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Reportage  Reportage: Sportwagen in Genf

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Vorbei die Zeit der reinen Kraftmeierei. Die Sportwagen, die jetzt auf dem Genfer Salon zu sehen sind, schöpfen ihre Fahrleistungen nicht nur aus bulligen Motoren sondern auch aus möglichst wenig Gewicht. PS je Kilogramm heißt die neue Leitwährung.

 
 Sportautos in Genf
  
 Sportautos in Genf  - Foto: Wolff  Sportautos in Genf - Foto: Wolff  Sportautos in Genf - Foto: Wolff  Sportautos in Genf - Foto: Wolff  Sportautos in Genf - Foto: Wolff  Sportautos in Genf - Foto: Wolff

Am Messestand von Alfa Romeo haben es die langbeinigen Modells in diesem Jahr besonders schwer - und kaum eine Chance gegen den eigentlichen Star dieser Messe: den traumhaft schönen Alfa Romeo 4C Concept. In einem samtigen Mattrot ("Rosso Lava") dreht er sich auf dem Präsentierteller und zeigt: Man kann es noch bei Alfa. Und zwar richtig. Das Design ist unverkennbar beeinflusst vom längst ausverkauften Alfa 8C und schwingt sich in spektakulären Rundungen.

Zumindest die Studie in Genf ist in Leichtbauweise montiert, mit viel Karbon und Aluminium. Das und die puristische Innenausstattung ohne allzu viel gewichtige Komfort-Features sorgt für weniger als 850 Kilogramm Lebendgewicht - selbst der Fiat 500 bringt mehr Pfunde auf die Waage. Über die Motorisierung ist noch nicht allzu viel bekannt. Ein aufgeladener Vierzylinder sollte bei diesem Gewicht für sportliche Fahrleistungen reichen. Die Rede ist von einem Spurt in weniger als fünf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und von einer Höchstgeschwindigkeit, die zumindest theoretisch deutlich über 250 km/h liegt. Geschaltet wird wohl über ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe.

Noch steht zwar ein "Concept" im Namen - aber wohl schon im nächsten Jahr soll der 4C wirklich in Serie gehen. Der Preis, der bei Alfa gehandelt wird, wäre spektakulär: Rund 45.000 Euro soll er kosten. Und Alfa lässt weiter träumen: Womöglich schon auf der IAA im Herbst könnte es den 4C auch als Spider geben.

Lotus zeigt neben den bekannten Modellen auf seinem Stand auch, wie man sich die Zukunft in Sachen Vermarktung vorstellen kann - mit dem Concept-Modell Lotus "Bespoke", das der Tuner Mansory auf der Basis des Evora aufgerüstet hat. Noch ist es vor allem eine optische Individualisierung, aber es wird wohl künftig auch an den Leistungswerten gedreht werden. Noch liefert der 3,5-Liter-V6 206 kW/280 PS und beschleunigt den 1350 Kilogramm leichten Bespoke binnen 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 260 km/h.

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Kampfstier
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Von ganz anderem Kaliber ist der Aventador LP 700-4, der am Stand von Lamborghini zum ersten Mal in seinem matt lackierten Kleid zu sehen ist. Er symbolisiert die neue Denke der Sportwagen-Schneider aus Sant'Agata Bolognese: Nicht die schiere Leistung der Motoren zu puschen, sondern durch den konsequenten Einsatz von Leichtbau-Komponenten mehr von der Leistung in Vorwärtsdrang umzusetzen. 1575 Kilogramm bringt der neue Kampfstier auf die Waage, unter anderem dank eines Monocoques aus kohlefaserverstärkten Kunststoffen. Das macht bei den 700 PS, die der 6,5 Liter große V12 abliefert, ein Leistungsgewicht von 2,25 kg/PS. Das Fahrergebnis ist denn auch genauso brachial wie die Optik: In 2,9 Sekunden rennt der Aventador von 0 auf 100 km, erst knapp unter 350 km/h ist Schluss.

