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Tesla Model X P90D  Fahrbericht: Tesla Model X P90D

Elektrischer Megabus



Teslas Model X ist irgendwas zwischen Van, SUV und visionärem Zukunftstransporter. Dabei beeindrucken nicht nur die Fahrleistungen des coolen Elektromodells mit seinen bis zu sieben Sitzen.

 
Tesla Model X P90D
  
Tesla Model X P90D - Foto: Hersteller Tesla Model X P90D- Foto: Hersteller Tesla Model X P90D- Foto: Hersteller Tesla Model X P90D- Foto: Hersteller Tesla Model X P90D- Foto: Hersteller Tesla Model X P90D- Foto: Hersteller
Tesla Model X P90D
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Tesla Model X P90D
[+] Spektakuläre Fahrleistungen, gutes Platzangebot, weit reichende Assistenzsysteme, variabler Innenraum, Allradantrieb
[-] Extrem hoher Preis, lange Ladezeit, geringe Zuladung

Über Sinn und Unsinn eines Familientransporters mit über 500 PS und fast 1.000 Nm maximalem Drehmoment kann man trefflich streiten. Wer einmal auf die Autobahn auffährt und von Tempo 60 bis über 220 km/h ohne jede Mühe in Rekordzeit beschleunigt, der sieht mit Vergnügen auf den Passagierplätzen des Tesla Model X lauter offene Münder.

Vergeblich konkurrierende Fahrer von leistungsstarken Sportwagen glauben ihren Augen ebenfalls nicht zu trauen und schieben es auf Schaltfehler oder technische Unzulänglichkeiten. Der Vortrieb es Tesla Model X ist groß, nein gigantisch. Dabei sind die fraglos spektakulären Fahrleistungen nur ein winziger Teil des familiären Gesamtpakets.

Wenn es derzeit ein visionäres Auto frei käuflich zu erwerben gibt, dann ist es wohl genau jenes Model X, dessen polarisierendes Van-Design und üppigen Verkaufspreise verhindern, dass die Kunden den Tesla-Händlern die Türen einrennen.

Ein Druck auf den handschmeichlerisch geformten Schlüssel oder den Griff - und die vorderen Türen entriegeln sich nicht nur, sie gleiten auf und verschließen sich vollelektrisch wieder wie von Geisterhand. Captain Future 3.0 - da steht er. Gleiches geschieht mit den hinteren Einstiegen, die weitgehend sinnfrei als Flügeltüren ausgeführt sind. Abgesehen vom Showeffekt hat das keinen realen Nutzen. Bisweilen hakt der ohnehin quälend lahme Öffnungsprozess und insgesamt sorgt er für überflüssiges Mehrgewicht. Dass das Konstrukt zu Lasten einer guten Karosseriesteifigkeit geht, dürfte die meisten Kunden dagegen kaum stören.

Das Platzangebot in dem 5,04 Meter langen Amerikaner ist allemal ordentlich. Fahrer und Beifahrer fallen neben dem puristischen Armaturenbrett insbesondere die überdimensionale Panorama-Windschutzscheibe auf, die sich bis über die Stirn der ersten Sitzreihe zieht. Der Nachteil: Herunterfahren lässt sich das Innendach bei niedrig stehender Sonne nicht und die seitlich befestigten Sonnenblenden sind keine Ideallösung.

Tesla Model X P90D, Fahrbericht
Das maximale Ladevolumen liegt je nach Sitzkonfiguration bei bis zu 2.180 Liter
Tesla Model X P90D, Fahrbericht

Das Antriebspaket im Model X ist aufgrund seiner Plattform identisch mit dem der Luxuslimousine Model S. Da die Elektromotoren platzsparend direkt an den beiden Antriebsachsen verbaut sind und das dicke Akkupack im Unterboden verschwunden ist, gibt es vorne wie hinten entsprechende Koffer- und Knautschräume. Der Laderaum lässt sich auf Wunsch mit zwei Sitzen bestuhlen, die jedoch Kindern und kleineren Personen vorbehalten sein sollten.

Klasse: der Fahrer kann über die vertikale 17-Zoll-Touchfläche, die die Mittelkonsole bildet, auch alle sieben Sitze einzeln verstellen oder beheizen (1.100 Euro Aufpreis). Der Einstieg in die dritte Reihe geht dabei am einfachsten, wenn die Stühle der Reihe zwei nach vorne fahren. Wer sieht, wie gut das im Model X klappt, kann kaum glauben, dass selbst luxuriöse SUV und Vans das manuell den Passagieren überlassen. Das maximale Ladevolumen liegt je nach Sitzkonfiguration bei bis zu 2.180 Liter.

