 und BMW 3er prächtige Mobile. Abgesehen von imposanten Preisstrukturen, die ehemals Oberklassemodellen zur Ehre gereichen würden, bieten beide ein breites Spektrum an Möglichkeiten und sind der Traum vieler Geschäftswagenfahrer. Doch während die Kilometerfresser insbesondere in der 150-PS-Diesel-Basisklasse unterwegs sind, haben Audi und BMW jenseits davon auch besonders fahrenswerte Allradgeschosse in der Hinterhand.

Beide gibt es mit sechs Zylindern, weit über 200 PS und einem variablen Allradsystem. Genau das richtige für alle, die nicht allzu viel Platz benötigen und den tiefen Griff in die Tasche ebenso wenig scheut wie das Unterstatement, keine Oberklasse zu fahren. Für all diejenigen sind Audi A4 3.0 TDI quattro und BMW 330xd nahezu das Maß aller Dinge. Wer kann wen mehr begeistern?

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Knackig und straff
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Der 3er BMW zeigt in Sachen Fahrdynamik seit Jahren, wo ws lang geht und so kann auch der aktuelle Münchner hier seinen Widersacher Audi A4 in die Schranken weisen. Wer direkte Lenkungen ebenso liebt wie knackige Handschaltungen, sich an einem straffen Fahrwerk nicht stört und einen fahraktiven Allradantrieb will - dem wird der BMW 330xd jede Menge Freude bereiten.

Dabei ist es nicht so, dass der Audi etwa träge oder gar unwillig wäre. Im Gegenteil: Viele der ohnehin überschaubaren Nachteile des Audi A4 sind mit der neuen Generation ausgemerzt. Zwar sind die Nick- und Wankbewegungen bei schnellen Lastwechseln deutlicher spürbar und auch das Untersteuern im Grenzbereich ist größer als beim Hecktriebler.

Doch die ehemalige Frontlastigkeit des Vierers ist wenn auch nicht verschwunden so doch deutlich zurückgegangen. Der Motor liegt weiter hinten, die Gewichtsverteilung wurde etwas besser und der Allradantrieb namens quattro tut sein übriges, um den A4 zum Spaßmacher für ambitionierte Familienväter werden zu lassen.

Wer die Symbiose aus Sportlichkeit, Dynamik und Komfort über alles stellt, der ist mit dem Audi besser bedent als mit dem durchweg sportlich-strammen BMW - nicht nur, weil Federung und Gesamtkomposition des A4 souveräner die Unwägbarkeiten des Untergrunds überspielen, sondern weil der Komfort im Innenraum beginnt.

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Audi A4 - breiteres Spektrum
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Und hier kann der Ingolstädter deutliche Vorteile für sich verbuchen. Der Volant des 3ers ist enger, sportlicher und die Sitzhöhe könnte gerne etwas niedriger sein. Man sitzt auf den optionalen Sportsitzen gut - doch groß gewachsene Piloten werden in den Audi-Stühlen leichter eine perfekte Position einnehmen können. Auch bei Bedienung und Haptik gibt es die bekannten Vorteile, die den A4 leicht besser als den 330xd dastehen lassen.

Besonders beim Cockpit hat der BMW gegen den Nachbarn aus Ingolstadt keine Chance. Instrumente und Bedienelemente sind exzellent platziert und vorbildlich beleuchtet. Beim A4 gibt es an sich nur die unglückliche Tempomatbedienung am dritten Lenkstockhebel und die große, ungenutzte Kunststofffläche um den Multifunktionsbildschirm zu monieren. Der Rest geht via Direkttasten und gutem MMI-Bedienkonzept problemlos und nahezu intuitiv.

Das Platzangebot im Fond ist in beiden Vertretern nicht berauschend und liegt eher auf dem unteren Niveau der Mittelklasse. In jedem Fall gibt es für zwei Personen im Fond genügend Platz.

