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Reportage  Reportage: Grand Prix Historique

Unruhestand



Der historische Rennkalender hat in Europa einen Höhepunkt: Der Grand Prix Historique bietet Oldtimerrennsport auf dem einzigartigen Citykurs von Monaco. Leider aber nur alle zwei Jahre.

 
 GP Historique 2012
  
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Da müssen sich selbst der Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring und das historische Le-Mans-Rennen strecken. Denn die Atmosphäre beim Grand Prix Historique am Yachthafen von Monte Carlo ist einzigartig und deutlich angenehmer als zwei Wochen später, wenn an gleicher Stelle das alljährliche Formel-1-Rennen stattfindet. Während hier Vettel, Schumacher, Alonso und Button den Ton angeben, donnern beim Grand Prix Historique betagte Kaliber im Unruhestand die engen Gassen des Steuerparadieses Monaco entlang.

Titel und WM-Punkte interessieren rund um die Spitzkehre Rascasse und den Casinotunnel diesmal niemanden. Schenken tun sich die Piloten in ihren historischen Boliden trotzdem nichts. Der Grand Prix Historique findet seit 1997 jeweils kurz vor dem offiziellen Formel-1-Event in Monaco statt - leider eben nur alle zwei Jahre. Doch bereits bei seiner achten Auflage ist der Grand Prix Historique im Oldtimerkalender eine feste Größe.

Die Einwohner von Monaco sind Motorsportfans und der Automobile Club de Monaco mit Sitz am Boulevard Albert ist in dem Zwergstaat eine feste politische Größe. In den Monaten April und Mai dreht sich im Fürstentum alles um den Motorsport. Der Aufbau von Rennstrecke, Tribünenplätzen und Boxengasse dauert knapp zwei Monate - zu wenig für ein Formel-1-Rennen allein. Der enge Kurs ist denn auch der ideale Austragungsort für den historischen Grand Prix.

Die zahlreichen Rennen auf dem 3,34 Kilometer langen Stadtkurs sind ein Leckerbissen für Rennsportfans. Höhepunkt ist das historische Formel-1-Rennen am Sonntagnachmittag. Duncan Dayton faszinierte in seinem Brabham BT-33-Ford von 1970 ebenso wie der spanische Kurvenkönig Joaquin Folch in seinem Ferrari oder Bobby Verdon-Roe auf seinem legendären McLaren von 1978.

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Zentimeterarbeit
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Beim Grand Prix sind nur solche Oldtimer startberechtigt, die über eine Rennhistorie verfügen. Publikumslieblinge sind jedoch nicht nur die Formel-Renner, die Monaco seit der Erstauflage im Jahre 1955 zum Austragungsort des Großen Preises machten. Gerade die Sportwagen der Klasse vor 1953 stehen bei den zehntausenden von Fans hoch im Kurs, obwohl es auf der Rennstrecke im Fürstentum niemals Sportwagenrennen gab. Doch einen Klassiker wie einen Osca MT4 kommt man sonst genauso wenig im Rennbetrieb wie zu sehen wie den Veritas von Lutz Rathenow, den Gordini T23S von 1950 oder einen Frazer Nash Mille Miglia.

Besonders spektakulär präsentierten sich bei der achten Auflage die Rennen der Formel-1-Renner von 1966 bis 1972 und 1973 bis 1978. Brabham, McLaren, Tyrrell, March und Willams - sie alle rasen nur wenige Zentimeter an den engen Begrenzungen, an Häusern und Zuschauern vorbei. Die historischen Renner fahren auf dem Kurs einen unglaublichen Schnitt von mehr als 120 km/h und brauchen kaum mehr als eineinhalb Minuten für eine Rennrunde. Zwei Wochen später benötigen die aktuellen Formel-1-Renner gerade mal 20 Sekunden mehr.

Seriensieger Dayton Duncan war der Sieg auch beim diesjährigen Monaco-Auftritt nicht zu nehmen. Mit seinem blau-gelben Brabham BT-33 von 1970 gewann der Amerikaner in der ruhmreichen Serie E mit Monoposti zwischen 1966 und 1972 vor Michael Fitzgerald auf March 711 und Andrew Smith auf einem March 701. In der jüngsten Klasse der Formel-Renner von 1985 siegte Ben Barker auf einem Lola T 670 vor Matteo Marzotto und Nudelkönig Paolo Barilla auf Ralt RT3 bzw. Alfa-Romeo Mk-34.

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Fotos: Hersteller
Ort: Monaco

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