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Reportage  Reportage: Goodwood Revival

Stilfrage



Musik liegt in der Luft: Die Musik der 50er und 60er Jahre vermischt sich mit dem Sound der V8-Rennmotoren. Das gibt´s jedes Jahr nur einmal - beim Goodwood Revival im Süden Englands.

 
 Goodwood Revival
  
 Goodwood Revival  - Foto: Hersteller  Goodwood Revival - Foto: Hersteller  Goodwood Revival - Foto: Hersteller  Goodwood Revival - Foto: Wolff  Goodwood Revival - Foto: Wolff  Goodwood Revival - Foto: Wolff

Alle Jahre wieder, mitten im September, wird eine große grüne Wiese mit angeschlossener Rennstrecke und einem Flugfeld mittendrin zum Mekka der Oldtimerfans. Und es sind längst nicht mehr nur die versnobten Briten, die dort im Dreieck zwischen der Kleinstadt Chichester und den Örtchen Westerton und Goodwood einfallen. Längst haben auch Kontinentaleuropäer ihren Hang zum Retro-Happening entdeckt.

Da kann es schon mal passieren, dass französische Jaguar-Kunden sich für gutes Geld den Wochenendausflug von ihrem lokalen Händler organisieren lassen - inklusive fürstlicher Übernachtung im ländlichen-feudalen "Four Seasons"-Hotel und einer kleinen Hubschrauberflotte für die standesgemäße Anreise von dort zur Rennstrecke.

Die meisten der Besucher kommen jedoch mit dem eigenen Auto - häufig genug selbst ein Oldtimer. Rund 150.000 Besucher waren es vergangenes Wochenende. Schon Kilometer vor der Rennstrecke wiesen gelbe Tafeln darauf hin: Ohne Eintrittskarte ist die Anreise zwecklos - das Goodwood Revival ist mal wieder ausverkauft. Hotelzimmer sind selbst hundert Kilometer nordwärts ausgebucht. In weitem Umkreis um den Rundkurs in der Grafschaft Sussex sind Äcker und Wiesen zu Park- und Campingplätzen umgewidmet, Traktoren mit offenen Anhängern fungieren ebenso als Shuttle wie eigens organisierte Doppeldeckerbusse.

Die Hierarchie ist schon auf den Parkplätzen klar: Weiter außen stehen die profanen Vauxhall, Golf und Audi, schon deutlich näher dann die Aston Martin, Maserati, Porsche oder TVR. Ganz nah am Eingangstor dürfen dann die Schätzchen der Besucher parken, die mit dem eigenen Oldtimer angereist sind. Und ganz vorne in der ersten Reihe standen dieses Jahr die 75 Jaguar aus 75 Jahren Markengeschichte, die beim "Anniversary Drive" in zwei Tagen auf eigener Achse von Coventry über London nach Goodwood angereist waren.

Das Goodwood Revival ist eine lustvoll zelebrierte Mischung aus Oldtimertreffen und Motorsport, aus Flugshow, Antiquitätenmesse, Karneval und Kirmes. Eine Hommage an den Motorsport der 40er bis 60er Jahre. Auch, wer "nur" als Zuschauer kommt, ist Teil des Spektakels - die meisten reisen stilecht in Kleidung an, die an eben diese goldenen Jahre des britischen Motorsports erinnern: Tweed Jacket und Knickerbocker, Petticoat und Schlägermütze, mit Elvis-Tolle und Pferdeschwanz, Seidenstrümpfen und Lederhaube. Jeans sind eher selten - es sei denn in Verbindung mit Afro-Mähne und psychedelisch bunten Hippie-Klamotten.

Goodwood sieht sich selbst als "spirituelle Heimat des britischen Motorsports" - und liegt gar nicht mal so falsch damit. Die riesigen Ländereien gehören seit Generationen dem Earl of March and Kinrara. Der Großvater des jetzigen Earl, ein begeisterter Rennfahrer, hatte der britischen Luftwaffe Ende der 30er Jahre Land für einen Ausweichflugplatz zur Verfügung gestellt. Wegen des nassen Bodens wurde eine Ringstraße zunächst aus Beton und dann aus Asphalt angelegt, auf der einige RAF-Offiziere bereits damals immer wieder private Autorennen austrugen.

Als nach dem Krieg die Flugzeuge abgezogen wurden, ließ der Earl den Rundkurs zur Rennstrecke umbauen - mit großem Erfolg. Das erste Rennen am 18. September 1948 gewann Stirling Moss. Bis 1966 wurden in Goodwood zahlreiche Rennen ausgetragen - inklusive Formel 1. Dann wurde die Strecke als zu gefährlich aus dem internationalen Rennkalender gestrichen.

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Zum Gedenken an das erste Rennen startete der jetzige Earl of March vor einem Dutzend Jahre mit dem Goodwood Revival Festival eine neue Tradition auf dem mit viel Liebe zum Detail neu hergerichteten Renngelände. Und weil in Goodwood nun mal alles mit den Flugzeugen der RAF begann, brettern in regelmäßigen Abständen alte Spitfire über das Gelände.

Die Liste der Fahrer, die seither jedes Jahr über den Rundkurs rasen, liest sich wie ein Who is Who der Renngeschichte - viele sind auch schon in ihrer aktiven Zeit in Goodwood an den Start gegangen. In diesem Jahr etwa finden sich auf der Starterliste unter anderem Jochen Mass und Martin Brundle, Tom Kristensen und Rauno Aaltonen.

Und auch, wenn sie mit wertvollen Museumsstücken durch die Kurven fegen: Sie schenken sich nichts. Martin Brundle etwa ging dermaßen respektlos mit seinem Austin A35 aus dem Jahre 1957 in den Nahkampf, dass er sich mehr als einmal Szenenapplaus ergatterte - bis der Austin keine Lust mehr hatte und in der Box abgestellt werden musste. Dass beim Zweikampf zwischen einem Ford GT und einem Ferrari die Karosseriefetzen fliegen, gehört in Goodwood zur Freude der Zuschauer ebenso dazu wie der satte Einschlag eines 56er Austin in den Reifenstapel.

Die Wunden der malträtierten Klassiker werden im Fahrerlager gepflegt. Dort stehen sie zu hunderten, nach Marke und Jahr aufgereiht. Jeder Besucher kann ganz nah heran, sie anfassen, mit dem Mechaniker fachsimpeln, den Duft von Benzin und Motorenöl inhalieren. Solange er Fliege oder Krawatte trägt - ohne Binder lassen die gestrengen Torwächter hier niemanden rein. In Goodwood achtet man nun mal auf Stilfragen.

Reportage
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Text:  Eine eMail an Jürgen Wolff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Wolff
Ort: Goodwood

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