An das große Touchpad in der Armaturenfläche gewöhnt man sich schneller als gedacht. Die meisten Bedienungen erklären sich selbst und wer seit Jahren ein Smartphone in der Tasche trägt, wird ohnehin kaum Bedienhürden finden. Etwas enttäuschender sind schon die Instrumenteneinheit für den Fahrer, das karg betastete Lenkrad und die betagten Bedienelemente in Türen und am Lenkrad aus dem Hause Mercedes. Das würde man sich bei einem solchen Fahrzeug innovativer, cooler, vielleicht auch nur einfach anders vorstellen.

Dabei gibt es auf einen Blick alle wichtigen Informationen wie Tacho, Restreichweite, Batteriestand, Fahrerassistenz, durchschnittlicher Energieverbrauch oder solch schnöde Angaben wie Laufleistung, Uhrzeit und Radiosender. Informationen gibt das animierte Cockpit auch über den 3.300 Euro teuren Autopiloten, der sich durch zweimaliges Ziehen des Lenkstockhebels aktivieren lässt.

Auf Autobahnen und Landstraßen klappt die Lenkunterstützung dabei sehr gut, wenn zwei Fahrbahnmarkierungen zu sehen sind oder ein Auto vorausfährt. Mit nur einer Markierung tut sich das System dagegen schwer. Angenehm: Man muss wie bei vielen Wettbewerbssystemen nicht alle paar Sekunden ins Lenkrad greifen, denn das System arbeitet längere Zeit autonom und führt den 2,5 Tonnen schweren Van sicher durch den Verkehr.

Beim Antrieb hat der Kunde die Wahl zwischen 60, 75, 90 oder nun auch 100 kWh. Tesla verspricht je nach Batteriepaket und Antrieb vollelektrische Reichweiten zwischen 350 und 540 Kilometern.

Tesla Model X P90D, Fahrbericht
Punkten kann der Allradler mit seinem akkubedingt niedrigen Schwerpunkt
Tesla Model X P90D, Fahrbericht

Ideal erscheint der Tesla Model X P90D mit 396 kW/539 PS und 967 Nm maximalem Drehmoment, der bei munteren 131.300 Euro startet. Das üppige Fahrzeuggewicht von 2,5 Tonnen und der serienmäßige Allradantrieb sorgen dafür, dass der Amerikaner keinerlei Mühe hat, seine gewaltige Leistung auf die Fahrbahn zu bringen. Durchdrehende Räder versucht man vergeblich zu provozieren. Wer will, kann mit dem Tesla Model X P 90D über 2,2 Tonnen mit einem Anhänger ziehen.

Wenn es am Tesla Model X neben den wenig überzeugenden Fondflügeltüren etwas zu monieren ist, dann ist es seine Fahrwerksabstimmung. Gerade die Vorderachse lässt viele Komfortwünsche offen, denn sie federt trotz optionaler Luftfederung bei größeren Unebenheiten nervös und gibt diese Unruhe an den Innenraum weiter. Punkten kann der Allradler jedoch mit seinem akkubedingt niedrigen Schwerpunkt und entsprechend beeindruckende Kurvengeschwindigkeiten.

Den Spurt von 0 auf Tempo 100 schafft der Familienvan in knapp vier Sekunden. Das sind Leistungsdaten wie bei einem Zur Markenseite Mercedes-BenzMercedes AMG GT oder einem Zur Markenseite PorschePorsche 911 Turbo - nur, dass diese nicht über bis zu sieben Sitzplätze verfügen. Die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h sollten ebenso wie die maximale Reichweite von 467 Kilometern für die allermeisten Fahrten ausreichen.

Für Langstrecken muss gegebenenfalls an der Autobahn nachgeladen werden. Schnellladestationen gibt es zumindest an den großen Verbindungsstrecken. Auf jeden Fall kommt man um das optionale (1.600 Euro) Onboard-Schnellladepaket mit 16,5 kWh nicht herum. Statt der üblichen 48 km pro Stunde lassen sich pro Stunde dann 72 Kilometer Reichweite in den Akkutank des Amerikaners laden.

Der Preis für das Einstiegsmodell Tesla Model X P60D liegt bei 86.300 Euro. Ein komplett ausstaffierter P90D verdoppelt diesen Preis problemlos auf rund 170.000 Euro.

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Fotos: Hersteller Tesla Model X P90D https://goo.gl/FuTmYe
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