Autobauer auf der CES 2014 in Las Vegas Autobauer auf der CES 2014 in Las VegasAutobauer auf der CES 2014 in Las Vegas
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Autobauer auf der CES 2014 in Las Vegas  Technik: Autobauer auf der CES

Neue Welt



Auf der Suche nach Zukunftsimage und Pioniergeist suchen sich die Autohersteller immer neue Plattformen aus. Ohne die CES, die weltweit bedeutendste Computermesse, geht da nichts mehr.

 
 CES in Las Vegas
  
 CES in Las Vegas  - Foto: Hersteller  CES in Las Vegas - Foto: Hersteller  CES in Las Vegas - Foto: Hersteller  CES in Las Vegas - Foto: Hersteller  CES in Las Vegas - Foto: Hersteller  CES in Las Vegas - Foto: Hersteller

Wieso sich die Hersteller auf den traditionellen Automessen noch derart millionenschwer zur Schau stellen, weiß so recht wohl niemand. Dort werden keine Autos verkauft. Und zur Meinungsbildung brauchen die Kunden die Leistungsschauen längst nicht mehr. Selbst wenn der Abschied von Pompös-Auftritten in Peking, Shanghai, Frankfurt oder am Genfer See schwer fällt, ist ein Image für die Zukunft nur auf anderem Wege zu formen. Innovative Produkte, alternative Antriebe und neue Technologien müssen her - die dann im richtigen Umfeld in Szene gesetzt werden.

Nur so ist es zu erklären, dass allen voran die deutschen Premiumhersteller die Consumer Electronic Show CES mit ihren erwarteten 20.000 Produktneuheiten, verteilt auf 3.200 Aussteller, zu ihrer neuen Lieblingsspielwiese erkoren haben. Audi machte vor Jahren den Anfang und die Edelkonkurrenz von Mercedes und BMW kam hinterher. Längst hat die CES im schillernden Las Vegas der drögen Cebit im noch drögeren Hannover den Rang abgelaufen.

Klar, bietet auch die Messe an der Leine große Innovationen. Doch selten sind die sexy. Und der neue IT-Geist lässt sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben ganz anders zelebrieren. Noch haben die Autohersteller nicht den Mut auf der CES echte Autoneuheiten zu enthüllen. Schließlich findet nur eine Woche später mit der North American International Autoshow die wichtigste jährliche Automesse der Welt in Detroit statt. Da will man sich nicht selbst in die Parade fahren.

Stattdessen heißt es auf der CES: laut trommeln und die eigene Marke in einem möglichst visionären Licht zu präsentieren. Audi-Chef Rupert Stadler zeigt bei seiner Keynote den 700-PS-Hybriden von morgen mit animiertem Cockpit und Laserlicht. BMW lässt rund um das Messegelände 70 elektrische i3 säuseln und unterstreicht die maximale Vernetzung mit unzähligen 6er und 7er-Modellen.

Autobauer auf der CES 2014 in Las Vegas, Technik
Wenn noch ein paar gesetzliche Rahmenbedingungen kommen, wird sich der Parkkomfort in neue Dimensionen schwingen
Autobauer auf der CES 2014 in Las Vegas, Technik

Das an sich wenig autoaffine Publikum auf der CES in Las Vegas ist ein dankbares Publikum. Da gibt es bei den 700 PS und dem Hybrid-V8 des Audi Concept Quattro noch Oohhs und Aahs, da werden Elektroautos mutig erkundet und die animierte Mercedes C-Klasse mit unschuldigem Staunen betrachtet. Und die Modellübergreifende LTE-Einbindung in GM-Fahrzeuge gerät fast zur Nebensache.

Fest steht: Um in der neuen Autowelt, in der die Vernetzung in der allumfassenden Cloud über alles geht, auf sich aufmerksam zu machen, muss man auf der CES seine Muskeln spielen lassen und den heiß umworbenen "Opinion Leaders" und "IT-Nerds" eine neue Lust aufs Auto machen. Nur wenige der 150.000 Zuschauer auf der CES wissen Beschleunigungsvorgänge, V8-Blubbern oder heiße Designlinien zu schätzen. Doch wenn es in der Cloud raschelt, das Auto mit einem iPad-Streich ins World-Wide-Web abdriftet oder sich im Parkhaus auf Android-Befehl hin selbstständig einen Parkplatz sucht - dann jubelt auch die Computer- und IT-Welt und der Autohersteller steht in einem wohligen Scheinwerferlicht.

Die echten Innovationen, die Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes, Mazda oder General Motors in Las Vegas präsentieren, wirken für andere erst auf den zweiten Blick imposant. Das automatische Ein- und Ausparken aus Parklücken etwa ist keine Utopie mehr. Eine tolle Geschichte, wenn das eigene Auto auf Knopfdruck aus dem Parkhaus vor das Hotel fährt. Die Technik steht weitgehend. Und wenn noch ein paar gesetzliche Rahmenbedingungen kommen, wird sich der Parkkomfort in neue Dimensionen schwingen.

