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Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn  Reportage: Slotcar-Racing

Wie die Großen!



Seit über 50 Jahren liefern sich Slotcar-Fans heiße Rad-an-Rad-Duelle auf Carrera-Bahnen. Trotz Playstation und X-Box ist der Spaß an den heißen Elektro-Rennern ungebrochen.

 
 Slotcar-Racing
  
 Slotcar-Racing  - Foto: Gomoll  Slotcar-Racing - Foto: Gomoll  Slotcar-Racing - Foto: Gomoll  Slotcar-Racing - Foto: Gomoll  Slotcar-Racing - Foto: Gomoll  Slotcar-Racing - Foto: Gomoll

Die Szenerie hat nichts vom üblichen Motorsport-Glamour. Schmucklose Gebäude. In einem Hinterhof in Ebersberg, einer 12.000-Seelen-Stadt östlich von München, führt eine schlichte Betontreppe in den Keller. Die Tür geht auf und ein neues Leben beginnt. Anders, schnell, laut - ein Paralleluniversum. Hinter der grauen Tür im Ebersberger Niemandsland geht es richtig zur Sache. Ein Ferrari Enzo, liefert sich ein Rad-an-Rad-Duell mit einem Audi R8 LMS. Gleich dahinter kämpfen ein Ferrari FXX, ein Nissan GTR, ein Aston Martin DB 9 und ein Ford GT verbissen um jeden Zentimeter.

Die Piloten sind mit vollem Einsatz bei der Sache: "Mann, ist das eine lahme Krücke" hadert einer, während sein Bolide mit vollen Karacho um die Ecke pfeffert. Bremspunkt treffen, verzögern und aus dem Scheitelpunkt herausbeschleunigen. Nichts Ungewöhnliches bei einem Motorsport-Rennen. Nur dass es sich hier um einen Wettbewerb auf einer 60 Meter langen Carrera-Bahn in Form einer Doppel-Acht, handelt.

Auf sechs Spuren flitzen die Boliden mit rund 18 km/h über die schwarzglänzende Bahn. Ein Lauf dauert fünf Minuten, dann werden die Autos gewechselt. So kommen alle Teilnehmer in den "Genuss" der "lahmen Krücke" und müssen auf jeder Spur ihr Können beweisen. Wer in den fünf Minuten die meisten Runden fährt, gewinnt.

Die Messung der Rundenzeit beim SRC Ebersberg ist fast schon Formel-1-würdig: Sensoren in den Schienen registrieren punktgenau, wenn ein Auto eine Runde vollendet hat. Eine eigens programmierte Software sammelt die Daten und spuckt dann die aktuelle Platzierung aus. Die wird auf einem Monitor angezeigt.

Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn, Reportage
Um in die Slotcar-Szene einzusteigen, braucht man vor allem einen guten Regler
Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn, Reportage

Das Rennen fordert von jedem Piloten viel Fingerspitzengefühl. Wie auf Asphalt muss man innen bei einer Kurve anders fahren als außen. "Grip kann man nie genug haben", sagt Robert Lauer, einer der Kombattanten. Um diese Traktion zu maximieren, behelfen sich die Slotcar-Cracks mit einem Trick: Die Hinterreifen aus Moosgummi werden mit Sonnencreme getränkt. "Ein Satz dieser Pneus kostet 12,50 Euro und hält zwei Rennen und drei Trainings", erklärt Lauer. Bei den Vorderreifen ist es genau anders herum: Die halten ewig. Erst werden sie mit Sekundenkleber versiegelt, dann geschliffen und schließlich rundpoliert.

Die Rennvorbereitung hat einiges von der Präparation eines echten Motorsport-Boliden. Die Handregler-Racer suchen sich den besten E-Motor aus, tüfteln an der Karosserie und nehmen möglichst viel Gewicht raus. Die Balance wird mit Blei passend zum Kurs abgestimmt. Aber das ist nicht alles. "Streckenkenntnis ist bei uns das A und O", erklärt Michael Jasch. Der Ebersberger Rundkurs hat einige knifflige Kurvenkombinationen. Ein bisschen Extra-Power schadet auch nicht. Die Gerade ist elf Meter lang. Das hat ein bisschen was von dem "Circuit de Catalunya" in Barcelona.

Was bei der Formel 1 die Box ist, ist bei den Slotcar-Racern ein Arbeitsplatz mit Schraubenschlüsseln, einer Schleifmaschine und einem kleinen Plastikschrank, in dem die Rennautos aufbewahrt werden. Gastfahrer bringen ihre Ausrüstung im Koffer mit. Zwölf Slotcar-Begeisterte sind bereits da. Das Gespräch dreht sich nur um eines - die heißen Vehikel. "Schau, das ist mein neues Projekt", sagt einer und zeigt einen Porsche. "Ich muss schauen, dass ich da einen guten Motor reinbringe."

