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Vergleich  Vergleich: Ford Focus CC - Volvo C70

Klappen gehört zum Handwerk



Die Klappdachwelle schwappt über den Cabriomarkt. Egal in welcher Klasse – als Kopfbedeckung hat der Helm der Bademütze den Rang abgelaufen. Der Ford-Konzern schickt gleich zwei Modelle ins Rennen.

 
 Ford Focus CC - Volvo C70
  
 Ford Focus CC - Volvo C70  - Foto: Hersteller  Ford Focus CC - Volvo C70 - Foto: Hersteller  Ford Focus CC - Volvo C70 - Foto: Hersteller  Ford Focus CC - Volvo C70 - Foto: Hersteller  Ford Focus CC - Volvo C70 - Foto: Hersteller  Ford Focus CC - Volvo C70 - Foto: Viehmann
Alternativen
Audi A4 3.0 TDI DPF quattro Cabrio
BMW 3er 330Cd Cabrio
Mercedes-Benz CLK 320 CDI Cabriolet
Volkswagen Eos 2.0 FSI
Opel Astra TwinTop 1.9 CDTI
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[+] Ford: Günstiger Preis, ausgezeichnetes Fahrwerk, sicheres Fahrverhalten, ordentliche Serienausstattung, großer Kofferraum
Volvo: Hoher Sicherheitsstandard, gute Verarbeitung, ausgezeichnetes Fahrwerk, hoher Fahrkomfort, elegantes
[-] Ford: Zum Teil billiges Plastikambiente, langsam öffnendes Dach, geschlossen wenig Kopffreiheit hinten
Volvo: Hoher Preis, karge Serienausstattung, wenig Platz im Fond, kleiner Gepäckraum (offen), filigrane Dachmechanik, langsame

Optisch mag man kaum darauf kommen, dass Ford Focus Coupé Cabriolet und der Volvo C70 auf ein und derselben Plattform stehen. Beide Marken präsentieren ihre viersitzigen Cabriolets betont eigenständig. Der Focus soll die Massen begeistern, der C70 das gehobene Yuppie-Publikum ansprechen. Beide gibt es mit sparsamen und durchzugstarken Dieselaggregaten. Reichen die 136 PS des Kölners oder sollten es schon die 180 PS des Schweden sein?

Doch zunächst einmal macht selbstverständlich der Preis die Musik. Der betont elegante Volco C70 D5 kostet je nach Ausstattung mindestens 39.100 Euro – angesichts einer alles andere als kompletten Serienausstattung ein straffes Angebot. Denn der kaum kleinere Ford Focus CC 2.0 TDCi kostet gerade mal 27.250 Euro. Ein Preisunterschied von über 11.000 Euro für 44 PS, mehr Image und eine zugegeben gut abgestufte Fünfgang-Automatik sind ein sattes Aufgeld.

Beide Modelle haben ihre erfolgreichen Vorfahren. Ford hatte die Cabriowelle der vergangenen Jahre verschlafen und schickte lange ein betagtes Cabriolet-Derivat des alten Escort in den Markt. Der hatte lange Jahre Opel Kadett und Golf-Cabrio das Leben schwer gemacht. Vom alten Henkelmann-Charme ist beim offenen Focus nichts mehr zu sehen. Der neue Sonnenanbeter ist szenetypisch ein Coupé-Cabriolet mit klappbarem Stahldach und eleganter Seitenlinie.

Auch der Volvo kann auf einen erfolgreichen Vorgänger zählen. Der offene C70 galt als legendärer Cruiser und basierte auf der 850er-Serie. Platz im Überfluss für vier Personen und ein elektrisches Stoffdach - das war gestern. Der neue ist 14 Zentimeter kürzer und wird ebenfalls von einem Klappdach behütet. Beide Dächer sind groß und verschwinden auf Knopfdruck im Kofferraum. Nachteil: Beide arbeiten extrem langsam und lassen sich zu allem Überfluss nur im Stand bedienen. Die Shownummer an der Ampel sollte man sich daher lieber sparen. Sonst gibt es statt Applaus nur wildes Gehupe.