Ob jedoch Funktionen bei einem BMW-Forschungsfahrzeug mit der Computeruhr Galaxy Gear oder der Pebble Smartwatch von Mercedes bedient werden müssen, das darf getrost bezweifelt werden. Am Handgelenkr macht sich eine Rolex Explorer II oder eine Omega Speedmaster eben stilsicherer.

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Das neue MMI-Bedienterminal von Audi kommt mit nur noch zwei Tasten aus
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Das vernetzte Auto gibt es bereits. Viele Fahrzeuge sind bereits fahrende WLan-Zellen und mit dem Einzug des Datenturbos LTE macht das Surfen im Auto so richtig Spaß - jetzt auch bei GM. Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Google+ oder LinkedIn werden per Touch-Controller und messerscharfem HD-Display ins rechte Licht gerückt. Während einige Autohersteller auf Touchscreens setzen, haben andere Firmen Touch-Pads für sich entdeckt, mit denen sich die immer größer werdende Zahl von Funktionen und Eingaben bedienen lassen.

Das neue MMI-Bedienterminal von Audi kommt mit nur noch zwei Tasten aus. Der Rest wird über Touch-Gesten mit Fingern und Daumen bedient, während das Mobilgerät in der Phonebox induktiv aufgeladen und mit einem Antennenanschuss versorgt wird.

Audi, beim teilautonomen Fahren bisher nur in der zweiten Reihe unterwegs, hat seine Technik weiter verfeinert und kleiner gemacht. Belegten die Rechner zum automatisierten Fahren auf der CES 2013 noch einen ganzen Kofferraum, so ist die Technik mittlerweile auf die Größe eines Schuhkartons geschrumpft. "Wir kommen beim autonomen Fahren große Schritte voran", sagt Audi-Entwickler Björn Giesler: "75 Prozent der Sensoren entsprechen bei dem Prototypen der Serientechnik. Zu den Radarsensoren in der Front kommt nur ein Laser, der den Bereich vor dem Fahrzeug abtastet." Erste Funktionen gibt es ab Anfang 2015 im neuen A4 und dem nächsten Q7 - Verfeinerungen zum autonomen Fahren inklusive Spurwechsel in den Jahren danach.

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Dank der Photovoltaik können die Ladeintervalle des Fahrzeugs verlängert werden
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Wer mit seinem Smartphone überall voll vernetzt ist, der will darauf auch im Auto nicht verzichten. Die ersten Autos mit Fahrerassistenzsystemen, die sicher Spur und Abstand halten, sowie im Stau selbstständig abbremsen und wieder losfahren, gibt es bei Mercedes und BMW bereits. So ist es nur eine Frage von ein paar Jahren, wann die Systeme flächen- und modellübergreifend ausgerollt werden. Ohne die Hände des Fahrers am Lenkrad sind in den USA, in Europa oder Asien bereits eine Vielzahl von Entwicklungsträgern und Prototypen unterwegs.

Reichlich Kameras, Sensoren und genaue GPS-Daten ermöglichen die unfallverhütende Orientierung. Und wenn der Fahrer dann doch einmal wieder ins Lenkrad greift, dann gibt das voll animierte Armaturendisplay Informationen darüber, wann die nächste Ampel wieder auf grün springt. Derweil können die anderen Fahrzeuginsassen auf einem Pad Navigation, Soundsystem oder Komfortfunktionen ansteuern.

Überraschend wenig neues zeigt die CES in Sachen Elektroantriebe. Um die geringen Reichweiten und lange Ladezyklen zu kaschieren ist der Plug-In-hybrid Ford C-Max Energi Solar Concept mit einem effizienten Solardach ausgestattet, das mit einer lupenähnlichen Linse Strom aus Sonnenenergie erzeugt. Dank der Photovoltaik können die Ladeintervalle des Fahrzeugs verlängert werden. Nach Ansicht von Ford könnte die Sonnenenergie bis zu 75 Prozent der Stromversorgung während des Fahrbetriebs eines Solar-Hybrid-Fahrzeugs decken.

Etwas Fahrdynamik aus der alten Welt gab es dann doch noch rund um die CES. Auf dem Las Vegas Speedway zeigte BMW im brandneuen BMW 235i Coupé das sportliche Fahren im Grenzbereich - vollautomatisiert. Driften und Hochgeschwindigkeit selbst ohne die Hände am Lenkrad. Und zumindest ein wenig Freude am sportlichen Fahren scheint es sogar bei den Computerfreaks zu geben - einfach einmal ab auf die Rennstrecke: Der Performance Data Rekorder in der neuen Corvette zeigt, verbunden mit interner Kamera und Telemetrie-Rekorder, wie dynamisch man auf der Ideallinie unterwegs war.

Autobauer auf der CES 2014 in Las Vegas
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Fotos: Hersteller
Ort: Las Vegas

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