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Reportage  Reportage: Auto Mobil International 2012

AMI reloaded



Nach einem Jahr Pause öffnet wieder die Auto Mobil International auf dem Leipziger Messegelände. Nach den Rückschlägen der Vergangenheit soll ein neues Konzept die AMI zukunftsfähig machen.

 
 Auto Mobil International
  
 Auto Mobil International  - Foto: Wolff  Auto Mobil International - Foto: Wolff  Auto Mobil International - Foto: Wolff  Auto Mobil International - Foto: Wolff  Auto Mobil International - Foto: Wolff  Auto Mobil International - Foto: Wolff

Sie ist in diesem Jahr die einzige internationale Automesse in Deutschland - und dementsprechend hoch sind die Erwartungen zumindest der Veranstalter. Vom 2. bis zum 10. Juni findet auf dem Leipziger Messegelände an der A 4 die Auto Mobil International (AMI) mit ihren beiden Begleitmessen AMICOM (Autoelektronik) und AMITEC (Werkstattausrüstungen) statt.

Insgesamt sind in den fünf Messehallen und auf dem Freigelände in diesem Jahr rund 450 Aussteller aus 23 Ländern vertreten. Das sind deutlich mehr Aussteller als bei der AMI vor zwei Jahren. Einige Automarken wie Volvo, seat oder Suzuki sind nach der Messeabstinenz in den Krisenjahren wieder nach Leipzig zurückgekehrt. Andere, wie Rolls-Royce, haben sich zum ersten Mal zur AMI aufgemacht.

Ein Hauptproblem der Messemacher war in den vergangenen Jahren vor allem, dass man gegen die etablierte Konkurrenz in Genf (jeweils Anfang März) und Frankfurt (alle zwei Jahre im September) nicht ankam: Die einen Modellpremieren fanden auf dem Genfer Salon statt, die anderen sparten sich die Hersteller bis zur IAA auf. Die AMI drohte mit ihrem Termin jeweils Mitte April dazwischen auszubluten. Ohne spektakuläre Premieren ist der Aufmerksamkeitswert einer Automesse eher gebremst.

Mit einem neuen Konzept - Verlegung in den Juni und nur noch alle zwei Jahre im Wechsel mit der IAA - versuchen die Leipziger nun gegen zu steuern. Ob es gelingt, wird sich erst gegen Ende der AMI zeigen. Vor allem die Zentralen der Autoimporteure, die zum Beispiel in Paris sitzen oder in Japan, stufen die AMI nach wie vor eher als regionale Messe ein - notfalls verzichtbar und vor allem unnötig teuer. Importeure wie Peugeot Deutschland oder Hersteller wie Opel dagegen sehen die AMI vor allem als Verkaufs- und Publikumsmesse. Der ostdeutsche Markt ist ein wichtiger Markt, nach wie vor sind die Käufer dort weniger treu an eine Marke gebunden als in den westlichen Bundesländern.

So sind es denn auch ein paar Weltpremieren mehr geworden als zunächst geplant, die in Leipzig stehen. Neben BMW, die mit der Kombi-Version des 3er-BMW und dem neuen Dreitürer der 1er-Serie vertreten sind, zeigt der bayerische Nachbar aus Ingolstadt auf seinem Stand den facegelifteten Audi Q5. Volkswagen hat unter anderem den Scirocco GTS und diverse mit der R-Line veredelte Modelle im Gepäck. Auch Europapremieren finden sich in Leipzig eine ganze Anzahl - vom BMW M6 Cabriolet über das neue X1-Facelift über den Porsche Cayenne GTS und den Hyundai Santa Fe bis zur neuen Generation des Mercedes-Benz GLK bis zum überarbeiteten Suzuki Splash.

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Fingerspitzengefühl gefragt
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Lada zeigt in Leipzig den Kompaktwagen Granta, der aus der Zusammenarbeit mit Renault entstand, seit Ende vergangenen Jahres bereits in Russland auf der Straße unterwegs ist und wohl Ende diesen Jahres zum Kampfpreis auch in Deutschland angeboten werden wird. Deutlich unbescheidener geht es bei Jaguar zu. Dort steht auf dem Messestand der XF Sportbrake. Der britische Luxuslaster stellt ein Ladevolumen von 550 bis 1675 Liter zur Verfügung. Ein paar Meter weiter bei Rolls Royce glänzt die Studie Ghost Six Senses.

Neben den Ausstellungsstücken in den Messehallen bietet die AMI auch diesmal wieder ein üppiges Rahmenprogramm. In der Glashalle etwa zeigt der 1952 gegründete Verband der Automobilimporteure (VDIK) insgesamt 27 Automobile, die für die Hersteller in den vergangenen 60 Jahren eine besondere Bedeutung hatten. Unter dem runden Glasdach sind in Leipzig unter anderem eine zum Kombi umgebaute Alfa Guillia 1600 zu sehen, ein Honda S 600, Baujahr 1964, ein Lancia Delta HF Integrale oder einen Saab Sonett II V4, von dem nur 1610 Stück gebaut wurden.

Die AMI ist eine Publikumsmesse - entsprechend viele Angebote gibt es für die Besucher neben dem reinen Bummel über die Messestände. So bieten 24 der Aussteller wieder Probefahrten im Umkreis des Messegeländes an. Dafür stehen über 100 Automodelle mit über 250 Fahrzeugen bereit. Möglichkeiten zur Mitfahrt im Geländewagen über einen gewagten Offroad-Parcours gibt es im Freigelände, wer will kann sich bei Land Rover in einem Camp für die Experience-Tour 2013 qualifizieren. Etwas weniger Fingerspitzengefühl wie im Gelände fordert ein Einpark-Wettbewerb von AcD und Skoda. Und ganz neue Fahreindrücke kann man auf dem Messe-See sammeln: Dort zeigt ein Luftkissenfahrzeug, dass es durchaus auch ohne Räder geht.

Die AMI dauert vom 2. bis zum 10. Juni, AMITEC und AMICOM bis zum 6. Juni. Geöffnet sind die Messehallen täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr. Eine reguläre Tageskarte kostet für Erwachsene 11,00 Euro, im Online-Vorverkauf 9,00 Euro. Kinder zahlen 5,00 Euro. Auch auf Fußball braucht niemand zu verzichten: Hyundai, einer der Sponsoren der Fußball-EM, sorgt im "FanPark" am Osteingang für Public Viewing.

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Text:  Eine eMail an Jürgen Wolff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Wolff
Ort: Leipzig

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