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Mille Miglia 2017
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Mille Miglia 2017  Reportage: Mille Miglia 2017

Ausnahmezustand



Wenn 450 Oldtimer und deren Begleitfahrzeuge in Italien einfallen, dann denkt keiner mehr an Fahrverbote, Dauerstaus und alternative Antriebe. Die Mille Miglia feiert dieses Jahr 90. Geburtstag.

 
 Mille Miglia
  
 Mille Miglia  - Foto: Muschalla  Mille Miglia - Foto: Muschalla  Mille Miglia - Foto: Muschalla  Mille Miglia - Foto: Muschalla  Mille Miglia - Foto: Muschalla  Mille Miglia - Foto: Muschalla
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Mille Miglias gibt es auf der Welt mittlerweile dutzende. Doch das einzig echte Rennen um die tausend Meilen findet jedes Jahr Mitte Mai zwischen dem norditalienischen Brescia und der Hauptstadt Rom statt. Längst geht es dabei nicht mehr darum, die knapp 1.700 Kilometer in Höchstgeschwindigkeit zurückzulegen. Die Bestzeit, aufgestellt im Jahre 1955 von Rennlegende Stirling Moss in einem Mercedes 300 SLR, ließe sich im normalen Alltagsverkehr heute sowieso nicht mehr in weniger als elf Stunden zurücklegen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag seinerzeit bei atemberaubenden 157 km/h.

Nach ihrem Ende im Jahre 1957 wurde die Mille Miglia 1977 aus ihrem automobilen Dornröschenschlaf erweckt und ist seither offiziell eine Gleichmäßigkeitsfahrt mit rund 120 einzelnen Schlauchprüfungen, in denen es um hundertstel Sekunden geht. Schnell und scharf gefahren wird immer noch, doch für die meisten der mittlerweile 450 Teilnehmer ist die sonntägliche Zieleinfahrt in Brescia der eigentliche Sieg.

Die Oldtimerrallye umgibt ein weltweiter Mythos, den man nur dann verstehen kann, wenn man einmal selbst ins Volant gegriffen hat. Auch wenn die Kritik in der italienischen Öffentlichkeit wächst, der Tross der Begleitfahrzeuge für zunehmenden Ärger sorgt und die mitrasenden Fans immer wieder gefährliche Situationen produzieren: Die Mille Miglia muss man einmal erlebt haben. "Die Mille Miglia ist natürlich ein Mythos", sagt der Schweizer Adrian Gattiker der mit einem Zur Markenseite Mercedes-BenzMercedes-Benz 300 SL bereits zum dritten Mal teilnahm, "dieser Mythos wird Realität, wenn man dann die Mille Miglia fährt. Es ist einfach einzigartig."

An den Straßen jubeln hunderttausende von begeisterten Zuschauern, die Fahrzeuge zu sehen bekommen, die sonst in Privatsammlungen versteckt stehen. Zugelassen sind bei der Mille Miglia jene Fahrzeuge, die in den Veranstaltungsjahren des ursprünglichen Rennens von 1927 bis 1957 gebaut wurden. Wo bekommt man sonst in freier Wildbahn automobile Legenden wie Zur Markenseite Alfa RomeoAlfa Romeo 6C, Mercedes 300 SL, Zur Markenseite JaguarJaguar XK 120, Zur Markenseite PorschePorsche 356 oder spektakuläre Vorkriegsmodelle wie die Zur Markenseite BMWBMW 328, Mercedes SSK, Amilcar GCSS oder die einzigartigen O.M. Modelle zu sehen? Gerade in den frühen Vorkriegsmodellen ist das 1.700-Kilometer-Rennen eine echte Herausforderung für Mensch und Maschine.

Die Zeiten, in denen die Mille Miglia im Land der bekennenden Autonarren einen juristischen Freibrief hatte, sind jedoch vorbei. Das ehemals dreitägige Oldtimerrennen quer durch die nördliche Hälfte des italienischen Stiefels bekommt unbeachtet des weltweiten Legendenstatus regional bisweilen Gegenwind. Bürgermeister sagen immer öfter "nein" zur Mille während andere die zunehmende Kommerzialisierung monieren.

Mittlerweile dauert die Rundfahrt vier Tage und statt ehemals 375 Fahrzeuge donnern rund 450 Klassiker nebst opulentem Anhang durch Bella Italia. Die Vollgasorgien im offiziellen Straßenverkehr treten immer mehr in den Hintergrund - auch weil Verstöße bisweilen mit üppigen Geldbußen geahndet werden. Doch der zunehmenden Kritik auf der einen Seite steht die einzigartige Begeisterung der italienischen Autofans auf der anderen Seite gegenüber. Wer die Mille Miglia einmal hinter dem Lenkrad eines dieser grandiosen Klassiker erlebt, am Wegesrand Fähnchen geschwenkt oder hunderte Hände begeisterter Fans abgeklatscht hat, der kann die nach wie vor vorhandene Begeisterung der Beteiligten verstehen.

Neben den zahllosen kleinen Siegern, die die Zielrampe in Brescia erreichen, gibt es auch einen offiziellen Sieger. Das ist in diesem Jahr die italienische Paarung Andrea Vesco/Andrea Guerini mit der Startnummer 74 auf einem Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport aus dem Jahre 1931. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Luca Patron/Massimo Casale mit ihrem O.M. 665 Sport Superba 2000 von 1925 und Giordano Mozzi/Stefania Biacca auf ihrem Alfa Romeo 6C 1500 GS Zagato.

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Fotos: Muschalla Mille Miglia 2017 https://goo.gl/2a1mUe
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