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Reportage  Reportage: Die Messeauftritte in Genf

Klassengesellschaft



In der einen Ecke der Halle jubeln hunderte Besucher Audi-Chef Stadler und Justin Timberlake zu. 250 Meter weiter herrscht am Stand von Saab gähnende Leere. Genf - eine Messe der Gegensätze.

 
 Die Messeauftritte
  
 Die Messeauftritte  - Foto: aaid  Die Messeauftritte - Foto: Grundhoff  Die Messeauftritte - Foto: Viehmann  Die Messeauftritte - Foto: Grundhoff  Die Messeauftritte - Foto: Grundhoff  Die Messeauftritte - Foto: Hersteller

Der Automobilsalon hat gerade erst seine Türen geöffnet, da strahlt das Opel-Messeteam schon mit den gleißenden Deckenscheinwerfern um die Wette. General Motors will 1,9 Milliarden Euro in die Marke Opel stecken, lautet die Botschaft. Wen interessieren da noch der schmucken Meriva oder die Studie des GT/E Flextreme? Ein Auftakt nach Maß für die wohl wichtigsten Automesse des Jahres – für Opel sowieso. Doch GM-Milliarden hin und Steuergelder her: Die Schere zwischen einzelnen Herstellern geht immer weiter auseinander. Nirgends sieht man das deutlicher als auf dem Genfer Salon.

Die Stimmung im Messezentrum Palexpo ist besser als bei den anderen Ausstellungen der vergangenen zwei Jahre. Niemand jubelt lautstark - aber es geht spürbar wieder aufwärts nach einem Jahr der Entbehrungen. Zwar wird 2010 weltweit betrachtet für die meisten kaum viel besser als das Vorjahr werden. Aber die Talsohle sehen die meisten Genf-Aussteller von A wie Alfa Romeo bis Z wie Zagato erreicht. Doch wie bei kaum einer Messe zuvor bildet sich eine Drei-Klassen-Gesellschaft heraus. Die Unterschiede in der Außendarstellung sind riesig.

In der Klasse eins ist kaum mehr als der Volkswagen-Konzern zu finden. Die Seriensieger aus Wolfsburg machen derzeit anscheinend alles richtig. Markenaufteilung, Produkte, Design, Budget und Technologie sind den meisten Konkurrenten weit voraus – das Selbstbewusstsein sowieso.

Das gefällt den Verantwortlichen im Hause Volkswagen - Niedersachsen ist zumindest im Autokosmos alles, nur keine Provinz. Richtung München, Köln, Frankfurt oder Stuttgart stehen die Wolfsburger mit einem breiten Grinsen da - nicht erst, seitdem der Vfl Wolfsburg im vergangenen Jahr deutscher Meister wurde. Mit tatkräftiger Unterstützung von Hauptsponsor VW.

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Gleißende Strahlkraft
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Auch in der Schweizer Metropole haut Volkswagen kräftig auf den Putz. Wer die Messestände von ehemals ähnlich positionierten Volumenmarken wie Ford oder Opel vergleicht, dem kommen fast die Tränen. Während es bei Opel mit ein paar eng gedrängten Ausstellungsfahrzeugen und dem Messe-Evergreen Ampera vergleichsweise zurückhaltend zugeht, strahlt der VW-Stand rund 150 Meter gegenüber so hell, dass man sich fast die Sonnenbrille aufsetzen muss.

Dabei sind Stand und Messeauftritt der Wolfsburger nur der zweite Aufguss. Die echte Party hat Volkswagen mit allen seinen Konzernmarken bereits am Vorabend des Automobilsalons gefeiert. Als die Genfer Messeführung vor Jahren den VW-Marken nicht die besten Präsentationszeiten zusichern wollte, organisierten die Niedersachsen kurzerhand ihre eigene kleine Messe in einer großen Halle rund einen Kilometer vom Genfer See.

