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Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi  Praxistest: Toyota Avensis 2.2 D-Cat

Meister Proper



Sauber und kraftvoll kommt der Toyota Avensis mit dem 2.2-Liter D-CAT Diesel daher. 177 PS - das klingt nicht schlecht. Und ein Filter fischt nicht nur Ruß, sondern auch Stickoxide aus der Abluft. Klingt gut. Ist gut?

 
Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi
  
Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi - Foto: Wolff Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi- Foto: Wolff Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi- Foto: Wolff Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi- Foto: Hersteller Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi- Foto: Hersteller Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi- Foto: Wolff
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Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi
Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi
Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi
[+] Moderner und suberer Motor, gute Platzverhältnisse, sehr gute Verarbeitung, umfangreiche Ausstattung, komfortables Fahrwerk, sichere Fahreigenschaften, sehr zuverlässig
[-] Schlapp im unteren Drehzahlbereich, umständlich zu bedienendes Navigationssystem, zu niedrig öffnende Heckklappe

Für Toyota ist der Avensis eine Erfolgsgeschichte. Hierzulande spielt er in der gleichen Verkaufsliga wie zum Beispiel Opel Vectra oder Ford Mondeo. Kein anderes Importmodell kann da mithalten. Mit dem 2.2 D-CAT haben die Japaner noch einmal nachgelegt: 177 PS aus einem Commonrail-Diesel, dazu ein neues, besonders sauberes Filtersystem. Plus: Die ganzen positiven Eigenschaften, die der Avensis auch schon vorher hatte.

Die unaufdringliche aber doch gefällige Karosserie zum Beispiel. Nach wie vor wirkt sie zwar etwas bieder, aber modern und aktuell. Erst recht in der Kombi-Version. Sicher - niemand schaut an der Ampel mit glänzenden Auchen herüber. Aber man kann auch nach drei Jahren automobiler Partnerschaft noch hinsehen, ohne gleich "der schon wieder" zu denken. Diese gefällige Biederkeit bestimmt auch den kräftigsten Avensis. Keine ausgestellten Radkästen, keine Spoiler, keine dicken Schweller oder armstarken Auspuffrohre. Und natürlich: Vom Frontgrill bis zum hinteren Stoßfänger hochklassig verarbeitet. Apropos Stoßfänger: Die sind in Wagenfarbe lackiert und jede Rempler-Reparatur, so verrät ein Blick in die Werkstattliste, wird nicht billig.

Perfekte Verarbeitung auch innen. Die Spaltmaße passgenau, kein Knistern, kein Knacken, hochwertig wirkende Materialien rundum - da weiß man doch sofort, worin man Platz nimmt. Der positive Eindruck setzt sich fort, wenn es um Raumangebot und Bedienkomfort geht. Viele sinnvolle Ablagen. Platz vorne wie hinten reichlich, weit öffnende Türen. Die vorderen Sitze lassen sich auch für größer gewachsene Zeitgenossen gut einstellen, zumal das Lenkrad in allen Dimensionen verstellbar ist. Die Sitze sind ausreichend straff und bieten ordentlichen Seitenhalt. Auch hinten ist ausreichend Platz selbst für lange Strecken.

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Doppelter Boden
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Die Sitze hinten lassen sich - wenn auch etwas umständlich - asymmetrisch teilen. Der im Normalzustand 520 Liter fassende Laderaum lässt sich so auf 1500 Liter vergrößern. Damit ist er nicht unbedingt Klassenprimus - aber ordentlicher Durchschnitt. Positiv hilft dabei, dass sich der Laderaum dank der fast senkrechten Heckscheibe effektiv beladen läßt. Effektiv auch dank des doppelten Bodens: Unter dem eigentlichen Laderaumboden gibt es noch einmal ein paar Fächer, in dem sich all der Krimskrams unterbringen läßt, der normalerweise ziemlich haltlos durch den Kofferraum kugelt. Ärgerlich: Die Heckklappe schwingt nicht sonderlich weit nach oben - wer nicht aufpasst und über 1,80 groß ist, macht schnell schmerzhafte Bekanntschaft mit ihr. Und: Das Reserverad ist nicht nur bloß ein Notrad, sondern auch so verstaut, dass man erst Sack und Pack am Straßenrand drapieren muss, um an es heran zu kommen.

Dafür geht es in Sachen Bedienbarkeit wieder so zu, wie es sich für einen Toyota gehört: Alles da, wo es hin gehört (mit einer Ausnahme, aber davon später), alles übersichtlich und klar, nichts überladen. Die Übersichtlichkeit ist auch insgesamt gut. Weder beim Einparken noch im Verkehrsfluss gibt es Sichtprobleme.

