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Reportage  Reportage: NAIAS 2009

»Model T« verzweifelt gesucht



Es ist kalt in Detroit. Wie in jedem Winter. Doch diesmal ist auch die Stimmung frostig. Und die Zukunft düster. 100 Jahre nach dem legendären Ford T sind die US-Autobauer auf der Suche nach einem neuen Wunder.

 
 NAIAS 2009
  
 NAIAS 2009  - Foto: Viehmann  NAIAS 2009 - Foto: Viehmann  NAIAS 2009 - Foto: Viehmann  NAIAS 2009 - Foto: Viehmann  NAIAS 2009 - Foto: Viehmann  NAIAS 2009 - Foto: Viehmann

So sehr man sie auch sucht - auf der diesjährigen North American International Auto Show (NAIAS) kann man einen Initialzünder wie einst den Ford T nicht finden. Denn wirkliche Neuheiten sind dünn gesät, noch dünner als erwartet. Große Stars sucht man vergebens. Und wenn es spektakulär wird, dann kommen diese Modelle nicht aus den USA. Neue Autos mit innovativen Konzepten findet man weder bei General Motor noch bei Chrysler oder Ford.

General Motors zeigt auf der Heimatmesse im Cobo Center - gerade mal 300 Metern von der Firmenzentrale entfernt - Autos wie den neuen Buick Lacrosse, die Studie Cadillac Converj oder den Chevrolet Orlando. Alles nett anzuschauen - aber mehr auch nicht. Das gilt auch für den Chevrolet Equinox, einen mehr oder weniger sparsamen Mittelklasse-SUV, der "dem Toyota RAV4 oder einem Honda CR-V zukünftig mächtig Feuer machen soll", wie ein GM-Manager hofft.

Dabei geht es an nahezu jedem Messestand um das Thema Elektrifizierung. Würde man den überdimensionalen Werbewänden Glauben schenken, so wären nicht nur die Fahrzeuge von Chrysler und Ford zukünftig mit einem Verlängerungskabel unterwegs. Reichlich spät. Denn diesen Elektro-Trend hatte schon die Ehefrau von Henry Ford, dem Erfinder des legendären T-Modells, erkannt. Während sich ihr Mann im Glanz des damals neuen T-Modells sonnten, war sie ab 1914 schon mit einem Elektromobil namens "Detroit Electric" nahezu lautlos unterwegs. Wurde nur nichts draus, wie wir alle wissen.

Denn die Realität sieht heute anders aus. Selbst sparsame Diesel, effiziente Benziner mit Direkteinspritzung und Turboaufladung oder kleine Hybrid-Lösungen, die man zeitnah kaufen kann, sucht man bei den großen drei US-Herstellern vergeblich. Der 1,4-Liter Turbo-Benziner im Chevrolet Cruze ist eher die berühmte Ausnahme von der Regel. Chryslers Stromer-Vision 200C EV oder der teilelektrische Jeep Patriot mit Vorderradantrieb führen die ins Wanken gekommenen US-Riesen kaum aus den negativen Schlagzeilen.

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Leise Asiaten
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Das gilt auch für Ford. Im Hintergrund arbeitet man daran, eine Flotte von 100 europäischen Fiesta zur Erprobung auf die Straßen der Ford-Stadt Dearborn zu bringen. Bei der Messe sind dagegen der neue Taurus als große Mittelklasselimousine, der Fusion und eine 540 PS starke Version des Mustang die kaum umjubelten Stars.

Überraschend leise präsentieren sich die asiatischen Marken. Honda wirft den bald käuflich zu erwerbenden Insight ins Rennen. Nissan hat die Detroit Motorshow überraschend aus dem Kalender gestrichen. Und Toyota ruht sich auf dem neuen Prius aus. Der präsentiert sich zwar im ähnlichen Look wie seine beiden Vorgänger und bietet mehr Leistung bei weniger Verbrauch - er verzichtet jedoch auf Lithium-Ionen-Technik. Ob der Prius III so viel Aufmerksamkeit wie sein Vorgänger bekommt, ist nicht nur deshalb fraglich. Eine designerische Offenbarung ist er nicht. Und auf dem Hauptmarkt USA haben die Hybridfahrzeuge im vergangenen Jahr fast 40 Prozent verloren. Dabei hätte Toyota mit dem Scion die kleine Marke zu richtigen Zeit. Doch Neuheiten bei dem amerikanischen Mini-Konkurrenten? Fehlanzeige.