Zu allem Überfluss belassen es Konzernmarken wie VW, Audi, Seat, Skoda, Porsche oder Lamborghini nicht bei dem imageträchtigen Vorab-Event und imposantesten Messeständen: Der ein oder andere Star bringt noch mehr zum Strahlkraft auf den jeweiligen Stand. Lässt es Porsche mit der Rallye-Legende Walter Röhrl im 918 Spyder noch recht dezent angehen, schaut Shakira singend und die Hüften schwingend bei Seat vorbei und Überflieger Audi geht einmal mehr in die Vollen: Popstar Justin Timberlake fährt zusammen mit Audi-Chef Rupert Stadler im neuen A1 auf die Bühne.

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Justin fegt die Stände leer
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Kein Wunder, dass angesichts eines avisierten Kurz-Auftritts des Teeniestars die meisten anderen Stände während der Audi-Pressekonferenz verwaist waren: Ganze Hundertschaften von Hostessen enteilten verließen hektisch ihren Arbeitsplatz, um einen Blick auf den US-Sänger zu erhaschen. Nicht zum ersten Mal holten Marken wie VW oder Audi einen Megastar auf eine Autoshow: Pink, Brian Adams oder Seal sind nur einige, die schon hier waren. Das erinnert an alte Daimler-Zeiten.

Doch heute stehen Mercedes und BMW allenfalls in Klasse 1b. Immerhin können sie sich mit durchaus ansehnlichen Messeständen noch ganz redlich aus der Affäre ziehen. Aber danach sieht es meist düster aus.

Die Gegenwehr der anderen Firmen in der zweiten Liga ist gegen die übermächtigen Wolfsburger allenfalls gering – meist gar nicht vorhanden. Eine Ausnahme ist noch der BMW-Ableger Mini. Die Trendmarke macht auf den Automobilmessen dieser Welt seit Jahren eine kleine, aber feine Figur. So auch in Genf mit dem gewohnt schwarz-weißen Messearrangement rund um den neuen Mini Countryman.

Aber eben auch deutlich einfallsreicher. Zeitgleich mit der Premiere des neuen Mini-SUV gibt es am Lac Leman eine ungewöhnliche Marketingaktion: Mini holt Hollywood nach Genf. Die überdimensionale Projektion eines "MINIWOOD"-Schriftzugs am Mont Salève ist mit eine Höhe von 30 Meter und einer Breite von knapp 200 Metern pfiffig - und eindrucksvoll. In der Abenddämmerung ist sie hoch über dem Genfer See kilometerweit sichtbar. Nett gemacht – und ohne dafür Millionen auszugeben.

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Warten auf den großen Fehler
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Gegen VW sehen selbst die Auftritte von automobilen Schwergewichten wie Toyota/Lexus, Ford oder Peugeot/Citroën kaum besser aus als eine Vorort-Veranstaltung. Eine kleine Bühne, gequält lächelnde Hostessen und plakative Schriftzüge sind einfach zu wenig. Gerade wenn andere auf der großen Bühne tanzen, jonglieren und Feuer spucken.

In der dritten Klasse geht es noch schlimmer zu. Wenn sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren nicht grundlegend verbessert, dürften einige Autohersteller komplett außen vor bleiben. Auf immer mehr weltweiten Topmessen gibt es Lücken zwischen den Ständen. Selbst etablierte und wichtige Volumenhersteller wie Nissan, Mitsubishi oder Honda ließen in der Vergangenheit große Messen ausfallen – Sparmaßnahmen.

Das könnte für den ein oder anderen Hersteller langfristig verheerende Auswirkungen haben – gerade weil zeitgleich meist auch das gesamte Marketing zurückgefahren wird. Viele warten in Lauerstellung darauf, dass der VW-Konzern einen Fehler macht. Das allerdings sieht derzeit nicht so aus.

Die nächste große internationale Messe kommt schon Ende April – in Peking. Volkswagen ist dort übrigens Autohersteller Nummer eins. Mal sehen, wer dann zum Auftakt singt.

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Fotos: Hersteller
Ort: Genf

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