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Reportage  Reportage: New York Autoshow

Detroit ist fern



Gemessen an der miesen Stimmung auf den letzten US-Messen geht es jetzt in New York so richtig rund. Die Hersteller trommeln wieder lauter und PS-starke SUV sind neben einem kleinen Puma die großen Stars.

 
 NY Autoshow
  
 NY Autoshow  - Foto: Grundhoff  NY Autoshow - Foto: Hersteller  NY Autoshow - Foto: Grundhoff  NY Autoshow - Foto: Grundhoff  NY Autoshow - Foto: Grundhoff  NY Autoshow - Foto: Grundhoff

New York zeigt einmal mehr, dass die Uhren zwischen Hudson und Empire State Building anders gehen. Auch wenn die Automobilwelt zwischen Detroit, Tokio, Frankfurt und Mumbai nach wie vor darnieder liegt, die Hersteller wanken und Big Apple mehr als andere Metropolen unter der weltweiten Finanzkrise zu leiden hat: Auf der 109. New York International Autoshow im Javits Convention Center zeigen die Amerikaner neues Selbstvertrauen.

Dabei greift man bekanntlich gern auf bewährtes zurück. Die Benzinpreise sind auch in den USA nach wie vor im Keller und so setzen die Amerikaner wie gehabt in erster Linie auf große SUV.

Seine Weltpremiere feiert im Jakob-Javits-Center folgerichtig auch der neue Jeep Grand Cherokee. Optisch deutlich muskulöser und rundlicher als bisher kommt er jedoch erst im kommenden Jahr auf den Markt. Zum Motorenprogramm gehört neben den bekannten Diesel- und Achtzylinder-Versionen auch ein neu entwickelter Sechszylinder mit Direkteinspritzung und rund 260 PS. Der besseren Geländegängigkeit wegen verfügt der Grand Cherokee, der auf der Plattform des Mercedes ML basiert, unter anderen über eine Luftfederung, Bergabfahrthilfe und mehrere Differenzialsperren.

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Mercedes-Spektakel
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Mercedes ist in Big Apple traditionell besonders stark. Da macht die diesjährige Leistungsschau am Hudson keine Ausnahme. So feiert nicht nur der lang erwartete Mercedes ML 450 Hybrid sondern auch E 250 Bluetec, E 63 AMG und die behutsam überarbeitete GL-Klasse ihre Weltpremieren.

Der ML 450 Hybrid ist das erste Hybridmodell, mit dem die deutschen Hersteller der Konkurrenz aus Asien und den USA hinterher eilen. Der von einem Benziner und zwei Elektromotoren angetriebene Luxus-SUV hat mit einer Gesamtleistung von 250 kW/340 PS und 517 Nm sowie trotz aller Sparsamkeit jedoch einen Makel: Er kommt nach aktuellen Planungen nicht nach Europa. Gegenüber den sparsamen Dieselversionen werden ihm kaum Marktchancen eingeräumt.

Dafür dürfen sich sportlich ambitionierte Familienväter früher als sonst auf einen Sportableger der neuen Mercedes E-Klasse einstellen. Denn auch der E 63 AMG feiert in New York seine Weltpremiere.

Optisch hat sich im Vergleich zur normalen E-Klasse wenig getan. Ihn unterschiedet nur die breitere Spur, eine geänderte Frontschürze mit LED-Tagfahrleuchten und Schweller rundum von seinen zahmen Brüdern. Unter der Motorhaube arbeitet lautstark der unter anderem aus dem SL 63 AMG bekannte 6,3 Liter große V8-Sauger mit 386 kW/525 PS und einem maximalen Drehmoment von 630 Newtonmetern. Übernommen wurde jedoch nicht nur der Motor selbst, sondern auch die Getriebekombination AMG Speedshift 7-Gang. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der schwäbische Hecktriebler in 4,5 Sekunden.

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Neue Generation Range Rover
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Wenn Mercedes beim GL seine neue Luxusklasse unter den Geländewagen vorstellt, will auch Land Rover nicht zurückstehen. So sind in New York erstmals auch die gründlich überarbeiteten Versionen von Range Rover, Range Rover Sport und Land Rover Discovery IV zu sehen. Dort gibt es neben neuen Achtzylinder-Triebwerken insbesondere einen überarbeiteten Innenraum und neue Leuchteinheiten mit LED-Modulen.

Die bisherigen Benziner werden von der neuen, bei Jaguar bereits eingeführten Motorengeneration, abgelöst. Mit fünf Litern Hubraum leistet das britische Power-Trio zwischen 375 und 510 PS. In Europa wird der bisherige Turbodiesel mit 2,7 Litern von einem 240 PS starken Dreiliter-V6 ersetzt.

Deutlich zurückhaltender ist man in einem Puma unterwegs. Unter dem Projekt "Puma" (Personal Urban Mobility and Accessibility) zeigen Segway und General Motors in New York ein elektrisches Fortbewegungsmittel für zwei Personen. Mit seinen zwei Rädern und einem ausgeklügelten Wankmechanismus erinnert das Citymobil jedoch mehr an einen Krankenfahrstuhl denn einen realitätsnahen Kleinstwagen.

Waren die bisherigen Segway Peoplemover allein für eine Person gedacht, die hinter dem Lenker steht, so können sich mit dem Puma auch zwei Personen fortbewegen. Das Fahrzeug erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 56 km/h und hat eine Reichweite von rund 50 Kilometern, bevor es wieder geladen werden muss.

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370 Z auch offen
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Gerade erst hat Nissan in Europa sein neues Sportcoupé 370 Z der Öffentlichkeit präsentiert, da legen die Japaner bereits die offene Roadsterversion nach. Auf der New York Autoshow ist der offene Spaßmacher das erste Mal zu bewundern. Nach Europa soll das Stoffdachcabriolet erst im Spätsommer kommen. Der 370 Z Roadster trägt Design und Gene des neuen Coupés. Sein vollelektrisches Stoffdach öffnet und schließt in rund 20 Sekunden. Angetrieben wird der nach wie vor etwas übergewichtige Roadster von einem 3,7 Liter großen Sechszylinder mit 243 kW/331 PS und 386 Nm maximalem Drehmoment.

In Deutschland hat der Subaru beim Legacy gerade erst eine Dieselversion nachgeschoben, da wird auf der New York Autoshow bereits der Nachfolger vorgestellt. Im Vergleich zum Vorgänger ist er in seinen Dimensionen leicht gewachsen. Auf den US-Markt kommt der neue Legacy im Herbst diesen Jahres mit drei Benzinern zwischen 170 und 265 PS sowie einer optionalen, stufenlosen CVT-Automatik.

Hondas sportlicher Nobelableger Acura bringt in den USA zeitnah den ZDX auf den Markt - eine Designmischung aus SUV und Coupé. Im Herbst wird der ZDX in den USA mit einem Sechszylinder mit Benzindirekteinspritzung und einer neu entwickelten Sechsgang-Automatik auf den Markt kommen. Eine Markteinführung des Allradlers mit fünf Sitzplätzen ist in Europa – auch unter Honda-Flagge – derzeit nicht geplant. Das Original dazu steht auf der New York Motorshow rund 100 Meter entfernt und hat neben dicken Backen einen 555 PS starken Doppelturbo unter der Haube. Seine Name: BMW X6 M.

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Fotos: Grundhoff

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