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Genfer Automobilsalon 2017
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Genfer Automobilsalon 2017  Reportage: Genfer Autosalon 2017

Alles irgendwie anders



So spektakulär die Neuheiten auf dem Genfer Autosalon dieses Jahr auch sein mögen - die heißen Themen haben mit den neuen Autos wenig zu tun. Mehr mit Dieselverbot und Opel-Übernahme.

 
 Genfer Autosalon 2017
  
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Genfer Automobilsalon 2017
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Der Genfer SalonGenfer Salon eröffnet traditionell im März das europäische Autojahr. Man sieht sich, trifft sich in der Branche und schaut sich ein paar spektakuläre Studien an. Und natürlich gibt es die Neuheiten für die kommende europäische Autosaison. Für viele ist der Genfer Salon, nicht nur wegen seiner Lage in der automobil vergleichsweise neutralen Schweiz, eine Messe ohne Prunk, Neid oder Missgunst. Die Stände in dem Messegelände Palexpo sind nicht gigantisch wie auf anderen Messen und die Vorstände begrüßen sich hier noch mit Handschlag. Ein kleiner Rundgang hier, ein bisschen Fachsimpelei dort - all das ist Genf.

Doch diesmal ist es irgendwie anders. Es geht auf den bestens illuminierten Messeständen nicht allein um rauschende Messestars wie das Zur Markenseite Mercedes-BenzMercedes GT Concept, das künftig den Zur Markenseite PorschePorsche Panamera angreifen soll, den schicken neuen Swift von Zur Markenseite SuzukiSuzuki, den eleganten Passat-Bruder Zur Markenseite VolkswagenVW Arteon oder das erste eigenständige Premiummodell von PSA namens Zur Markenseite CitroenDS7 Crossback.

Endlich gibt es auch den Alpine von Zur Markenseite RenaultRenault zu sehen, der mit seiner Retrosportlichkeit selbst Neuheiten wie den Zur Markenseite HondaHonda Civic Type R, den Porsche Panamera Sport Turismo oder den imposanten McLaren 720S in den Schatten stellt. Zur Markenseite KiaKia Picanto, Zur Markenseite Land RoverRange Rover Velar, Zur Markenseite VolvoVolvo XC60, Zur Markenseite OpelOpelInsignia oder Zur Markenseite InfinitiInfiniti Project Black S haben es dieses Mal schwerer als sonst, Neuheiten wie dem Zur Markenseite BMWBMW 5er Touring, dem martialischen Mercedes Maybach G 650 Landaulet oder dem kommenden Zur Markenseite FordFord Fiesta die Show zu stehlen.

Denn im Frühjahr 2017 geht es um mehr. Die europäische Autowelt wackelt in ihren Grundfesten. Als die Nachricht vom Zur Markenseite OpelOpel-Verkauf über die Ticker rauschte, war am Vortag des Genfer Salons keiner mehr überrascht. PSA vermeldete stolz die Übernahme der beiden GM-Marken Opel und Vauxhall - zum Schnäppchenpreis von 1,3 Milliarden Euro. Dafür bekommt man kaum ein komplett neues Auto entwickelt. Alles nur strahlende Gesichter bei der Bekanntgabe in Paris und dann auch in Genf - auch wenn Opel und der britische Ableger Vauxhall aus dieser Übernahme kaum als Sieger herausgehen.

Wenn sich einer freuen kann, dann ist es der General Motor Konzern, der den lange Jahre hoch defizitären Europa-Ableger endlich losgeworden ist. Das erleichterte Seufzen aus der Detroiter Firmenzentrale ist bis ins rund 7.000 Kilometer entfernte Genf zu vernehmen.

Genfer Automobilsalon 2017, Reportage
Die geplanten Fahrverbote in Stuttgart, München und anderen deutschen Großstädten sind das allgegenwärtige Messethema
Genfer Automobilsalon 2017, Reportage

Eine milliardenleichte Übernahme, die den europäischen Automarkt neu formiert. Der Volkswagen Konzern, der im Vorfeld des Genfer Salons mit der autonom fahrenden Konzeptstudie des "Sedric" (self driving car) erstmals ein übergeordnetes Konzernfahrzeug präsentiert, bekommt in Europa nun erstmals einen wirklich starken Gegner: PSA.

Doch die Franzosen werden Opel und Vauxhall nicht einfach schlucken. Die Kosten müssen mehr als bisher gedrückt werden. Pro Jahr spricht man von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass Genf ob dieser Nachrichten auch abseits der Neuheiten ebenso brodelt wie Rüsselsheim und Paris.

Der Markenkauf durch PSA wäre die Nachricht des Genfer Salons gewesen, wenn es in den vergangenen zwei Wochen nicht die ersten Entscheidungen zu bevorstehenden Fahrverboten in Deutschland gegeben hätte. In anderen europäischen Städten existieren die bereits. Doch jetzt ist Deutschland dran.

Und so überraschte es, dass nach den avisierten Innenstadt-Aussperrungen von modernen Dieselmotoren, die nicht die strenge Euro-6-Abgasnorm erfüllen, kein Sturm der Entrüstung über Deutschland hereinbrach. Die geplanten Fahrverbote in Stuttgart, München und anderen deutschen Großstädten sind jedoch das allgegenwärtige Messethema auf dem Genfer Salon. Denn dies dürfte die Dieselverkaufszahlen mittelfristig maßgeblisch beeinflussen.

Gerade Fahrzeuge unterhalb der Kompaktklasse werden als Diesel wohl nur noch schwer zu verkaufen sein. Und selbst die europaweit allseits beliebten Dieselversionen von Mittelklasse- und SUV-Modellen geraten nicht nur auf dem Gebrauchtwagenmarkt stark unter Druck.

Das trifft einmal die auf dem Genfer Salon 2017 so selbstbewusst auftretenden Marken aus Frankreich, deren Kunden traditionell auf die effizienten Selbstzünder stehen. Der Druck auf die Diesel setzt auch die Hersteller aus Deutschland, Italien, Spanien und Tschechien unter Druck. Modellportfolios müssen neu überdacht werden - dabei haben die Hersteller schon an dem verstärkt aufkommenden Elektrotrend zu knabbern, der alle Firmen Milliarden kostet.

Gut lachen haben am Messezentrum am Genfer See in erster Linie die Sportwagenhersteller. Die trumpfen groß auf und zeigen, wie heiß die gut betuchten Kunden auf echte Sportwagen sind. Zur Markenseite FerrariFerrari 812, McLaren 720S, Porsche 911 GT3, Zur Markenseite LamborghiniLamborghini Huracan Performante oder Zur Markenseite Aston_MartinAston_Martin Valkyrie - sie alle haben ihre ganz großen Auftritte. Ein bisschen ist es daher in Genf auch in diesem Jahr wie immer. Aber eben nur ein bisschen.

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