Um in die Slotcar-Szene einzusteigen, braucht man vor allem einen guten Regler. Schließlich wird mit dem eingestellt, wie schnell das Gas angenommen wird und wie kräftig die Bremse zupackt. Diese Parameter ändern sich von Spur zu Spur: Innen muss bei einer Kurve schärfer verzögert werden, außen weniger.

Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn, Reportage
Ein Slotcar wäre kein Slotcar, wenn es nicht auch optisch einiges hermachen würde
Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn, Reportage

Am besten hat man zwei Renner - einen im Maßstab 1:24 und einen im Maßstab 1:32. Dazu noch etwas Werkzeug und eine Reifen-Schleifmaschine. "Unterm Strich ist man da schnell mit 1.000 Euro dabei", erklärt Robert Lauer. Ein Auto wie der schnelle Audi R8 LMS kostet alleine 120 Euro. Es geht aber auch billiger: Ein eigener Regler reicht. Das Slotcar wird vom Club gestellt. So wie heute Abend.

Beim SRC Ebersberg ist es die Mini-Z-Serie im Maßstab 1:27. Das bedeutet: Die Karosserie kommt von Kyosho und war ursprünglich für ferngesteuerte Autos vorgesehen. Darunter stecken ein Schöler-Fahrwerk und ein Momo-E-Triebwerk (Motor modern), das die Boliden auf etwa 17 km/h beschleunigt.

Doch ein Slotcar wäre kein Slotcar, wenn es nicht auch optisch einiges hermachen würde. Robert Lauer präsentiert stolz seinen neuen BMW Z4 mit Manga-Bildern auf der Karosserie. Sie zeigen Miku Hatsune, den virtuellen japanischen Manga-Popstar. Zwei Tage dauerte die Verzierung des Autos.

Das ist nicht unüblich: Hans-Jürgen Schulz hat einen aufwendig präparierten Mercedes-Benz SLS dabei, der dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht. Sogar das Namenschild trägt seinen Namen und die Nationalflagge. Immerhin hat sein Club, "Die Litzenbrenner", schon zweimal die Deutsche Meisterschaft im Teamrennen gewonnen und auch schon an der Weltmeisterschaft teilgenommen. Da wird dann auf zwei spiegelverkehrten Bahnen mit je acht Spuren gefahren.

Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn, Reportage
Die Carrera-Bahnen und -Autos aus Deutschland findet man mittlerweile in Wohnzimmern rund um den Globus
Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn, Reportage

Die Slotcar-Serien sind vielfältig. Genauso wie die Bahnen. Statt auf Kunststoff wird auch auf Holz gefahren. Die Autos gibt es in verschiedenen Maßstäben - am gebräuchlichsten sind 1:24 und 1:32. Die Rennserien huldigen den ganz Großen: Es gibt einen Steve-McQueen-Cup und eine Formel-1-Serie. Natürlich sind auch die DTM und klassische Autos vertreten. Gefahren wird mit verschiedenen Marken, wie "Slot.it" oder "Scaleauto" und selbstverständlich "Carrera". Bei dieser Slotcar-Marke bekommen viele erwachsene Männer strahlende Augen - und das seit über 50 Jahren.

Als die schnellen Schienen-Flitzer 1962 ihren Siegeszug antraten, begeisterte der Name "Carrera" (spanisch für Rennen) nicht alle Porsche-Verantwortlichen. Doch der ehemalige Rennfahrer und Porsche-Repräsentant Fritz Huschke von Hanstein überzeugte die Zuffenhausener Manager vom Gegenteil. Daher ist ein kein Wunder, dass ein Porsche 911 fast auf jeder Carrera-Bahn seine Runden zieht.

Die Slotcar-Bahnen und -Autos aus Deutschland findet man mittlerweile in Wohnzimmern rund um den Globus. "In Amerika sind wir Marktführer", sagt Carrera-Chef Andreas Stadlbauer. Die Miniatur-Rennstrecken, mit denen man "das Kind im Manne Gassi führen kann" (Stadlbauer) boomen. Im vergangenen Jahr wurden in weltweit rund 900.000 Bahnen verkauft. Die Hochburg der Schienen-Flitzer ist und bleibt Deutschland mit 300.000 Carrera-Sets, die jedes Jahr erworben werden.

Neben den vielen Clubs messen sich Jung und Alt in der Carrera-Challenge. Die Autos wecken bei vielen Erinnerungen. Besonders beliebt sind Klassiker, wie die Alfa Romeo Giulia GTA oder der Jaguar E-Type. Doch bei aller Rückbesinnung auf die Tradition, hat auch beim Slotcar-Klassiker die digitale Zeitrechnung begonnen: Im Herbst wird es ein Set geben, bei dem man via Bluetooth die Abstimmung des Autos, das Gas und die Bremse auf die jeweilige Strecke anpassen kann. Ganz wie bei den Profi-Slotcar-Racern.

Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn
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Fotos: Gomoll Slotcar-Racing auf der Carrera-Bahn http://goo.gl/UyohiC
Ort: München

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