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Bauchiger Deckel
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Der Volvo wirkt besonders von der Seite und hinten sehr grazil und eine Klasse größer. Der leicht bauchige Heckdeckel wurde elegant mit in die Leuchteneinheit einbezogen. Die mächtige Klappe öffnet etwas unwillig und gibt 404 Liter Stauraum frei. Bei geöffnetem Dach wird es fummeliger und man muss mit 200 Litern auskommen. Trotzdem allemal ein ordentliches Paket. Allein die Front des C70 würde man sich etwas kraftvoller wünschen. Hier hat man kurzerhand zum Gesicht von S40 und V50 gegriffen. Etwas mehr Eleganz und Sportlichkeit und der Schwede würde der Traum aller gut betuchten. Doch so fühlen sich besonders Frauen vom filigranen Finish des Volvo angesprochen.

Beim Ford Focus CC sieht es ganz anders aus. Seine starke Seite ist vorne. Da wirkt er sportlich und dynamisch. Auch die gestreckte Seitenlinie kann sich noch sehen lassen. Doch beim klobigen Heck scheinen der Designabteilung die Ideen ausgegangen zu sein. Der riesige Heckdeckel wirkt aufgesetzt wie ein unförmiges Tablett und auch die Heckleuchten scheinen für ein anderes Modell konzipiert worden zu sein. Grund für das alles andere als schnittige Hinterteil ist die Dachkonstruktion. Im Gegensatz zum Schweden kommt der Focus mit zwei Teilen aus, die großflächig im Kofferraum untergebracht werden müssen. Allein der riesige Kofferraum von über 500 Litern ist eine Show. Doch den honoriert bei einem Cabriolet nun wirklich niemand.

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Deutlich vernehmbar
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Beide Diesel-Aggregate gelten in ihren Baureihen als interessanteste Motorisierungen. Der Volvo C70 bildet in der neuen Klappdach-Liga derzeit die Speersitze. Der bekannt kraftvolle Fünfzylinder leistet im offenen D5 132 kW/180 PS und ein Drehmoment von eindrucksvollen 350 Nm, die bereits bei 1.750 U/min zur Verfügung stehen. Diesel und Cabriolet ist längst kein Tabu mehr - aber der Dieselklang des Volvo ist einfach zu laut. Er hört sich kraftvoll und sonor an, ist aber in jedem Fahrzustand zu deutlich vernehmbar. Daran werden sich viele cruisende Cabriofans stören.

Vielleicht lassen sie sich jedoch von der sanft schaltenden Fünfgang-Automatik und dem sparsamen Verbrauch wieder besänftigen. Im Durchschnitt schluckt der 2,4 Liter große Selbstzünder trotz flotter Fahrweise 8,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Seine Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h. Gerade bei rutschiger Fahrbahn gerät der Frontantrieb jedoch an seine Grenzen.

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Hausmannskost
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Im Vergleich zum Volvo muss sich das Ford Focus Coupé-Cabriolet mit Hausmannskost begnügen. Auch im Gegensatz zur Konkurrenz von Astra TwinTop, Eos und Peugeot 307cc ist der Kölner bis auf weiteres nur mit mittelstarken Triebwerken zu bekommen. Bei den Benzinern ist bei 145 PS Schluss. Da fällt der Entschluss für das 2.0-TDCI-Aggregat leichter als anderswo. 100 kW/136 PS und ein Drehmoment von 320 Nm bei 2.000 U/min reichen aus, um flott bei der Musik zu sein. Überraschung: Der Motor ist trotz eines Zylinders weniger deutlich leiser als der des C70. 0 auf 100 km/h in 10,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h sind ebenfalls zufrieden stellend.