Was uns allerdings ziemlich genervt hat, ist die Bedienung des Navigationssystems. Und damit sind wir bei der erwähnten Ausnahme. Abgesehen davon, dass die Menüstruktur nicht unbedingt intuitiv und logisch aufgebaut ist - ärgerlich ist vor allem das Bediengerät selber. Offensichtlich wollten es die Ingenieure besonders gut machen: Das Navi wird mit einer Art Fernbedienung (wie beim TV) geschaltet, die normalerweise in eine Halterung links vor der Gangschaltung eingerastet wird. Das Problem dabei: Will man zum Beispiel den Zoomfaktor der Navi-Darstellung verändern, muss man sich an den weit außerhalb des Blickfelds liegenden Bedien-Satelliten herantasten - oder den Blick gefährlich lang von der Fahrbahn nehmen. Benutzt man ihn wie eine Fernbedienung, fliegt der Satellit schnell in Kurven hin und her. Oder man rastet ihn nach Benutzen wieder ein - nur um sich beim nächsten Mal wieder heran zu fummeln. Ärgerlich auch: Schaltet man bei Tag das Fahrlicht ein, ist auf dem Navi-Display kaum noch etwas zu erkennen. Liebe Ingenieure: Es ist nicht immer finsterste Nacht, wenn man das Licht anmacht.

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Unten rum schlapp
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So weit, so Avensis. Wie aber funktioniert der Kombi mit dem neuen, kräftigen Motor? Weitgehend prächtig. Dank Ausgleichswellen und guter Dämmung merkt man kaum, dass man in einem dieselgetriebenen Auto sitzt. Vibrationen sind kaum zu spüren, Nageln ist kaum zu hören. Nur ein wohlwollendes Brummen zeigt nach dem Starten an: "Hey, ich bin bereit." Dan folgt zunächst einmal eine kleine Enttäuschung: Zumindest im Bereich bis 2000 Umdrehungen merkt man von den 177 Pferdchen (130 kW) wenig. Der 4-Zylinder-Motor ist unten rum schlicht träge. Kommt er aber erst mal auf Touren, mag man ihn dann wieder besser leiden. Nun zieht er endlich, hat sogar Spurtqualitäten beim Überholen oder am Berg. Gut nur, dass das präzise schaltbare Sechs-Gang-Getriebe in seiner Abstufung mit dieser Charakteristik ganz gut klar kommt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h, den Spurt aus dem Stand auf 100 schafft der Avensis zumindest auf dem Papier in 8,6 Sekunden. Den Verbrauch gibt Toyota im Mix mit 6,2 Litern Diesel an - realistischer sind wohl unsere gemessenen 8,3 Liter.

Ein paar Worte noch zu dem innovativen Filter des D-CAT: Das kann mehr als die bisherigen Partikelfilter und fischt nicht nur Rußpartikel, sondern auch NOx aus dem Abgas. Laut Toyota unterbietet der Avensis damit die Euro-4 Grenzwerte um bis zu 80 Prozent und ist sogar schon Euro-5-tauglich. Ein wahrer Meister Proper auf vier Rädern demnach: kraftvoll und sauber.

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Familienkombi mit Komfort
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Das Fahrwerk ist nicht gerade sportlich straff abgestimmt - soll es auch nicht sein. Der Avensis Combi ist auch mit seinen 177 PS kein Kurvensportler, sondern ein Familienkombi mit Komfortanspruch. Und den können Fahrwerk und Federung sehr wohl erfüllen. In Kurven reagiert er bei flottem Tempo leicht untersteuernd - also sicher beherrschbar. Zumal im Grenzbereich die Elektronik frühzeitig regelnd eingreift. Bei Nässe und allzu forschem Ampelstart macht die Traktion gelegentlich ein kleines Problem, regelt aber schnell wieder ein. Die Karosserie neigt sich in Kurven merkbar, aber nicht störend, ein Aufschaukeln haben wir nicht feststellen können. Die Lenkung ist präzise, dürfte aber ein wenig gefühlvoller sein - aber das hält sich noch im Bereich "Geschmackssache". Die Federung kommt auch mit schlechten Straßen gut zurecht. Geht es allzu rau zu, quittiert er es mit Poltern.

Mit einem Basispreis von 27.050 Euro ist der Toyota Avensis Combi zwar nur in der hochwertigen Executive-Ausstattung zu haben, aber immer noch ein faires Angebot - zumal er so schon mit einer üppigen Serien- und Sicherheitsausstattung daherkommt. Die Konkurrenten liegen vom Preis her meist ähnlich, haben aber eine etwas dürftigere Ausstattung und weniger Leistung. Gute Chancen also, dass der Avensis seine Erfolgsgeschichte fortschreiben kann.

Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi
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Fotos: Wolff

Wie entsteht ein Praxistest? Das erfahren Sie Toyota Avensis 2.2 D-Cat Combi hier

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