Zwischen Hoffen und Bangen präsentieren sich in Detroit die Deutschen. Audi singt mit dem prächtigen R8 V10 und der schmucken A7-Konzeptstudie das Hohelied der sportiven Eleganz und verzichtet auf ein Feigenblatt. Mercedes-Benz schwankt mit dem offenen Power-SLR Stirling Moss und visionären Elektromobilen wie dem "BlueZero" zwischen purer Sport-Lust und grünen Gedanken. Vergebens suchen die Standbesucher übrigens die neue Mercedes E-Klasse, die am Vorabend der Messe vor einem Fachpublikum Weltpremiere feierte - nur zwei Blocks von der Cobo Hall entfernt. Der Wagen hat erst Anfang März in Genf seine Messepremiere - das ist ein feiner Unterschied.

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Nicht nur trostlos
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BMW trommelt mit dem neuen Spaßroadster Z4 und dem offenen Mini Cabriolet für eine sonnige Welt - auch wenn die Temperaturen in Downtown Detroit die Minus-7-Grad-Marke nicht übersteigen. Mehr Sonne propagiert auch Volkswagen: Die Wolfsburger stellen mit der Roadsterstudie Concept BlueSport rechtzeitig zum 40. Geburtstag des VW-Porsche 914 wieder einen kleinen Spaßmacher in Aussicht. 180 PS stark und von einem Mittelmotor-Diesel angetrieben, soll der Zweisitzer gerade mal 4,3 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbrauchen.

Nur trostlos geht es in Detroit dennoch nicht zu. Nicht jede Parkettfläche wurde durch preiswertes Laminat ersetzt. Wer auf den Gängen zwischen Mazda, Acura oder Mercedes-Benz lustwandelt, spürt den weichen Langflorteppich unter den Füßen, genießt immer wieder die Scheinwerfer und die lächelnden Messehostessen.

Es ist etwas leerer als sonst - auch wenn GM-Legende Bob Lutz die Leute aus der Umgebung eindringlich dazu aufrief, zur Motorshow zu kommen. "Viele fragten uns, ob man gemeinsam aus Protest nach Washington ziehen sollte, um zu demonstrieren", sagt Lutz: "Doch es ist besser, die Leute kommen zur Messe und schauen sich unsere tollen Produkte an." Hört sich an wie das Pfeifen im Walde - mit dem Druck im Nacken, vor den amerikanischen Steuerzahlern eine Finanzspritze in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar zu rechtfertigen.

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Kein Allheilmittel
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Wer die Hersteller auf die kritische Zeitschiene für neue Modelle anspricht, erntet kaum mehr als Schulterzucken. Die meisten angekündigten Elektro- und Hybridvehikel von Ford, Chrysler, Chevrolet oder Buick kommen frühestens in zwei bis drei Jahren auf den Markt. Bis dahin könnte es für den einen oder anderen bereits zu spät sein.

Fest scheint zu stehen, dass gerade kleine Marken der großen Autokonzerne dieses Jahr eine ihrer letzten Motorshows erlebt haben dürften - insbesondere, weil die proklamierten Zukunftsvisionen kaum ein Allheilmittel für alle Fahrzeugklassen sind. Und in einem Land, in dem die Gallone (3,8 Liter) Kraftstoff gerade wieder deutlich unter zwei Dollar kostet, interessiert sich längst nicht mehr jeder für alternative Antriebe: Ende 2008 waren die stark subventionierten PickUps wieder die beliebtesten Autos im ganzen Land.

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Text:  Eine eMail an Stefan Grundhoff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann
Ort: Detroit

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