Im Focus wird beim Schalten noch selbst Hand angelegt. Das gut abgestufte Sechsgang-Getriebe könnte etwas knackiger sein, macht aber einen ordentlichen Job. "Ordentlich" gilt auch für den Verbrauch. Im realen Straßenverkehr verbrauchte der Ford knapp sieben Liter Diesel 100 Kilometer. Da sieht man den Tankwart noch seltener als beim Schweden.

Die Gemeinsamkeiten beim Fahrwerk lassen sich leicht erfahren. Beide Konkurrenten liegen gut auf der Straße, mögen den regen Citybetrieb ebenso wie längere Autobahnpassagen und kurvige Bergstraßen. Beide zeichnen einen gelungenen Mittelweg aus komfortabel und sportlich straff und schütteln ihre Passagiere nicht über Gebühr durch. Nicht überzeugen konnte bei beiden die Verwindungssteifigkeit. Wer mit dem geschlossenen Volvo Bordsteine oder Auffahrten hinauf fährt, hört Knarr- und Verwindungsgeräusche aus dem gesamten Dachbereich. Das ist beim Focus, dessen beide Dachmodule noch größer sind, nicht anders. Unter dem Strich macht die Gesamtabstimmung des Focus den besseren Eindruck.

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Zwei aus zwei verschiedenen Klassen
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Im Innenraum erkennt man auf den ersten Blick, dass die beiden Modelle in unterschiedlichen Kampfklassen antreten. Der Ford Focus CC ist übersichtlich und praktisch - doch das Auge wird ebenso wenig verwöhnt wie beim polarisierenden Heck. Kunststoffe, Sitzbezüge und Abdeckungen wirken alles andere als hochwertig und haben nicht das Niveau der neuen Ford-Modelle Galaxy und S-Max. Gerade der geneigte Cabriolet-Kunde erwartet in dieser Klasse deutlich mehr.

Das bekommt er nicht nur bei der externen Konkurrenz, sondern auch beim Volvo C70. Alles ist wertig, alles noch besser im Blick und eben premium. Sitze, Bedienmodule, aber auch Verkleidungen und Designelemente scheinen im Vergleich zum Ford aus einer anderen Welt. Das Platzangebot ist in beiden Fällen ordentlich. Im Focus ist der Windschutzscheibenrahmen aufgrund der höheren Sitzposition deutlich näher an der Stirn. Der C70 löst das ganze eleganter. Gerade im Volvo-Fond sitzt man deutlich umsorgter. Bei geschlossenem Dach wird es für die Passagiere der zweiten Reihe jedoch bei beiden eng. Bekanntlich sitzt hinten jedoch kaum jemand.

Der Volvo ist in drei, der Ford in zwei Ausstattungsvarianten auf den Markt. Gerade in der Cabrioklasse darf es gerne etwas mehr sein. Beim Thema Sicherheit geben sich beide mit ESP, Kopf-, Seiten- und Frontairbags sowie einem Überschlagschutz keine Blöße. Ein mit elektrischen Ledersitzen, Klimaautomatik, Xenonlicht und DVD-Navigation ausgestatteter Volvo C70 Summum D5 kostet über 45.000 Euro und klopft damit an die Klasse von Audi A4 Cabrio, BMW 3er und Mercedes CLK an. Das identisch ausstaffierte Ford Focus Coupe-Cabriolet 2.0 TDCi liegt mit knapp 34.000 Euro deutlich darunter.

Der Focus Focus ist objektiv betrachtet keinesfalls das schlechtere Auto. Oben-ohne-Fahrspaß, günstiger Verbrauch und Preis sprechen eine deutliche Sprache. Der Volvo bietet neben einem kraftvollen Triebwerk deutlich mehr Image und Design. So dürften sich die Kundengruppen von Focus und C70 diesmal wirklich kaum ins Gehege kommen – und das liegt nicht nur am Preis.

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Text:  Eine eMail an Stefan Grundhoff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann

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