Deutlich besser als beim Platzangebot schlagen sich Audi und BMW in der Motorenwertung. Die drehfreudigen und kraftvollen Diesel sind genau das richtige für alle, denen vier Brennkammern mit 140 bis 180 PS zu wenig sind. Denn während BMW einen 177 PS starken Volumen-Vierzylinder mit Heckantrieb anbietet, setzt Audi bei seinem 170 PS starken A4 2.0 TDI ebenfalls auf vier Töpfe. Allrad gibt es hüben wie drüben nur in der Dreiliterliga.

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Nominell dicht beisammen
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Doch bei dieser Motorleistung und maximalen Drehmomenten von 500 Nm ist ein 4x4-Antrieb längst nicht nur auf nasser Piste eine angenehme Sache. Der Audi will seine 176 kW/240 PS schließlich genauso auf den Asphalt bringen wie der BMW seine 170 kW/231 PS.

Auch wenn A4 3.0 TDI quattro und 330xd nominell dicht beieinander liegen, so war der Unterschied zugunsten des Audi deutlich spürbar. Der 3er, sonst besonders bissig und willig am Gas hängend, musste sich immer wieder mit dem zweiten Platz begnügen.

Besonders groß ist der Unterschied bei der Höchstgeschwindigkeit. Während der Audi per Tachoanzeige unglaubliche 272 km/h (real 256 km/h) rennt, schafft der BMW nur mit viel Mühe die 250er Marke. Mehr als die versprochenen 242 km/h Werkangabe sind - nachgemessen - nicht drin. Auch beim Spurt von 0 auf 100 km/h sieht der BMW nur die Rücklichter des Audi. Während der 330xd gute 6,8 Sekunden benötigt, zerschneidet der knapp 1,7 Tonnen schwere Konkurrent das Zielband bereits nach 6,3 Sekunden. Ein Grund ist das um rund 70 Kilogramm höhere Leergewicht des BMW.

Noch nicht einmal beim Verbrauch hat der BMW die Nase vorn. Der 330xd benötigte durchschnittlich 8,2 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Der Audi kam mit 8,0 Litern aus – für die Motorleistungen gleichermaßen beeindruckende Werte. Wer will, der kann beide auch mit unter acht Liter durch die Landschaft bringen. Dann heißt es jedoch gleich in mehrerlei Hinsicht zurückschalten.

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Kaum unter 50.000 Euro
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Styling, Dynamik, Leistung und Alltagstauglichkeit - es spricht wenig gegen die beiden sportlichen Bayern-Limousinen. Wären da nicht ambitionierte Preise und die schlechte Serienausstattung hier wie da, die schocken. Spätestens beim Studium der endlos langen Sonderausstattungslisten überdenkt man seine Lust auf Leistung und Allrad noch einmal. Schließlich bieten auch die kleineren Vierzylinder viel Fahrspaß.

Der Audi A4 3.0 TDI quattro startet in der kargen Attraction-Ausstattung bei glatten 41.000 Euro. BMW lässt seinen Kunden die Wahl ob Allrad oder nicht. Wer das sinnvolle Paket ordert, der erhöht den Basispreis von 39.650 Euro auf 42.250 Euro.

In diesem Preis ist bei beiden nicht viel mehr enthalten als eine grundlegende Komfort- und eine komplette Sicherheitsausstattung. Jegliche Annehmlichkeiten wie elektrische Sportsitze, dynamisches Xenonlicht, Navigationssystem oder eine Lederausstattung muss man stramm extra bezahlen - und drückt die Preise hier wie da weit über die 50.000-Euro-Marke.

Das Fazit: Letztlich kann der Audi A4 3.0 TDI quattro diesen Vergleich überraschend deutlich für sich entscheiden. Das bessere Paket aus Motor und Antrieb, Fahrwerk und Getriebe gibt den Ausschlag im bayerischen Zweikampf. Der BMW ist der sportlichere, könnte jedoch etwas bessere Fahrleistungen bieten. Denn auch dabei hat der Audi die Nase vorn.

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Text:  Eine eMail an Stefan Grundhoff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Grundhoff

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