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Reportage  Reportage: SEMA 2011 in Las Vegas

Wilder Westen



Alljährlich im Herbst pilgern die Tuningfans aus aller Welt in das Spielerparadies Las Vegas. Dort gibt es Autos zu bestaunen, die gibt es nirgends sonst - der Alptraum jedes deutschen TÜV-Ingenieurs.

 
 Sema 2011
  
 Sema 2011  - Foto: Hersteller  Sema 2011 - Foto: Hersteller  Sema 2011 - Foto: Hersteller  Sema 2011 - Foto: Hersteller  Sema 2011 - Foto: Hersteller  Sema 2011 - Foto: Hersteller

Tuningmessen haben drei Dinge gemeinsam: Chrom, PS und scharfe Mädels. Warum sollte es in der sündigsten Stadt der Welt anders zugehen, wenn die Autoveredler sich ihren Kunden im strahlenden Scheinwerferlicht präsentieren. Im Vergleich zur SEMA in Las Vegas scheinen heimische Veranstaltungen wie die Tuningworld am Bodensee oder die Essen Motorshow wie unbescholtene Kinderspielplätze.

Alle Jahre wieder geht es im Convention Center der Spielerstadt Las Vegas zwischen all den verchromten Breitreifen, Anbau- und Ersatzteilen heiß her. Dafür sorgen nicht zuletzt die extra eingeflogenen und meist selbst "getunten" Mädels, die in jeder Halle fleißig posieren oder auch, je nach Bekanntheitsgrad, fleißig Autogramme schreiben.

Dass Tuning in den USA ein Spaß für die ganze Familie ist, davon können sich die Besucher auch in diesem Jahr wieder ein Bild machen. Ganze Großfamilien drängeln sich an den teils bis zur Unkenntlichkeit verschlimmbesserten Karosserien vorbei. Kleine Kinder werden gern an Hundeleinen mit sich geführt. Warum? Bei all den Auspuffrohren im Schornsteinformat oder Radkästen groß wie Scheunen kann ruck zuck ein Kleinkind für immer verschwinden.

Doch nicht nur die Tuner, auch die Hersteller selbst freuen sich über eine weitere Möglichkeit, ihre Neuheiten zu zeigen. So steht in Las Vegas ein Hyundai Veloster, dem der US-Tuner ARK Perfomance die Optik eines Rallyewagens verpasst hat. Gleichzeitig gibt es sieben verschiedene Versionen des Ford Focus zu bestaunen. Der kleine Bruder Fiesta wurde ebenfalls frisch gemacht.

Wenigstens vier Ausbaustufen des 432 kW/587 PS starken ZL1 bringt Chevrolet zur SEMA mit. Mit an Bord befindet sich das 1LE Conept-Fahrzeug, welches für den Einsatz auf der Rennstrecke leicht modifiziert wurde. Ein Kompressor versorgt den mit 6,2-Litern und 318 kW/432 PS eigentlich ausreichend motorisierten ZL1 mit zusätzlichen 74 kW/100 PS. Wie es sich in den USA gehört, toben sich acht Zylinder im Motorblock aus. Damit der Kontakt zur Straße nicht verloren geht, wurden dem Camaro 20 Zöller montiert. Aber das soll nicht alles bleiben. Live vor Publikum soll das Camaro Synergy Series Concept entstehen.

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Exklusives Facelift
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Aus dem Hause Lexus fährt eine verschärfte Version des IS 350C vor. Seine 284 kW/386 PS verdankt er einem Rotex-Kompressor von Apexi. Eine weitere Besonderheit ist der Lack: er schimmert in bläulichem Chamäleon-Lack. Zudem präsentieren sie den GS F-Sport. Er ist der erste Vollhybrid mit einer ausgeklügelten Allradlenkung. Die Luxus-Schwester von Toyota nutzt die Tuningmesse aber auch um eine neue Ausstattungslinie zu präsentieren. Neben optischen Optimierungen beinhaltet diese auch technische Neuerungen. Die F Sport-Modelle erhalten ein exklusives Facelift, einen Heckspoiler und 19 Zoll große Leichtmetallräder.

Wem das dann doch zu langweilig ist, kommt am Stand von Icon Motors ins Staunen. Icon Motors mit Sitz in Los Angeles bringt historische Geländewagen wie den Toyota Land Cruiser, den Ford Bronco oder den Jeep CJ wieder zu neuem Glanz. Neue Bodengruppe, einen mindestens 350 PS starken V8-Motor auf dem neuen Chassis und einen pulverbeschichteten Lack – so sehen die coolsten Geländewagen der Welt aus – typisch SEMA.

In Vegas interessiert es niemanden, ob die Felgen mit messerscharfen, zentimeterlangen Metallspitzen versehen sind oder nicht. Der alte deutsche Tuningsatz "Entweder es sieht geil aus oder es hat TÜV" würde in den USA nur für lachende Gesichter sorgen: Dort gibt es gar keinen TÜV.

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Text:  Eine eMail an Marcel Sommer schicken Auf Artikel linken
Fotos: Hersteller
Ort: Las Vegas

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