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Reportage  Los Angeles Autoshow

California Dreaming



Die amerikanische Autoindustrie scheint wieder in die Puschen zu kommen. Nach Trauermessen am laufenden Band lässt jetzt die Los Angeles Autoshow endlich wieder auf bessere Zeiten hoffen.

 
 LA Autoshow 2009
  
 LA Autoshow 2009  - Foto: Grundhoff  LA Autoshow 2009 - Foto: Grundhoff  LA Autoshow 2009 - Foto: Grundhoff  LA Autoshow 2009 - Foto: Grundhoff  LA Autoshow 2009 - Foto: Grundhoff  LA Autoshow 2009 - Foto: Grundhoff

Die Lichter gleißen hell, die Teppiche sind kuschelweich und die Models strahlen mit dem Lack der neuen Boliden um die Wette: Im Los Angeles Convention Center bemüht sich die amerikanische Autoindustrie die jüngste Krise vergessen zu machen. Jammern und Zittern soll der Vergangenheit angehören, Publikum und Kundschaft milde gestimmt werden.

Gerade die einheimischen Marken sind um Wiedergutmachung bemüht nachdem die letzten Großveranstaltungen in den USA und Asien zu wahren Trauerspielen verkommen waren. Doch während vielen Herstellern bereits der kommende Jahresauftakt in Detroit Kopfzerbrechen bereitet, sendet die Los Angeles Autoshow ein überraschend selbstbewusstes Signal in die Welt hinaus: Wir sind wieder da!

Dabei kommen die Highlights der Messe mit der besonders sparsamen Studie des VW Up Lite und dem Porsche Boxster Spyder einmal mehr aus deutschen Landen. Der Up Lite ist das fünfte Kind der Wolfsburger Zukunftsfamilie, die ab Ende 2011 im Handel stehen soll. Die Los-Angeles-Edition ist 3,84 Meter lang, bietet schmucken Platz für vier Personen und wird von einer Diesel-Hybrid-Einheit angetrieben. Zwei Zylinder, 65 PS und ein Verbrauch von gerade einmal 2,44 Litern Diesel auf 100 Kilometern sollen zeigen, wie ein zukünftiger Polo aussehen könnte.

Eine ganz andere Karte wird im Hause Porsche gespielt. Die Zuffenhausener haben der Detroit Motorshow vor Jahren abgeschworen und zeigen ihre Spielmobile mit großer Begeisterung seither in Los Angeles. In der Region, in der für Porsche Milch und Honig fließen, soll der mindestens 63.4040 Euro teure Kurvenräuber mit seinem Purismus an gute alte Renntraditionen erinnern.

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Die Kleinen kommen
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Doch es ist nicht so, dass nur die deutschen Hersteller in Los Angeles für gute Stimmung sorgen - auch, wenn mit dem Audi R8 Spyder und dem Mercedes SLS zwei weitere Sportskanonen ihre USA-Premieren zelebrierten. BMW zeigte seine beiden neuen Hybridmodelle X6 und 7.

Mit besonders großer Spannung wurden die ersten Auftritte der Kleinwagen Ford Fiesta und Mazda 2 in den USA erwartet. Beide stammen aus Europa und sollen den Amerikanern mehr Lust auf kleine Autos machen. Aus diesem Grund hat Ford dem normalen Fiesta noch eine wenig schmuckvolle Stufenheckvariante an die Seite gestellt. Ob die Zeit reif ist für kleine Autos im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist unsicher. Zuletzt gab es für Kleinwagen wie den Smart Fortwo oder den Mini Cooper starke Rückgänge. Der Amerikaner hat wieder mehr Lust auf Pick Ups und SUV.

So stehen auch Modelle wie ein Jeep Lower 40 als besonders sportliche Variante des Wrangler, der Honda Crosstour oder ein Lexus GX 460 im Blickpunkt vieler Messebesucher. Der Jeep bleibt den USA vorbehalten. Der 300 PS starke Lexus GX kommt dagegen als Toyota Land Cruiser auch nach Europa.

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Toyota legt vor
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Auch Vans scheinen in Los Angeles aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen. Bei der Weltpremiere des Toyota Sienna, einem der wichtigsten Vans auf dem US-Markt, platzte der Stand der Japaner praktisch aus allen Nähten. Auch technisch hat sich einiges bei dem Klassenprimus getan. Neben den V6-Triebwerken ist der neue Familienvan auch mit einem neu entwickelten Vierzylinder zu bekommen. Stark und sparsam zugleich.

Hyundai, in den USA gerade erst zum Hersteller mit dem geringsten Verbrauch gekürt, zeigt in Los Angeles seinen neuen Sonata. Die Zeiten des müden Einerlei scheinen vorbei. Der neue kann sich sehen lassen: Er ist schick gezeichnet und dürfte nicht nur in den USA neue Kunden zu den Koreanern locken.

Wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. In diesem Fall am Stand von Chrysler. Das von Fiat übernommene Unternehmen zeigt als einer von wenigen Herstellern nur müde Modelle bekannter Herkunft. Nicht viel Neues gibt es auch bei den zahlreichen GM-Marken. Neu ist jedoch das Cadillac CTS Coupé, das General Motors wieder positive und emotionale Nachrichten beschaffen soll.

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Fotos: Grundhoff
Ort: Los Angeles

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