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Porsche Panamera   Fahrbericht: Porsche Panamera V6

Sechs für Power-Papas



Der neue Porsche Cayenne teilt sich vieles mit dem VW Touareg - doch der Panamera bleibt Porsche in Reinform. Nun rundet der 300 PS starker Sechszylinder die Palette auch nach unten ab.

 
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[+] Durchzugsstarker Sechszylinder, sehr gute Sitze, straffes Fahrwerk und beeindruckende Fahrdynamik, gutes Platzangebot, brauchbarer Kofferraum, hohe Zuladung
[-] Hoher Preis und lange Aufpreisliste, nach hinten unübersichtlich, hoher Verbrauch

Ein Panamera fährt über die Landstraße und jagt mit grollendem Motorsound durch die Kurven. Schließlich hält die Sportlimousine an einem Fußballplatz. Drei Jungs steigen aus, geben sich den "High Five" mit dem Vater am Steuer und eilen zum Training. So wie in diesem Porsche-Imagefilm stellen sich die Zuffenhausener offenbar ihren Panamera vor: Die ultimative Familienkutsche für coole Power-Papas. Das ist quasi der Gegenentwurf zum uncoolen Minivan, mit dem man in der Autowelt ja gemeinhin die "Soccer Moms" (Fußball-Muttis) in Verbindung bringt.

Viele Mamas scheinen den Panamera auch nicht zu fahren, denn laut Porsche sind 93 Prozent aller Käufer männlich und im Schnitt 53 Jahre alt. Seit September 2009 ist der viertürige Sportwagen auf dem Markt und wurde seitdem fast 20.000-mal gebaut. Unter der Haube bevorzugen die Kunden einen ordentlichen Bums: 27 Prozent aller Panameras werden in der 500 PS starken Turbo-Version ausgeliefert.

Der 3,6 Liter große Panamera V6 leistet 300 PS (220 kW) – das reicht immer noch aus, um den fußballbegeisterten Nachwuchs samt Trikot in die Sitze zu pressen. Der Saugmotor mit Benzindirekteinspritzung wurde aus dem Achtzylinder abgeleitet. Er entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern bei 3750 Touren, doch schon im unteren Drehzahlbereich wird der Sechszylinder schnell munter.

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Schub genießen
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Begleitet von einem kraftvollen Röhren schießt der Panamera in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h (mit PDK: 6,3 Sekunden). Der Panamera 4 mit Allradantrieb erreicht schon nach 6,1 Sekunden Tempo 100. Zwar entscheiden sich fast alle Kunden für das PDK-Doppelkupplungsgetriebe - doch mit Sechsgang-Handschaltung entfaltet der Panamera ebenfalls seinen Reiz.

Wenn man es nicht eilig hat, lässt sich der Porsche dank der großen Drehmomentreserven schaltfaul bewegen. Bei flotter Gangart macht es Spaß, den Motor hochzudrehen und die Gänge weit auszufahren, um den Schub des V6 zu genießen. Die Traktion des hinterradgetriebenen Wagens ist dabei in allen Lebenslagen ausgezeichnet. An der Tankstelle langt der Sportwagen freilich zu: Den Durchschnittsverbrauch gibt Porsche mit 11,3 Litern pro 100 Kilometer an (PDK: 9,3 Liter).

Der Panamera ist serienmäßig mit einem Stahlfederfahrwerk ausgerüstet, Luftfederung und aktive Dämpfungsregelung sind optional erhältlich. Im Komfort-Modus freuen sich vor allem die Fond-Passagiere, denn dann schluckt der Wagen fast alle Unebenheiten klaglos weg. Im Sport-Modus spürt man die Straße schon eher, was den Fahrer freut – wäre der Panamera nicht so breit, könnte man ihn selbst auf engen Landstraßen mit 911er-Feeling um die Kurven scheuchen. Seine 1,8 Tonnen merkt man dem viertürigen Porsche kaum an.

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Klein bringt Vorteil
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Motor und Getriebe sind im Motorraum weit hinten positioniert, die Zylinderbankanordnung im 90-Grad-Winkel (statt der für V6-Aggregate typischen 60 Grad) verlagert den Schwerpunkt des Wagens nach unten. Zusammen mit der breiten Spur ergibt das eine extrem stabile Straßenlage, bei Lastwechseln und Bodenwellen bleiben die Beine des Panamera immer brav mit dem Asphalt verbunden.

Nicht nur beim Motor, auch beim Preis erweitert der V6 die Modellpalette nach unten. "Mit dem Panamera V6 werden wir neue Käuferschichten erreichen", glaubt Modellreihen-Chef Andreas Jaksch. Schließlich ist das neue Einstiegsmodell mit 75.899 Euro fast 60.000 Euro günstiger als ein Panamera Turbo.

Auch anderswo hat der kleinere Motor Vorteile. "Auf dem chinesischen Markt ist der V6 unsere Antwort auf die Hubraum-bezogene Consumption Tax", sagt Andreas Jaksch. Diese Steuer macht PS-starke SUV und Sportwagen, vor allem solche mit dicken Achtzylindern, im Reich der Mitte empfindlich teuer. Seit Januar ist der Panamera in China zu haben, etwa 1000 Fahrzeuge wurden dort bereits verkauft.

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Üppige Order
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Zur Serienausstattung des Basis-Panamera gehören unter anderem Start-Stopp-Automatik, akustische Einparkhilfe hinten, CD-Radio, Tempomat, LED-Tagfahrlicht, Zweizonen-Klimaautomatik, Teillederausstattung und elektrische Sitzverstellung. In der Basisversion dürfte den Wagen allerdings kaum jemand bestellen – die meisten Panameras werden mit üppiger Sonderausstattung geordert.

In der langen Aufpreisliste dominieren vierstellige Zahlen. 1713 Euro zum Beispiel kosten die Bi-Xenonscheinwerfer mit dynamischer Leuchtweitenregulierung, 3498 Euro die adaptive Luftfederung, 3141 Euro das Navigationssystem und 3510 Euro das PDK-Doppelkupplungsgetriebe. Und sollte der Nachwuchs mal vom Fußball auf den Reitsport umsteigen, gibt es für den Pferdetrailer die passende Anhängevorrichtung (1213 Euro).

Nach dem V6 hat Porsche noch eine weitere Motorvariante in Vorbereitung – den Panamera Hybrid. Im Cayenne gibt es die Kombination aus Benzin- und Elektromotor bereits, dort teilen sich ein V6-Benziner mit Kompressoraufladung und 333 PS sowie ein Elektromotor mit 47 PS die Antriebsarbeit.

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Fotos: Viehmann
Ort: Frankfurt

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