Der ultraflache Lambo ist gerade mal 1,14 Meter hoch, bei einer Länge von 4,78 Metern und einer Fensterlinie, die eher Schießscharten gleicht. Zum Motor haben die Italiener ein neues automatisiertes Schaltgetriebe mit sieben Fahrstufen und ultrakurzen Schaltzeiten komponiert. Damit die ganze Kraft auch eine Chance hat, auf die Straße zu gelangen, hat der Aventador permanenten Allradantrieb.

Und selbst bei Lamborghini schaut man mittlerweile auf die Verbrauchsanzeige: Stolz verkünden seine Konstrukteure, er leiste 8% mehr als sein Vorgänger Murcielago, verbrauche aber 20% weniger. Auch das ist dann noch eine Menge: 17,2 Liter je 100 km werden als Normwert angegeben. Aber wer voraussichtlich über 300.000 Euro für den Aventador ausgeben kann, der mag auch das verschmerzen.

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Matt ist Mode
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Matt ist Mode bei den Lackierungen der Sportwagen in Genf. Und so steht auch die neue, dritte Generation des Mercedes-Benz SLK nicht nur in knalligem Rot sondern auch im gediegenen Mattsilber auf dem Messestand der Schwaben. Er sieht vor allem von vorne ein wenig wie eine kleinere Version des SLS AMG aus: Die Klarglasscheinwerfer, der Kühlergrill im neuen Mercedes-Design, die neuen Lüftungsöffnungen an den vorderen Kotflügeln. Leichtbauweise auch bei den Stuttgartern: Unter anderem die Kotflügel und die lang gezogene Motorhaube sind aus Aluminium. Für das auf Knopfdruck schließende Verdeck gibt es drei Optionen: Blechdach, verglastes Panoramadach oder - wie beim Maybach - "Magic Sky Control": Auf Knopfdruck kann das Glasdach undurchsichtig gemacht werden.

Vom Konzept her neu sind die Windschotts. Sie sind normalerweise hinter die Kopfstützen geklappt, können aber bei Bedarf zur Seite gedreht werden und dann zwischen den Sitzen den Fahrtwind beruhigen. Die Triebwerke sollen rund 25% weniger Treibstoff verbrauchen. Der Grundpreis soll bei knapp 39.000 Euro für den SLK 200 starten.

Im gelungenen Retro-Design steht der neue Camaro auf dem Stand von Chevrolet. Er wurde gleich von Anfang an als Coupé und als Cabriolet entwickelt und dürfte vor allem den Fans bulliger US-Cars viel Freude machen. Unter der langen Fronthaube bollert ein 6,2 Liter großer V8, der zwecks Benzinsparen vier Zylinder immer dann zur Ruhe schickt, wenn mal nicht die volle Leistung abgefragt wird. Und die ist gewaltig: 432 PS und ein maximales Drehmoment von 569 Nm wollen auf die Straße gebracht werden. Mit dazu bei trägt die Starthilfe "Launch Control" - und eine Sport-Taste, die aus dem Show-Car schnell ein Race-Car macht.

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Alltagstauglich
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Deutlich alltagstauglicher ist da der RS3, den Audi als Sportback auf seinem Stand zeigt. Innen ist Platz genug, um auch schon einmal einen eingepackten Großbildfernseher zu transportieren. Dazu kommen die Kraft und der satt brabbelnde Sound eines Sportpakets. Für die passenden Fahrwerte sorgt der 340 PS starke 5-Zylinder aus dem TT-RS. Der 2,5 Liter dicke Turbo liefert dem Allradler ein Drehmoment von 450 Nm. Das reicht für eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 4,6 Sekunden. Bei 250 km/h wird politisch korrekt abgeregelt. In dem DSG-Getriebe ist die siebte Stufe als Schongang ausgelegt - insgesamt soll der kleine Kombi-Renner auf 9,1 Liter Verbrauch je 100 Kilometer kommen. Auch daran hat Leichtbau mit kohlefaserverstärkten Kunststoffen ihren Anteil. Ab knapp 50.000 Euro ist der Alltags-Sportler zu haben.

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Fotos: Wolff

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